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Branchenbündnis mittelständischer Industrieunternehmen warnt vor Zusammenbruch der industriellen Wertschöpfung in Deutschland

Die dramatisch hohen Energiepreise können zu einem Zusammenbruch der Industrie in Deutschland führen. Vielen mittelständischen Industrieunternehmen in Deutschland droht das Aus mit irreversiblen Folgen für die Wertschöpfungs- und Lieferketten. Das zeigen beispielhafte Hochrechnungen, die acht mittelständische Industriebranchen mit rund 10.000 Unternehmen und rund einer Million Beschäftigten im Bündnis Faire Energiewende (BfE) zusammengetragen haben. Für das Bündnis kommt Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie, zu dem Schluss: „Ob warme Arbeitsbekleidung für den kommenden Winter, Keramik für Öfen, WCs oder Badewannen am Bau, wichtige Bauteile für Elektroautos, Maschinen oder Windkraftanlagen, Kunststoffverpackungen oder Autoreifen, Stahl- und Metallteile für Züge oder Turbinen, die deutsche Wirtschaft läuft Gefahr, Hundertausende Produkte aus Kostengründen nicht mehr in Deutschland herstellen zu können.“ Nach Hochrechnungen aus Mitgliedsunternehmen der im BfE zusammengeschlossenen Branchen bedeutet allein die Gasumlage eine Mehrbelastung der Unternehmen von bis zu 20.000 Euro pro Arbeitsplatz. Das bringt das Fass zum Überlaufen, nachdem sich die Preise am Gasmarkt bereits verzehnfacht haben und auch die Strompreise weiter explodieren.

Uwe Mazura: „Nach der Ankündigung der Mehrwertsteuersenkung auf Gas für die Verbraucherinnen und Verbraucher muss es jetzt auch tatsächlich wirksame Unterstützungsprogramme für die mittelständische Industrie in Deutschland geben. Wenn Unternehmen aus der Praxis berichten, dass ihre Gaspreise von einigen Hunderttausend Euro auf mehrere Millionen Euro hochschießen, sind Kompensationszahlen von wenigen Tausend Euro nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Unternehmen stehen im internationalen Wettbewerb, viele Zusatzbelastungen auf Energie zahlen die Unternehmen nur in Deutschland. Die Preisschocks für Energie lassen sich in diesem exorbitanten Umfang nicht mehr auf die Preise umlegen.“

Das mittelständische Industriebündnis BfE fordert die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien im Bundestag deshalb auf, sicherzustellen, dass der gesamte produzierende Mittelstand an den Energiekostendämpfungsprogrammen teilhaben kann. Daneben braucht es für energieintensive Unternehmen individuelle und unbürokratische Entlastungsmöglichkeiten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Außerdem muss das produzierende Gewerbe temporär aus der nationalen CO2- Bepreisung herausgenommen werden. Uwe Mazura: „Wer jetzt noch davon redet, dass hohe Preise ein notwendiger Anreiz fürs Energiesparen sind, hat die ganze Dramatik noch nicht verstanden. Die Unternehmen sparen schon aus purer Not, ausreichend bezahlbare Alternativen aus regenerativen Energien sind noch nicht auf dem Markt. Wenn die Hersteller ihre Energierechnungen gar nicht mehr bezahlen können, gehen die Lichter ganz aus und zwar flächendeckend. Die mittelständische Industrie ist dann im freien Fall, um es angesichts der nackten Zahlen aus den Unternehmen ganz klar zu sagen!“

Zum „Bündnis faire Energiewende“ zählen:
  • Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie BDG
  • Bundesverband Keramische Industrie e. V.
  • Bundesverband der Energieabnehmer e. V.
  • Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V.
  • Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V.
  • wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V.
  • WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e. V.
  • Deutsche Feuerfest-Industrie e. V.
  • Industrieverband Feuerverzinken e. V.

Die Verbände im „Bündnis faire Energiewende“ vertreten branchenübergreifend mehr als 10 000 deutsche Unternehmen mit ca. einer Million Beschäftigten und etwa 200 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Der Querschnittsverband Bundesverband der Energieabnehmer vertritt zudem etwa 4 500 Unternehmen aus allen Branchen.

Das Bündnis faire Energiewende ist unter der Registernummer R001663 im Lobbyregister des Deutschen Bundestages eingetragen.

Warum die mittelständische Industrie faire Energiepreise braucht, erfahren Sie auf faire-energiewende.de

Quelle: Pressemeldung textil+mode vom 19. August 2022
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