Wundversorgung

BVMed zum Deutschen Ärztetag: „Spezialisierung auf Erkrankungen der Venen ist wichtig“

Für Beibehaltung der Zusatzbezeichnung „Phlebologie“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, spricht sich für die Beibehaltung der Zusatz-Weiterbildung von Ärzten in Phlebologie aus. Hintergrund ist, dass der Deutsche Ärztetag in dieser Woche über die Abschaffung der Zusatzbezeichnung „Phlebologie“ entscheidet. Die BVMed-Experten halten die Spezialisierung auf Erkrankungen der Venen für dringend erforderlich.

"Diese auf Erkrankungen des Venensystems ausgerichtete Zusatzausbildung bietet Patienten eine hochqualifizierte Behandlung mehrerer weit verbreiteter Leiden", so die BVMed-Wundversorgungsexpertin Daniela Piossek. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie sind rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland von einem Venenleiden betroffen, von Krampfadern bis zu Thrombosen. Auf diese Erkrankungen spezialisierte Ärzte würden für eine rasche und qualifizierte Behandlung der Betroffenen sorgen, so der BVMed. Dies umfasse auch die Kenntnis und den Einsatz moderner Verbandmaterialien für diesen Bereich, beispielsweise zur Kompression oder zum Abdecken chronischer Wunden.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, Prof. Dr. Markus Stücker, hat in einem Schreiben an die Delegierten des Deutschen Ärztetages vor der Abschaffung der Zusatz-Weiterbildung gewarnt. Schon jetzt müssten Patienten lange auf einen Termin bei einem Gefäßspezialisten warten. "Es gibt einfach zu wenige Fachärzte für die schnell wachsende Zahl von Gefäßerkrankungen. Dieser Notstand wird in Zukunft dramatisch verstärkt", so Stücker. "Dies wird die Behandlung von Patienten mit Krampfadern, Thrombosen, offenen Beinen oder Lymphödem verschlechtern", so der Experte weiter. Die Zusatz-Weiterbildung Phlebologie sei interdisziplinär und daher auch nicht vollständig in anderen Fächern enthalten.
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