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 - Herzinsuffizienz Druckmessung mit Mini-Sensor bei Herzinsuffizienz-Patienten

Artikel20.04.2015

© St. Jude Medical Ein miniaturisierter, drahtloser Überwachungssensor wird in einem minimalinvasiven Eingriff in die Pulmonalarterie (PA) implantiert, um dort den Blutdruck direkt zu messen. Mithilfe dieses Systems kann der Herzinsuffizienz-Patient die Messdaten zum PA-Druck von zuhause aus an den Arzt übermitteln, sodass nun eine personalisierte und proaktive Versorgung gewährleistet und eine stationäre Klinikeinweisung weniger wahrscheinlich ist.

Rund 1,8 Millionen Menschen leiden in Deutschland zurzeit unter einer chronischen Herzinsuffizienz. Mindestens 300.000 Menschen erkranken jährlich neu. Zu einer Herzinsuffizienz kommt es, wenn die Pumpleistung des Herzens nicht mehr ausreicht, um den Blutbedarf des Körpers zu decken. Wenn dies passiert, steigt der Blutdruck im Herzen und in den Blutgefäßen der Lunge an, was im weiteren Verlauf zu Symptomen einer Flüssigkeitsstauung und meist auch zu Atemnot führt. Etwa 90 Prozent aller Patienten, die wegen Herzinsuffizienz in eine Klinik eingewiesen werden, haben eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Dies kann zu einem fortschreitendemnAbbau der Herzleistung bis hin zum Tod führen.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2013 Erkrankungen des Herzens die häufigste Todesursache. Herzinsuffizienz steht mit über 45.000 Gestorbenen nach der chronischen ischämischen Herzkrankheit sowie dem Myokardinfarkt an dritter Stelle. Laut Schätzungen des Statistischen Bundesamtes nehmen die Kosten zur Behandlung von Herzinsuffizienz etwas zwei Prozent des Gesamtbudgets des deutschen Gesundheitssystems in Anspruch. Das sind rund 2, 7 Milliarden Euro pro Jahr. Neben dem Diabetes mellitus ist die Herzinsuffizienz damit einer der größten medizinischen und finanziellen Herausforderungen für unser Gesundheitssystem und es wird erwartet, dass diese Zahl stark ansteigen wird.

Wie kann Herzinsuffizient überwacht werden?

Die direkte Messung des Pulmonalarteriendrucks (PA) über eine sogenannte Rechtsherzkatheterisierung ist ein gängiger Versorgungsstandard zum Management der fortschreitenden Herzinsuffizienz bei hospitalisierten Patienten. Da es sich jedoch um eine chronische Erkrankung handelt, verbringt der Patient die meiste Zeit außerhalb des Krankenhauses. Daher verwenden Ärzte verschiedene indirekte Indikatoren, um Herzinsuffizienz zu überwachen:

  • Selbstüberwachung durch den Patienten anhand von Blutdruckmessgeräten und elektronischen Waagen
  • Klinische Geräte, die während der häufig erforderlichen Kontrolltermine in der Arztpraxis verwendet werden
  • Implantierbare Geräte, die den Patienten warnen, wenn in der Thoraxhöhle eine Veränderung der elektrischen Impedanz festgestellt wird; dies ist ein mögliches Anzeichen für eine Flüssigkeitsansammlung – eine kardiale Dekompensation- im Brustraum.

Wie funktioniert die neue Technologie:

© St. Jude Medical Eine neue Medizintechnologie verwendet einen miniaturisierten, drahtlosen Überwachungssensor, der in einem minimalinvasiven Eingriff in die Pulmonalarterie (PA) implantiert wird, um dort den Blutdruck direkt zu messen. Mithilfe dieses Systems kann der Patient die Messdaten zum PA-Druck von zuhause aus an den Arzt übermitteln, sodass nun eine personalisierte und proaktive Versorgung gewährleistet und eine stationäre Klinikeinweisung weniger wahrscheinlich ist.

Der implantierbare Sensor ist eine komplett versiegelte Kapsel, in der mikroelektromechanische Systeme zur Verwendung kommen. Mithilfe dieser Technologie können Sensoren von hoher Messstabilität und Energieeffizienz hergestellt werden. Alle Komponenten des Sensors bestehen aus Materialien, die aufgrund ihrer Beständigkeit, Robustheit, Biokompatibilität und Unempfindlichkeit gegenüber Veränderungen der chemischen oder biologischen Verhältnisse im menschlichen Körper ausgewählt wurden. Gespeist wird der Sensor von Hochfrequenzenergie (HF). Er wird mit minimalinvasiven Verfahren über einen Katheter in die Lungenarterie eingesetzt und kann dort lebenslang verbleiben.

© St. Jude Medical Der Sensor hat keine Batterie, keine Elektroden und ist sehr klein (45 mm). Nach erfolgter Implantation übermittelt der Sensor auf drahtlosem Wege Druckmesswerte an das elektronische System des ambulanten Patienten. Die Messvorgänge sind für den Patienten mit keinerlei Schmerzen oder sonstigen Wahrnehmungen verbunden. Die Elektronik übermittelt die Messwerte an eine sichere Website, wo sie dann vom Arzt eingesehen werden können. Der Patient muss sich lediglich einmal am Tag auf ein spezielles Kissen legen um die Messwerte zu übermitteln.

Der Arzt greift über die Patientenmanagement-Website auf die Druckmesswerte und Trenddaten des Patienten zu und erhält dadurch wertvolle klinische Informationen, an denen er sich bei seinen Behandlungsentscheidungen orientieren kann. Wenn die Druckmesswerte außerhalb bestimmter vordefinierter Bereiche liegen, werden automatische Warnmeldungen an den Arzt gesendet. Der Arzt kann sich proaktiv mit dem Patienten in Verbindung setzen um bei Veränderungen frühzeitig die Therapie anzupassen und so eine Dekompensation bzw. eine Hospitalisierung verhindern.

Studienergebnisse zeigen signifikant weniger Herzinsuffizienz-bedingte Klinikeinweisungen, eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität und anhaltend niedrigere PA-Drücke während des Behandlungszeitraums.

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