Herniennetze

Herniamed – Das unabhängige Register für die moderne Leistenbruch-Behandlung mit Netzimplantaten

Die Hernienchirurgie ist von großer gesellschaftlicher Relevanz. Jedes Jahr werden 350.000 Menschen in Deutschland an Eingeweidebrüchen operiert – Tendenz steigend. Unbehandelt kann ein Eingeweidebruch im schlimmsten Fall tödlich enden.

  • Die Hernienchirurgie ist vielfältig und anspruchsvoll. Zu hohe Rezidivraten und hohe chronische Schmerzraten bei Leistenbruch-Patienten zeigen, dass der Qualitätssicherung in diesem Bereich eine hohe Bedeutung zukommen muss.
  • Das Herniamed-Register für die moderne Leistenbruch-Behandlung mit Netzimplantaten trägt erheblich zur Qualitätssicherung in der Hernienchirurgie bei. Es dient als „Frühwarnsystem“ bei Versorgungsproblemen und sorgt für eine kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität – sowohl bei den chirurgischen Methoden, als auch bei den eingesetzten Medizinprodukten.
  • Herniamed ist das einzige Register, das auch die Patientenzufriedenheit und die Nachsorge über die Hausärzte erfasst.
  • Durch die Erkenntnisse aus Herniamed kann die chirurgische Weiterbildung verbessert werden.
  • Die aus Herniamed entstehenden wissenschaftlichen Publikationen sind eine Grundlage der neuen weltweiten Guidelines in der Hernienchirurgie.
  • Die Teilnahme an Herniamed ist freiwillig, aber seit 2013 eine Voraussetzung für eine Zertifizierung als Hernienzentrum. Diese Entscheidung der Fachgesellschaft ermöglicht den Patienten eine qualitätsgesicherte Auswahl ihres Behandlungszentrums.



Zum Krankheitsbild:
  • Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 350.000 Operationen aufgrund von Eingeweidebrüchen (auch: Weichteilbrüche oder Hernien) durchgeführt.
  • Leistenbrüche werden häufig durch schwaches Bindegewebe in der Bauchregion begünstigt. Nach gängiger Vorstellung müssten überwiegend Frauen von den so genannten Hernien betroffen sein. Doch in Wirklichkeit entfallen 90 Prozent aller Leistenbrüche auf Männer.
  • Was viele nicht wissen: Unbehandelt kann der Leistenbruch lebensgefährlich werden und sollte deshalb immer operiert werden.



Zur Hernienchirurgie:
  • Mit Herniennetzen lässt sich die Bruchstelle dauerhaft und sicher verschließen. Die Patienten sind dank der Hightech-Netze schon nach kurzer Zeit wieder mobil und leiden nicht unter Spannungsschmerzen, wie sie mit herkömmlichen Nahtverfahren einhergehen können.
  • Obwohl Eingeweidebrüche nach allgemeinem Verständnis zu den Routineeingriffen in der Chirurgie zählen, ist die Rückfallquote (Rezidivrate) mit 12 bis 15 Prozent relativ hoch.
  • Zudem entwickeln sich insbesondere nach Leistenbruchoperationen im Schnitt bei über 10 Prozent der Patienten chronische Schmerzen im Operationsbereich, die die Lebensqualität der Betroffenen unter Umständen dramatisch einschränken.
  • Bei Bauchwandhernien und Narbenhernien ist die präventive Implantation eines Netzes eine gute Behandlungsoption.



Zu Herniamed:
  • Um die Ergebnisse und die Qualität der Hernienchirurgie zu verbessern, wurde im Jahr 2009 die gemeinnützige Gesellschaft Herniamed gegründet. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Netzwerk von besonders an der Hernienchirurgie interessierten Chirurgen. Das Register wird von den relevanten wissenschaftlichen Fachgesellschaften unterstützt.
  • Kernpunkt des Herniamed-Projekts ist eine internetbasierte Qualitätssicherungsstudie, in die alle Kliniken und niedergelassenen Chirurgen ihre durchgeführten Hernienoperationen nach fundiertem wissenschaftlichem Standard eingeben können.
  • Das internetbasierte Qualitätssicherungsprogramm für die gesamte Hernienchirurgie soll die Qualität der Patientenversorgung verbessern und valide Daten für die Versorgungsforschung liefern.
  • Über das Internet können alle relevanten Patientendaten anonymisiert in die Datenbank der Studie eingegeben werden (Komorbiditäten, Voroperationen, Befundklassifikation, Operationstechnik, verwendete Medizinprodukte, perioperative Komplikationen und Follow-up-Daten), so dass die Datenschutzbestimmungen gewahrt sind.
  • Die Teilnehmer können ihre jeweiligen Daten jederzeit in Form einer Auswertungsstatistik abfragen. Dabei können auch Subgruppen analysiert werden. Einträge bei Herniamed ersetzen durchaus auch industriegesponserte Studien.
  • Die sektorübergreifende Qualitätssicherungsstudie bezieht sich auf Leistenhernien, Nabelhernien, Narbenhernien, epigastrische Hernien, parastomale Hernien und Hiatushernien.
  • Die Online-Qualitätssicherungsstudie Herniamed erfüllt die höchsten Sicherheitskriterien des Datenschutzes.
  • Die Ergebnisse der Behandlungen werden bis zu zehn Jahre nachverfolgt, um später auftretende Probleme sicher zu erkennen. Auf der Basis dieser Ergebnisse können die Experten dann die besten Therapieoptionen für die Patienten erarbeiten.
  • Damit die Ergebnisse der Qualitätssicherungsstudie allen frei zugänglich gemacht und weitere wissenschaftliche Ergebnisse publiziert werden können, wurde das Online-Journal Herniamed gegründet.
  • Um Patienten, Angehörige und sonstige Interessierte möglichst umfänglich über das Thema Eingeweidebrüche zu informieren, wurden eine Patienteninformationsseite sowie ein Lexikon mit entsprechenden Begriffserläuterungen auf der Webseite www.herniamed.de integriert.



Zahlen & Fakten
  • Start des Registerprojekts im September 2009
  • bis heute knapp 400.000 Datensätze
  • 500 beteiligte Kliniken und 100 Schwerpunktpraxen
  • 200 verschiedene Medizinprodukte (v. a. Netzimplantate)
  • bislang 20 wissenschaftliche Publikationen
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed befürwortet Implantateregister

    Der BVMed befürwortet das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, ein zentrales gesetzliches Implantateregister einzuführen, um die Qualität der Patientenversorgung flächendeckend zu stärken. "Die BVMed-Unternehmen unterstützen seit einigen Jahren Versorgungsregister aktiv. Ein gutes Beispiel ist hier das Deutsche Endoprothesenregister (EPRD)", sagte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Weiterlesen

  • Studie: Telemedizin rettet Leben von Herzpatienten

    Die "Fontane-Studie" der Charité Berlin hat erstmals nachgewiesen, dass die telemedizinische Mitbetreuung das Leben von Herzpatienten verlängern kann. Zudem ist die Telemedizin gleichermaßen für Patienten im ländlichen Raum und in Metropolregionen geeignet. Die fünfjährige Studie, an der mehr als 1.500 Patienten aus Berlin und Nordbrandenburg teilgenommen haben, wurde von verschiedenen Partnern aus Politik, Industrie, Forschung und zwei Krankenkassen unterstützt. Weiterlesen

  • Überalterung der Gesellschaft, Anstieg der chronischen Erkrankungen: Eine Vielzahl von Her­ausforderungen setzt das Gesundheitssystem unter Druck. "Value Based Healthcare: der nächste Schritt in der Versorgung" lautete deshalb der Titel einer Podi­umsdiskussion auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit Anfang Juni in Berlin. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik