Landespolitik

NRW – Ein erfahrener Rückkehrer ans Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales

Ein prominenter Gesundheitspolitiker kehrt zurück nach Nordrhein-Westfalen: Karl-Josef Laumann steht seit dem 30. Juni wieder an der Spitze des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Nach mehr als drei Jahren als Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung kehrt Laumann damit in ein Amt zurück, das er bereits von 2005 bis 2010 innehatte. Mit den Ressorts Arbeit, Gesundheit und Soziales sind genau jene Themengebiete abgedeckt, in denen sich der 60-Jährige in den vergangenen Jahren politisch engagiert hat.

Für seine neue Amtszeit hat Karl-Josef Laumann bereits kurz nach Antritt die ersten Schwerpunkte seiner Arbeit verkündet: Die Herausforderungen in der nordrhein-westfälischen Krankenhauslandschaft sollen konsequent angegangen werden, insbesondere durch eine verbesserte Investitionsförderung inklusive eines Sonderförderprogramms. Laumann nennt Strukturveränderungen des stationären Sektors im gleichen Zuge zwingend erforderlich, um Effizienz, Leistungsfähigkeit und Qualität der Krankenhäuser zu steigern. Des Weiteren soll die Einführung einer Landarztquote bei der Vergabe von Medizinstudienplätzen dem drohenden Hausärztemangel in ländlichen Regionen entgegenwirken.

Das Thema Pflege bringt Laumann von der bundes- auf die landespolitische Ebene mit. Er begrüßt die Einrichtung einer Interessensvertretung für Pflegekräfte und hatte sich bereits in seiner Funktion als Pflegebevollmächtigter für die Einführung von Pflegekammern eingesetzt. Besondere Priorität hat für ihn dabei die Verbesserung von Rahmenbedingungen für Pflegebedürftige und Pflegekräfte.

In diesem Zusammenhang sieht Laumann große Chancen durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen, wie er gegenüber RP Online betonte. Der schnellere Austausch von Informationen könne beispielsweise Pflegende und Pflegekräfte entlasten und mehr Zeit für die menschliche Zuwendung schaffen. Die Vorzüge der Digitalisierung müssten ganz konkret bei den Menschen ankommen und dürften nicht zum Abbau von Personal führen, betonte Laumann.

Bei diesen Themen möchte Laumann seine Arbeit aber nicht nur auf die Landesebene beschränken. Ein Mitgestalten auf Bundesebene im Gesundheits- und Sozialbereich ist für ein Bundesland wie Nordrhein-Westfalen aus seiner Sicht unerlässlich.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Hauptstadt-Lunch mit Bund und Ländern – “Medizintechnik zum Anfassen“

    Die Welt der Medizintechnik ist groß. Allein in Europa gibt es schätzungsweise über 400.000 verschiedene Medizinprodukte, von Nähmaterial über Messgeräte bis zu Implantaten oder Prothesen. Für die Patienten haben innovative Medizinprodukte eine besondere Bedeutung, da sie beispielsweise den Genesungsprozess und die Rehabilitation beschleunigen, die Arbeitsfähigkeit und Mobilität wiederherstellen und somit die Lebensqualität deutlich steigern. Doch was genau zeichnet die MedTech-Branche für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft in den einzelnen Bundesländern aus? Weiterlesen

  • Digitalisierung hautnah erLeben: Initiative mit Staatsminister Schenk in der ACQUA Klinik

    Gemeinsam mit Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk besuchte die Initiative "Fortschritt erLeben – Patientenversorgung vor Ort" am 8. August die ACQUA Klinik in Leipzig. Bei einer Führung stellte der Chefarzt, Gründer und Geschäftsführer Prof. Dr. Gero Strauß eine Reihe an digitalen Innovationen vor. Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmer mit Staatsminister Schenk über die Möglichkeiten der Qualitätssteigerung in der Versorgung, die Digitalisierung im Gesundheitswesen und die aktuellen Herausforderungen der MedTech-Branche aus. Weiterlesen

  • Politischer Austausch über das (digitale) Gesundheitssystem von morgen

    Gleich zwei politische Gespräche führte die Initiative „Fortschritt erLeben – Patientenversorgung vor Ort“ am 26. Juni 2019 nach Sachsen. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Barbara Klepsch besuchten einige Mitglieder das im Herbst 2018 eröffnete Dialysatorenwerk von B. Braun Melsungen in Wilsdruff und hatten dabei die Gelegenheit, einen Blick hinter die Fertigung von Dialysatoren, des Herzens der Dialyse zu werfen. Am Nachmittag empfing Oliver Wehner, Abgeordneter des Sächsischen Landtags und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, die Initiative in Dresden. Die Attraktivität des Standortes Sachsen für die medizintechnologische Gesundheitswirtschaft und die Vorreiterstellung des Freistaates in der Digitalisierung des Gesundheitswesens spielten in beiden Gesprächen eine zentrale Rolle. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik