Wundauflagen

Neue Meta-Analyse klinischer Studien bekräftigt die Evidenz von Silber-Wundauflagen

Wundversorgung

Eine neue Meta-Analyse klinischer Studien von einem Autorenteam um Prof. Dr. Joachim Dissemond von der Uniklinik Essen und Dr. Karl-Christian Münter von der Gemeinschaftspraxis Bramfeld bekräftigt die Evidenz von Silber-Wundauflagen in der Wundversorgung. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hin. Silber wird in der medizinischen Therapie aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung seit langem angewendet. Die Meta-Analyse zeigt, dass die Anwendung von Silber in der Wundtherapie neben der antimikrobiellen Wirkung auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit führt, so die Autoren.

„Die Meta-Analyse zeigt, dass die Evidenzlage für Silber in der Wundbehandlung deutlich besser ist als in der derzeitigen wissenschaftlichen Diskussion wahrgenommen wird“, so die Autorengruppe bestehend aus Prof. Dr. Joachim Dissemond, Dr. Karl-Christian Münter und der Projektgruppe „Best Practice Silber“ des BVMed. So ist der Einsatz von Silber zur Behandlung von akuten Wunden, beispielsweise bei Verbrennungen, sowie chronischen Wunden mit lokalen Infektionszeichen sicher, wirksam und effizient.

Für ihre Studie „Evidenz von Silber in der Wundbehandlung – Metaanalyse der klinischen Studien von 2000-2015“, die im Mai 2017 im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG) veröffentlicht wurde, wertete die sechsköpfige Expertengruppe publizierte klinische Studien zu Silber in der Wundbehandlung aus. Insgesamt wurden 851 wissenschaftliche Artikel identifiziert, von denen 173 Artikel in die Studie eingeschlossen und kategorisiert werden konnten.

„Bei einem gezielten und zeitlich begrenzten Einsatz ergeben sich neben den antimikrobiellen Effekten auch Hinweise auf eine Verbesserung der Lebensqualität bei einer insgesamt guten Kosteneffektivität“, erläutert Prof. Dr. Joachim Dissemond die Ergebnisse.

Dr. Christian Münter ergänzt: „Bei einer kritischen Kolonisation oder lokalen Infektion von Wunden sollten antimikrobielle, silberhaltige Verbände Teil der medizinischen Therapie sein. Schon vergangene Studien haben immer wieder eine vielfältige Wirksamkeit von Silber belegt. In der Praxis und in Richtlinien wurden diese Effekte teilweise nicht ausreichend berücksichtigt. Wie diese Meta-Analyse nun wissenschaftlich bestätigt, ist der therapeutische Nutzen von Silber in der Wundbehandlung bei angemessener Anwendung in der Praxis unverzichtbar.“

Zur Studie
Joachim Dissemond, Johannes Georg Böttrich, Horst Braunwarth, Jörg Hilt, Patricia Wilken, Karl-Christian Münter, Evidence for silver in wound care – meta-analysis of clinical studies from 2000–2015, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG), Volume 15, Issue 5, pages 524-536, May 2017, DOI: 10.1111/ddg.13233_g
http://onlinelibrary.wiley.com/wol1/doi/10.1111/ddg.13233_g/full
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed zur EDIR-Anhörung: „Implantateregister jetzt zügig umsetzen“

    Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, setzt sich für eine zügige Umsetzung des Deutschen Implantateregisters ein. „Die jetzt im Gesetz vorgenommene Fokussierung auf die Qualitätssicherung der Implantate und die medizinische Versorgung mit Implantaten in den verantwortlichen Gesundheitseinrichtungen ist der richtige Weg, um die Qualität der Patientenversorgung und die Patientensicherheit zu erhöhen”, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll zur heutigen Anhörung des Gesetzes zur Errichtung des Deutschen Implantateregisters (EDIR) im Bundestag. Weiterlesen

  • "MedTech-Mittelstand benötigt verlässliche und pragmatische Unterstützung bei der Umsetzung der MDR"

    Der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan hat von der deutschen Gesundheitspolitik "eine verlässliche und pragmatische Unterstützung der überwiegend kleinen und mittelständischen Medizinprodukte-Unternehmen bei der Umsetzung der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR)" eingefordert. Denn die derzeitige Nichtumsetzbarkeit der MDR, die bereits ab Mai 2020 gelte, werde ansonsten "schmerzhafte Auswirkungen auf die mittelständische Struktur der MedTech-Branche haben und Defizite bei der Patientenversorgung mit Medizinprodukten auslösen", sagte Lugan im Panel "Gesundheitspolitik der GroKo – das Urteil der Leistungserbringer" auf dem Hauptstadtkongress Medizin & Gesundheit in Berlin. Weiterlesen

  • GSAV: In der Wundversorgung droht eine Versorgungslücke

    In der Wundversorgung droht durch die geplante Verbandmittel-Definition im Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) eine Versorgungslücke. Davor warnt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. In Deutschland sind mehr als 2,7 Millionen Menschen auf eine Versorgung mit bislang erstattungsfähigen Verbandmitteln angewiesen. Davon leiden rund 900.000 Menschen an chronischen Wunden. Nun sollen Verbandmittel, die pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungsweisen haben und sich in der Praxis bewährt haben, aus der Erstattung fallen. "Die in der Praxis bewährte Verbandmittel-Definition darf nicht eingeschränkt werden", fordert der BVMed. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik