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 - Herzgefäße Europäische Leitlinien zur Behandlung der Koronaren Herzkrankheit aktualisiert Interdisziplinäre Beratung der Patienten durch Herzchirurgen und Kardiologen: Fachgesellschaft der Herzchirurgen plädiert für konsequente Einhaltung der Leitlinienvorgaben

ArtikelBerlin, 20.09.2014

© BVMed Die europäischen Fachgesellschaften der Herzchirurgen und der Kardiologen haben am 29. August 2014 die aktualisierten Leitlinien für die Behandlung von Patienten, die an Verkalkungen, Verengungen oder Verschlüssen der Herzkranzgefäße leiden, veröffentlicht. Die neue Fassung der Leitlinien enthält klare Empfehlungen, bei welchen Patienten die Erkrankung medikamentös, durch eine Bypass-Operation oder mittels Stent-Implantation behandelt werden sollte.

Danach gilt stark vereinfacht: Patienten mit komplexen Verengungen der Herzkranzgefäße profitieren am besten von einer herzchirurgischen Operation, während Patienten mit weniger schweren Verengungen noch gut mit der Aufweitung der betroffenen Gefäße und der Implantation eines Metallgerüstes (Stent) oder sogar medikamentös behandelt werden können. Da Patienten in der Regel die Komplexität ihrer Erkrankung selbst nicht abschätzen können, wird mit der aktuellen Fassung der Leitlinien noch deutlicher als bisher vorgegeben, dass grundsätzlich ein Team aus Herzchirurgen und Kardiologen die Leitlinienempfehlungen für alle Patienten in gemeinsamen Konzepten umsetzt und jeden Patienten mit fortgeschrittener Koronarer Herzerkrankung individuell beraten sollte.

Die aktuellen Leitlinien bekräftigten im Wesentlichen die Aussagen der Version aus dem Jahr 2010: Danach ist bei akuten Herzinfarkten die von den Kardiologen durchgeführte „Perkutane Koronarintervention“ (PCI) die erste Therapieoption. Bei ihr wird über einen Katheter das hochgradig verengte oder akut verschlossene Herzkranzgefäß wiedereröffnet und aufgeweitet und diese sogenannte Dilatation in der Regel durch Einsetzen eines Metallröhrchens (Stent) stabilisiert. Auch bei weniger komplexen Verengungen von ein oder zwei Herzkranzgefäßen jedoch ohne akuten Herzinfarkt wird diese Behandlungsform in den Leitlinien vorrangig empfohlen.

Für Patienten mit mehreren und komplex verengten Herzkranzgefäßen, die keinen akuten Herzinfarkt haben, wird in den Leitlinien die koronare Bypass-Operation favorisiert, da Studien eindeutig gezeigt haben, dass insbesondere im Langzeitverlauf weniger Herzinfarkte auftreten, die Patienten länger leben und deutlich seltener erneute Eingriffe notwendig sind. Bei der koronaren Bypass-Operation überbrückt der Herzchirurg die verengten oder verschlossenen Arterien mit körpereigenen Blutgefäßen.

Die Komplexität der Herzkranzgefäßerkrankung wird für jeden Patienten individuell von den Medizinern über sehr detaillierte Bewertungsberechnungen bestimmt. Dieses Ergebnis bildet die Grundlage für die in den Leitlinien ausgewiesene gemeinsame Entscheidung von Herzchirurgen und Kardiologen, um für jeden Patienten das bestgeeignete Behandlungsverfahren empfehlen zu können.

„Leider werden diese wichtigen Vorgaben in Deutschland weder gleichbleibend noch flächendeckend in allen Einrichtungen eingehalten. Wir gehen davon aus, dass alle Verantwortlichen kurzfristig sicherstellen, dass Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam die Beratung der Patienten vornehmen und gemäß den Leitlinien die Therapie gemeinsam festgelegt wird. Begleitend wurde von den europäischen Fachgesellschaften eine Patientenaufklärung veröffentlicht, die alle Verfahren und die notwendigen Prozessschritte darstellt und von einem Kardiologen und einem Herzchirurgen gemeinsam gegengezeichnet wird. Gegebenenfalls sollten die Patienten darauf bestehen, dass ihre Befunde von Herzmedizinern beider Fachdisziplinen begutachtet werden, um sich für das gemäß den aktuellen Leitlinien bestgeeignete Verfahren entscheiden zu können“, so Professor Jochen Cremer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGHTG).

Quelle:
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vom 16.9.2014Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

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