Bewegungsapparat

Künstlicher Gelenkersatz: Endoprothesen sorgen für Beweglichkeit

Unsere Gelenke müssen täglich Höchstleistungen erbringen. Auf dem Kniegelenk lastet zum Beispiel bei jedem einzelnen Schritt das Drei- bis Fünffache des eigenen Körpergewichts. So werden die Gelenke im Laufe eines Lebens stark gefordert. Immer mehr Patienten leiden an Gelenkverschleiß (medizinisch: Arthrose). Sind ihre Schmerzen so stark, dass Medikamente oder Physiotherapien nicht anschlagen, kann die Implantation eines künstlichen Gelenks helfen.

Volksleiden Arthrose
Mehr als jeder zweite Deutsche über 50 Jahre ist von Arthrose betroffen. Die krankhafte alters- oder belastungsbedingte Abnutzung der Knorpelschicht kann an allen Körpergelenken auftreten. In fortgeschrittenem Stadium verursacht sie nicht nur Schmerzen, sondern schränkt die Betroffenen zum Teil erheblich in ihrer Beweglichkeit ein. Ursachen für diesen Gelenkverschleiß sind beispielsweise die Fehl- oder Überbelastung der Gelenke, Gelenkverletzungen, erbliche Faktoren, Stoffwechselerkrankungen oder Übergewicht. Und die Patientenzahl steigt. Immer öfter sind jüngere Menschen betroffen.
Arthrose ist nicht heilbar. Einmal zerstörte Knorpelzellen können nicht wieder von selbst nachwachsen. Wenn konservative Behandlungsmethoden wie Physiotherapien oder Medikamente nicht anschlagen, kann ein Gelenkimplantat gegen die Bewegungseinschränkungen und Schmerzen helfen. Arthrose ist der häufigste Grund für den Einsatz eines Kunstgelenks, in den meisten Fällen sind dabei Hüft- und Kniegelenke betroffen.

Mobilität durch moderne Endoprothetik
Heute gilt die Implantation eines künstlichen Gelenks, einer so genannten Endoprothese, als Routineoperation in Deutschland: Im Jahr 2013 wurden in Deutschland rund 360.000 Menschen mit einem künstlichen Gelenk versorgt, 211.000 mit einem künstlichen Hüft- und 147.000 mit einem künstlichen Kniegelenk.
Die Vorteile für den Patienten durch moderne endoprothetische Modelle sind enorm.
  • IndividuelleVersorgung: Je nach Krankheitsbild, Knochenqualität des Patienten und individueller Beanspruchung werden die für den Patienten am besten geeigneten Implantate und Materialen gewählt.
  • Weniger Schmerzen: Minimal-invasive, knochen-, muskel- und gewebeschonende Operationsverfahren schonen die Patienten und verkürzen den Heilungsprozess, Krankenhausaufenthalte vermindern sich.
  • Schnelle Wiedereingliederung: Patienten können schon bald nach der Implantation wieder in ihren Alltag und ihren Job zurückkehren.
  • Bessere Lebensqualität: Die hochwertigen, modernen Prothesen haben eine lange Standzeit, ermöglichen ein schmerzfreies und mobiles Leben.

Die Erfolgsfaktoren
Gelenkersatzoperationen zählen zu den erfolgreichsten chirurgischen Eingriffen. Der allgemeine Behandlungserfolg ist insgesamt von drei Faktoren abhängig:
  1. Die Ärzte haben einen großen Anteil am Gelingen einer Operation. Ihre Erfahrung und ihr Ausbildungszustand sind entscheidend für erfolgreichen Gelenkersatz. Um eine hohe Qualität zu gewährleisten, müssen die personellen und strukturellen Voraussetzungen für die Operationen vorhanden sein.
  2. Der Patient trägt eine hohe Eigenverantwortung. Trotz schneller Schmerzfreiheit darf die eigene Leistungsfähigkeit mit neuem Gelenk nicht überschätzt werden: Ungeachtet der hohen Qualität handelt es sich um eine künstliche Rekonstruktion, die nicht überbeansprucht werden sollte.
  3. Die Materialqualität ist entscheidend. 95 Prozent der Implantate haben eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren, die Komplikationsrate ist mit unter 2 Prozent sehr gering. Der Verschleiß der Kunstgelenke ist allerdings ein normaler Prozess, nach ca. 15 bis 20 Jahren muss eine Revision vorgenommen werden.
Greifen alle drei Faktoren erfolgreich ineinander, stehen die Chancen sehr gut, dass Patienten trotz Implantat ihre Mobilität bis ins hohe Lebensalter erhalten können. Medizintechnologische Innovationen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

In unserem Magazin "Jede Bewegung unseres Körpers ist ein Wunder" erfahren Sie mehr über den Gelenkersatz.

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