Herz

Implantierbarer Defibrillator (ICD) gegen der plötzlichen Herztod

Kammerflimmern – die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen – kann für die Betroffenen tödliche Folgen haben. So ist die Erkrankung unter anderem Auslöser für den Plötzlichen Herztod, an dem allein in Deutschland jährlich 100.000 Menschen sterben. Schützen kann die Implantation eines Defibrillators: Das kleine Gerät im Brustkorb des Patienten hält das Herz mithilfe von elektronischen Impulsen im Takt – und ermöglicht Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben.

Weltweit leiden rund 5,5 Millionen Menschen an Kammerflimmern. Der gestörte Herzrhythmus in den Vorhöfen bedingt, dass die Pumpleistung des Herzens um bis zu 30 Prozent verringert ist und ungeordnete Kontraktionen des Herzens entstehen. Für die Betroffenen bedeutet die Erkrankung ein Leben in permanenter Angst. So erhöht das Kammerflimmern das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das Fünffache. Die Rhythmusstörungen können zudem ein plötzliches Herzversagen auslösen, das zum Tod oder zu einer lebenslangen Schädigung des Gehirns führen kann.

Das Herz im Takt halten
Die moderne Medizintechnologie gibt dem Herzen seinen Rhythmus zurück: Ein implantierbarer Defibrillator (ICD) überwacht mithilfe eines elektrischen Schaltkreises Tag und Nacht die Herztätigkeit des Patienten und gibt – sobald eine gefährliche Rhythmusstörung erkannt wird – einen Stromimpuls ab, der den regelmäßigen Herzschlag wieder herstellt. Schon kurze Zeit nach der Implantation können die Patienten in der Regel wieder ihrem Beruf nachgehen und ihren Lebensalltag problemlos bewältigen. Die ICDs bieten den Betroffenen zuverlässige Sicherheit: Sie schließen die Gefahr, an einer Herzrhythmusstörung zu sterben, nahezu aus.

Ein aktives Leben ermöglichen
Der Erfolg spricht für die Technik: Weltweit werden pro Jahr über 70.000 Defibrillatoren implantiert. Allein in Deutschland ermöglichen die ICD-Geräte annähernd 35.000 Menschen die Rückkehr in ein aktives Leben. Die Defibrillatoren könnten zudem noch mehr Menschen helfen: So erkranken jedes Jahr 30.000 neue Patienten an Herzschwäche in Folge eines Infarkts – der konsequente Einsatz von ICDs würde die Sterbewahrscheinlichkeit deutlich reduzieren. Aus Kostengründen erhält derzeit jedoch nur ein Bruchteil der Betroffenen ein Implantat.

Unser Informationsfilm zum Thema: Kardio: "Schrittmacher Medizintechnologie"

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