Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Gelenkersatz Schonender Hüftgelenksersatz bei jungen Patienten: Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

ArtikelFreiburg, 27.11.2017

© Aesculap AG Ein künstliches Hüftgelenk erhalten fast nur ältere Menschen – das denken viele. Doch etwa 16 Prozent der Patienten sind jünger als 60 Jahre. Rein statistisch stehen ihnen daher bis zum Lebensende mehrere Wechseloperationen bevor. Um eine maximale Haltbarkeit des ersten Implantats zu erreichen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. (AE) für den Ersteingriff bei ansonsten gesunden Patienten ein besonders schonendes Vorgehen. Es besteht aus einer minimalinvasiven Operation und dem Einsatz einer nicht zementierten Kurz- oder Geradschaftprothese. Die Paarung aus Hüftkopf und Gleitpfanne sollte jeweils aus Keramik beziehungsweise aus Keramik und ultrahochvernetztem Kunststoff (HXPE) bestehen.

Mit rund 233.000 Eingriffen gehörte die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks zu den zehn häufigsten Operationen im Jahr 2016. Knapp 37.000 der Patienten waren dabei jünger als 60 Jahre. "Diese Patienten leiden oft an angeborenen Gelenkfehlstellungen, Durchblutungsstörungen, haben Unfallverletzungen erlitten oder eine rheumatische Erkrankung, die den Gelenkknorpel ihres Hüftgelenks zerstört hat", erläutert Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE.

Gerade künstliche Hüften für Jüngere sollten möglichst lange den Anforderungen des Alltags standhalten. Doch nach wie vor existiert kein Material, das an die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit des natürlichen Gelenks heranreicht. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Hüftgelenksprothesen durchschnittlich mehr als 15 Jahre, mitunter auch 25 Jahre halten.

"Wir tun deshalb alles für eine lange Standzeit der ersten Prothese", sagt Professor Heller, der Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig ist. Besonders schonend sei hier ein minimalinvasiver Eingriff: Die Muskulatur wird dabei nicht vom Knochen abgelöst, sondern komplett geschont. Möglich machen dies moderne Lagerungstechniken und Instrumentarien. Dadurch sei das Operationstrauma geringer und die Rehabilitation gehe schneller vonstatten. Lediglich die Narbe des maximal zwölf Zentimeter langen Hautschnitts bleibt. Diese Methode erfordere jedoch viel Erfahrung von Seiten des Operateurs. Patienten sollten sich vorher entsprechend erkundigen.

Eine Kurzschaftprothese helfe, wertvolle Knochensubstanz im Oberschenkelknochen zu "sparen": "Für das im Vergleich zum Normalschaft zierliche Implantat müssen wir bei der Implantation weniger Knochen entfernen. Dadurch haben wir bei einem eventuellen späteren Wechseleingriff mehr Knochen zur Verankerung der Nachfolgerprothese zur Verfügung", erläutert Heller. Kurzschaftprothesen seien vor allem in Deutschland beliebt. Sie würden jedoch erst seit rund zehn Jahren eingesetzt. Da Langzeitergebnisse bislang fehlen, vertrauen derzeit noch viele Operateure auf die seit Jahrzehnten bewährten, aber etwas längeren Geradschaftprothesen.

Da jüngere Patienten im Schnitt aktiver als ältere Patienten sind, ist Materialverschleiß schneller möglich. Aus diesem Grund sind die Themen Prothesenverschleiß und Abrieb hier zentral, da Abriebpartikel zu Prothesenlockerungen führen können. "Wir empfehlen deshalb bei jüngeren Patienten für Hüftkopf und Pfanne die Paarungen Keramik-Keramik sowie moderner abriebreduzierter Kunststoff (ultrahochvernetztes Polyethylen (HXPE)) mit Keramik, da sie am wenigsten Verschleißpartikel erzeugen", so Heller.

Mit einem künstlichen Hüftgelenk ist ein normaler aktiver Alltag sowie das moderate Ausüben von Sportarten wie Skifahren, Laufen, Schwimmen, Golfen, Radfahren, Wandern und Nordic Walking wieder möglich. Doch der Belastungsfähigkeit und Lebensdauer einer Prothese sind – trotz deutlicher Verbesserungen gegenüber früheren Prothesen – Grenzen gesetzt. "Es ist uns wichtig, dass unsere Patienten verstehen, wo die Grenzen eines künstlichen Gelenks sind", betont auch Professor Dr. med. Henning Windhagen, Präsident der AE und Direktor der Orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im DIAKOVERE Annastift. Sei man sich unsicher, was sportlich erlaubt sei, solle man besser vorher seinen Orthopäden fragen.

Quelle: Pressemeldung der AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik vom 24. November 2017Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Endoprothetik
    Zahlen und Fakten zur Bedeutung des Gelenkersatzes in Deutschland 2025

    Die Gelenkersatzoperation ist eine der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe der letzten Jahrzehnte. Sie ist eine kausale Behandlung schwerer Gelenkbeschwerden und ermöglicht Patient:innen wieder Mobilität und weitgehende Schmerzfreiheit.

    Artikel06.11.2025

    Mehr lesen
  • Neue EPRD-Zahlen
    Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft: Neben Fallzahlen immer auch die Ergebnisqualität berücksichtigen

    Die aktuellen Datenauswertungen des Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) zeigen, dass die Qualität der endoprothetischen Versorgung nicht ausschließlich durch hohe Fallzahlen begründet ist. Das EPRD kommt in seinem neuen Jahresbericht 2025 zu dem Schluss, dass neben der Fallzahl auch eine systematische Überwachung der Ergebnisqualität wichtig sei.

    Artikel04.11.2025

    Mehr lesen
  • Gelenkersatz
    DKOU-Kongress und neue EPRD-Zahlen - BVMed: „Gelenkersatz-OP hat in Deutschland ein hohes Niveau“

    Der BVMed weist zum DKOU-Kongress auf die große Bedeutung des künstlichen Gelenkersatzes für Gesundheitsversorgung, Mobilität und Schmerzfreiheit hin. „Die Endoprothetik, also die Gelenkersatz-Operation, ist eine der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe der letzten Jahrzehnte“, so BVMed-Vorstand Marc Michel.

    Pressemeldung29.10.2025

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • 13.01.2026
    BVMed Data Talk: Patente in der Medizintechnik und China auf dem Weg zur Weltmacht

    "Innovationen in der Medizintechnikbranche" ist eine oft befundende oder geforderte Aussage. Erstmalig machen wir uns auf den Weg, diese Innovationen der Branche auch mit Evidenz zu unterlegen. Die BVMed Institut-Studie zu den Patentanmeldungen der Branche im Zeitraum von 2012 bis 2022 soll aufzeigen, welche Innovationskraft Medizintechnik in Deutschland hat und wo sich noch Potenziale verbergen.

    GesprächsforumDigital
    13.01.2026 13:00 - 14:00 Uhr
    Veranstalter: Institut
    Schwerpunkt: Sonstiges

    Zur Veranstaltung: BVMed-Institut Data Talk
  • Recht
    BVMed Legal Lunch: Modernisierung des Produkthaftungsrechts: Überblick für MedTech-Unternehmen

    Der Referentenentwurf des Gesetzes zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts vom 11.09.2025 sieht eine vollständige Neufassung des bisherigen Produkthaftungsgesetzes (ProdHaftG) vor. Wir geben einen kompakten Überblick über die bevorstehende Gesetzesänderung und erläutern praxisnah, welche organisatorischen Maßnahmen nun erforderlich sind, um künftig Haftungsrisiken erfolgreich zu minimieren.

    GesprächsforumDigital
    29.01.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch
  • Recht
    BVMed Legal Lunch: Medfluencer, Social Media & MedTech: Chancen nutzen, Risiken kennen

    Medfluencer sind die Influencer des Gesundheitswesens, oftmals sind sie selbst Ärzt:innen bzw. kommen aus der Gesundheitsbranche: Sie klären auf, erklären komplexe Zusammenhänge in Social Media – und prägen damit die Meinung von Patientinnen und Patienten oft stärker als klassische Werbung. Doch was bedeutet das für MedTech-Unternehmen, die mit solchen Expert:innen zusammenarbeiten möchten?

    GesprächsforumDigital
    24.02.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen