MedTech-Trends

Smarte Textilien für die Medizin

Textilintegrierte versus textilbasierte Systeme


Für smarte Textilien gibt es keine feststehende Definition. Am weitesten verbreitet ist der Bezug auf Textilien mit intelligenten Funktionen durch die Integration elektronischer und sensorischer Funktionen. Die Textilien können auf bestimmte Umwelteinflüsse reagieren, beziehungsweise mit dem Träger interagieren, Signale detektieren und spezifische Aufgaben erfüllen.

In der Herstellung unterscheidet man zwischen textilintegrierten und textilbasierten Lösungen. Bei der textilintegrierten Lösung werden Bauteile wie MEMS (Mikro-elektronische-mechanische Systeme), Leiterplatten oder Sensoren auf Textilien aufgebracht. Dies kann mit verschiedenen Verbindungstechnologien erfolgen wie dem Sticken, Crimpen oder Löten.

Die Basis für textilbasierte Lösungen bilden Fasern oder textile Flächengebilde, die selbst über elektrisch leitfähige oder sensorische Eigenschaften verfügen. Hierfür werden spezielle Polymere und Beschichtungen eingesetzt. Auf den textilen Strukturen basiert der Aufbau von textilen Sensoren, hochflexiblen Stimulationselektrodensystemen, Aktuatoren, selbstleuchtenden Textilien oder speziellen Heizsystemen.

Für beide Ansätze gilt nach wie vor, dass noch vielfältige technologische Herausforderungen zu lösen sind. Dazu zählen u. a. automatisierte Fertigungsverfahren, Reproduzierbarkeit, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Produkte. Ein weiterer Baustein ist die mobile Energieversorgung, wenn es sich um „getragene“ Produkte handelt, die nicht an den Stromkreislauf angeschlossen werden können.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed-Mittelstandsforum: Ressourcendefizite bei den MDR-Prozessen | MdB Claudia Müller für Verlängerung der MDR-Übergangsfristen

    Die Personal- und Ressourcenengpässe bei den notwendigen Zertifizierungsprozessen für die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) standen neben Forschungs-Förderprogrammen im Fokus des BVMed-Mittelstandsforums „Die Förderung des MedTech-Mittelstands“ am 14. September 2021. BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll warnte davor, dass bis zu 30 Prozent der Medizinprodukte in den nächsten Jahren vom Markt zu verschwinden drohen, wenn keine Lösungen insbesondere für Bestands- und Nischenprodukte gefunden werden. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Müller schlug als politischer Gast des Mittelstandsforums Nachbesserungen beim regulatorischen Rahmen vor: „Der erste Schritt muss die Verlängerung von Übergangsfristen sein. Wir müssen nach der Bundestagswahl den Druck auf die Europäische Kommission aufrecht halten und weitere europäische Partner dafür gewinnen“, so die Mittelstandsbeauftrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Weiterlesen

  • Förderprogramme auf Bundesebene

    Für das Inverkehrbringen von Medizinprodukten muss eine Vielzahl von regulatorischen Anforderungen erfüllt sein. Vor allem kleine und mittelständische Hersteller von Medizinprodukten (KMU) stehen in Bezug auf die unter der neuen europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) erhöhten regulatorischen Anforderungen vor großen Herausforderungen und bedürfen besonderer Unterstützung in Form von Förderprogrammen. Wir geben eine Übersicht zu Förderprogrammen: Weiterlesen

  • „Horizont Europa“ ist das wichtigste Finanzierungsprogramm der EU für Forschung und Innovation mit einem Budget von 95,5 Mrd. Euro. Es zielt auf die Bekämpfung des Klimawandels, soll zur Verwirklichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen und die Wettbewerbsfähigkeit und das... Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik