Erstattung Medizinprodukte

Erstattung von Implantaten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Rahmen der Behandlung von Krankheiten durch Vertragsärzte oder Krankenhäuser auch die Therapiekosten, in denen Implantate zur Anwendung kommen, wenn diese zweckmäßig und wirtschaftlich und notwendig sind.

Jedoch unterscheidet sich in Deutschland der Zugang von neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mit Implantaten grundsätzlich nach dem Anwendungsort. Während im Krankenhaus neue Implantate dem Grunde nach ohne Genehmigung der Kostenträger eingeführt werden kann (Prinzip der Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt) muss in der vertragsärztlichen Behandlung z. B. bei ambulanten Operationen der Gemeinsame Bundesausschuss die Genehmigung für die Methode auf Antrag erteilen (Prinzip Verbot mit Erlaubnisvorbehalt). Geprüft wird grundsätzlich der Nutzen und die medizinischen Notwendigkeit sowie Wirtschaftlichkeit auch im Vergleich zu etablierten Verfahren. Kosmetische Implantate die nicht aus medizinischer Notwendigkeit vom Verbraucher nachgefragt werden, wie z. B: ästhetische Implantate (Gesäß-Brust oder Gesichtsformungsimplantate), müssen daher von diesen selbst finanziert werden.

Ein weiteres Problem ist die Finanzierung von innovativen Implantaten, die bisher nicht im Leistungskatalog der Krankenhäuser sachgerecht abgebildet sind. Hier müssen die Krankenhäuser über die jährliche Anfrage sogenannten NUB-Anfragen an das Kalkulationsinstitut (InEK) richten und erhalten dann eine Einstufungsauskunft für das Innovationsentgelt. Danach müssen noch erfolgreich Preisverhandlungen mit den Krankenkassen erfolgen, um das Verfahren durch die Kassen finanziert zu bekommen. Nach einer Studie des Deutschen Krankenhausinstitutes (DKI) dazu liegt die Erfolgsquote nur bei 30% . Im Klartext innovative Implantate werden nur teilweise auf der Ortsebene erstattet. Das bedeutet zum Beispiel, dass in Haus A in Berlin das neue Implantat finanziert wird, dagegen das Haus B in Hamburg diese Leistung nicht abrechen darf, da eine Vereinbarung mit den Kassen nicht vorliegt. Als Alternative bleibt nur eine einzelne Kostenanfrage an die zuständige Kasse für das neue Implantat oder eine Wahlleistungsvereinbarung mit den Krankenhaus durch den Patienten.

Für Versicherte von Privatversicherungen ist es empfehlenswert vorab eine Kostenzusage für das neues Implantat einzuholen, da auch dort Voraussetzungen für die Erstattung erfüllt werden müssen.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Erstattung im Krankenhausbereich

    Erstattung von Medizinprodukten im stationären Bereich Weiterlesen

  • Bundesgesundheits­ministerium weitet Hilfen für Krankenhäuser aus

    Krankenhäuser in Corona-Hotspotregionen können künftig finanziell besonders unterstützt werden. Eine entsprechende Verordnung trat Ende 2020 in Kraft und gilt bereits rückwirkend ab dem 17. Dezember 2020, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Wegen der derzeit vielerorts besonders hohen Infektionszahlen können die Bundesländer, die grundsätzlich für die Krankenhausplanung zuständig sind, demnach mehr Kliniken bestimmen, die Ausgleichszahlungen erhalten. Weiterlesen

  • Technologieverbände erhoffen sich Digitalisierungsschub in Krankenhäusern aus dem KHZG

    In einer gemeinsamen Webkonferenz am 17. Dezember 2020 informierten die vier Verbände bvitg, BVMed, SPECTARIS und ZVEI ihre Mitgliedsunternehmen über die Förderrichtlinie zum Krankenhauszukunftsfonds, ein Kernelement des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG). Anlässlich der Infoveranstaltung mit Experten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) und des Bundesamtes für Soziale Sicherung (BAS) appellierten die Verbände an alle Beteiligten, diese große Chance für einen Digitalisierungsschub in den Krankenhäusern zu nutzen. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik