Aortenklappenstenose

Langzeitprognose nach TAVI immer besser

Artikel von kardiologie.org vom 09.02.2015

Neue Registerdaten aus Großbritannien werfen ein Licht auf die Langzeitprognose von Hochrisiko-Patienten mit Aortenstenose, bei denen in den letzten Jahren eine kathetergestützte Aortenklappen-Implantation (TAVI) vorgenommen worden ist.

Ebenso wie in Deutschland steigt auch in Großbritannien die Zahl der Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und hohem Operationsrisiko, bei denen eine neue Aortenklappe transvaskulär oder transapikal via Herzkatheter implantiert wird.

Auf der britischen Insel wird seit 2007 jeder einzelne TAVI-Eingriff im „UK-TAVI-Registry“ erfasst und dokumentiert. Eine auf diesem Register basierende Analyse der Entwicklung für den Zeitraum zwischen 2007 und Ende 2012 hat eine Arbeitsgruppe um Peter F. Ludman vom Queen Elisabeth Hospital in Birmingham jetzt im Fachblatt „Circulation“ veröffentlicht. Da nicht wenige Patienten über sechs Jahren und länger nachbeobachtet worden sind, liefert ihre Studie wichtige Erkenntnisse zum Langzeit-Follow-up nach TAVI.

Knapp 4.000 TAVI-Eingriffe erfasst

Lag die Zahl der TAVI-Eingriffe 2007 noch bei 360, hatte sie sich 2012 mit inzwischen 1.271 bereits verdreifacht. Bis zum Ende des Jahres 2012 waren in Großbritannien an 33 Zentren insgesamt 3.980 kathetergestützte Implantationen von Aortenklappen durchgeführt worden. Zum Vergleich: In Deutschland entfielen nach den neuesten Zahlen für das Jahr 2013 von insgesamt rund 20.000 isolierten Aortenklappen-Eingriffen 7.602 auf transfemorale und 2.807 auf transapikale TAVI-Behandlungen.

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In Deutschland werfen Herzchirurgen den Kardiologen vor, angeblich zunehmend mit einer nicht gerechtfertigten Ausweitung der TAVI-Indikation auf Patienten mit mittlerem Operationsrisiko zu liebäugeln. Dieser Vorwurf ließe britische Kardiologen völlig kalt. Wie nämlich die aktuelle Analyse zeigt, ist das Risikoprofil der TAVI-Patienten – gemessen am logistischen EuroSCORE als Maß für das zu erwartende Operationsrisiko – in Großbritannien über die Jahre konstant geblieben. Einzige Veränderung war eine Zunahme von Patienten mit eingeschränkter linksventrikulärer Funktion unter den TAVI-Kandidaten. Diese Zunahme hatte aber keine nennenswerte Veränderung beim EuroSCORE zur Folge, der im Mittel bei knapp 22 Prozent lag und damit gleichbleibend ein hohes Risiko signalisierte.

Follow-up-Dauer von maximal sieben Jahren

Im Hinblick auf die Mortalität konnten die Untersucher auf Daten zurückgreifen, die eine Zeitspanne von 27 Monaten bis maximal sieben Jahre nach der Implantation abdeckten. Ein Jahr nach dem Eingriff lebten demnach noch 81,7 Prozent aller Patienten, nach zwei Jahren waren es 72,8 Prozent, nach fünf Jahren 46,9 Prozent und nach sechs Jahren noch 37,3 Prozent. Dabei zeigte sich ein Trend zur Verbesserung der Überlebensrate bei Patienten mit kürzer zurückliegender TAVI. So lebten von den 2009 behandelten Patienten nach vier Jahren noch 55 Prozent, nach 2011 durchgeführten Behandlungen war diese Rate bereits auf 65 Prozent angestiegen.

Nach im Jahr 2012 vorgenommenen Implantationen waren die 1-, 2- und 3-Jahres-Überlebensraten jeweils höher als bei in allen Vorjahren behandelten Patienten. Die Studienautoren vermuten, dass dieser günstige Trend auch auf eine verbesserte Selektion derjenigen Patienten, die von einer TAVI wirklich profitieren, zurückzuführen ist.

Indiz für gute Haltbarkeit

Bemerkenswert ist aber auch, was in der Analyse von Ludman und seinen Kollegen nicht auftaucht: Berichte über strukturelles Klappenversagen finden sich dort nicht – wohl deshalb, weil solche Komplikationen nicht in nennenswerter Häufigkeit aufgetreten sind. Das scheint einmal mehr für die gute langfristige Haltbarkeit der neuen Katheter-Herzklappen zu sprechen.

Referenzen: Ludman PF, Moat N, de Belder MA et al. Transcatheter aortic valve implantation in the UK: temporal trends, predictors of outcome and 6 year follow up: a report from the UK TAVI registry 2007 to 2012. Circulation. 2015 Jan 30. Doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.114.013947

Quelle: Artikel von kardiologie.org vom 09.02.2015 (Autor: Peter Overbeck)

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