Innovationskraft

Bundestag stärkt den Innovationstransfer in die Gesundheitsversorgung

Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen den Innovationstransfer in die Gesundheitsversorgung stärken. Der Deutsche Bundestag hat dazu Anfang Mai 2016 den Koalitionsantrag "Transfer von Forschungsergebnissen und Innovationen in die Gesundheitsversorgung beschleunigen" angenommen. Der Beschluss setzt positive Signale an die Medizintechnikhersteller.

Ziel des Antrages ist es, dass Innovationen schneller zum Patienten gelangen und die deutsche Gesundheitswirtschaft gestärkt wird. "Deutschland ist stark in der medizinischen Forschung. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ergebnisse dieser Forschung schneller als bisher in die praktische Anwendung kommen. Das hilft den Patienten und den hochinnovativen Unternehmen", sagt Albert Rupprecht, bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Durchschnittlich müsse ein Patient 14 Jahre auf ein innovatives Produkt warten. "Im Zweifel rettet zeitnaher Innovationstransfer Leben. Hier hilft auch Interdisziplinarität in der Forschung, die den Übergang von der Idee zur Anwendung beschleunigt", sagt Stefan Albani, Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung.

Unter anderem soll die Bundesregierung Rahmenbedingungen für eine Beteiligung von Interessengemeinschaften, Patientenverbänden sowie Kostenträgern im Innovationsprozess schaffen und die Innovationsfinanzierung für kleine und mittlere Unternehmen weiter verbessern. "Die Entscheidung des Bundestages ist gut und richtig. Wir haben ein Zeichen gesetzt. Denn damit bekräftigt der Haushaltsgeber seinen Willen, die Forschungsförderung auszubauen", sagt René Röspel, Berichterstatter der SPD-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung. Davon profitiere auch die mittelständisch geprägte Medizintechnik-Branche. "Die bestehenden Gesundheits- und Kompetenznetzwerke, also dort wo Kliniker forschen und Menschen behandelt werden, müssen gestärkt werden." Die Forschung habe ja zum Ziel, dass es den Patienten im Versorgungsalltag am Ende besser gehe. Allerdings sei es schwer einzuschätzen, wie schnell zukünftig Innovationen in die Praxis kämen.

Umfangreiches Maßnahmenbündel

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung unterstützte den Antrag. "Mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen an die Gesundheitsversorgung und damit das Gesundheitssystem muss die Translation von Forschungsergebnissen weiter verbessert werden. Es bedarf dafür einer noch stärker auf Innovationen fokussierten Verbundforschung unter Beteiligung von Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft", heißt es in der Beschlussempfehlung. "Das geforderte umfangreiche Maßnahmenbündel zielt auf die Verbesserung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Gesundheitsversorgung und Innovationsförderung im Gesundheitssystem."

Zu den Maßnahmen zählt unter anderem eine Verdopplung der Fördermittel für die Initiative "KMU-innovativ: Medizintechnik". Die dafür vorgesehenen Förderrichtlinien sollen die zentralen Herausforderunen "bedarfsgetrieben, patientenorientiert und zugleich industriefokussiert" aufgreifen. Zudem sollen sogenannte Industrie-in-Klinik-Plattformen die Zusammenarbeit von Unternehmen und Kliniken stärken und "dringend notwendige Impulse" setzen.

"Wir müssen Innovationsprozesse vor allem effizienter und kooperativer gestalten. Wir brauchen dafür neue Formen der Zusammenarbeit, neue Versorgungskonzepte, neue Innovationsmodelle und eine neue Kooperationskultur. Das BMBF wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten – im Rahmen seines Fachprogramms Medizintechnik, das wir bis Mitte 2016 veröffentlichen werden", sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.
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