Erstattung Hilfsmittel

Mattheis beim BVMed: "Hilfsmittelversorgung muss verbessert werden"

Die Koalitionsfraktionen wollen gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium "Ende März, Anfang April einen gemeinsamen Aufschlag" für eine gesetzliche Regelung zur Verbesserung der Hilfsmittelversorgung unternehmen. Das kündigte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, auf dem Gesprächskreis Gesundheit des BVMed in Berlin an. Nach dem Eckpunktepapier des Ministeriums sei dies "der nächste Schritt eines gemeinsamen Vorgehens". Oberstes Ziel müsse es sein, Patienten, die auf eine Hilfsmittelversorgung angewiesen sind, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, so Mattheis. Dabei müsse auch diskutiert werden, ob die derzeit bereitgestellten Mittel ausreichend seien, "denn hier geht es um eine ganz konkrete Verbesserung der Lebensqualität der Patienten, beispielsweise in der Inkontinenzversorgung".

Hilfsmittelthemen seien derzeit durch zahlreiche Petitionen und Medienberichte sehr aktuell. Das Thema Ausschreibungen spiele für viele Patienten in der täglichen Versorgung eine Rolle. Als Beispiel nannte die SPD-Gesundheitsexpertin die zu niedrigen Monatspauschalen für aufsaugende Inkontinenzhilfen. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte bereits im Sommer 2015 ein Positionspapier zur Hilfsmittelversorgung vorgelegt und sieht sich in zentralen Punkten mit dem Koalitionspartner und dem Ministerium auf einer Linie. Mattheis nannte als Ziele der SPD hohe Mindeststandards, Transparenz bei den Ausschreibungen und Kontrolle der Ausschreibungsgewinner. Das Hilfsmittelverzeichnis müsse zudem regelmäßig aktualisiert werden. Derzeit werde beispielsweise die Produktgruppe 15 für Inkontinenzhilfen überarbeitet, "das ist richtig gut", so Mattheis. Das Verzeichnis müsse klare Vorgaben zu den Mindeststandards der Dienstleistung geben.

Der BVMed setzt sich dabei für einheitliche bundesweite Vorgaben ein, "damit eine Vergleichbarkeit der Versorgungsqualität hergestellt werden kann", so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt und die BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Die Dienstleistungsqualität müsse dabei ebenfalls festgeschrieben sein. Dazu gehörten beispielsweise Anforderungen an die Qualifikation der Fachkräfte.

Dissenz mit dem Koalitionspartner sieht Mattheis lediglich beim Thema externe Hilfsmittelberater. Diese werden von der SPD abgelehnt. Der BVMed spricht sich ebenfalls gegen externe Hilfsmittelberater aus, die von den Krankenkassen direkt beauftragt werden. Dafür gebe es bereits den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, so BVMed-Expertin Piossek.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed zu neuem Kassenvertrag: "Auswahl des richtigen Dekubitus-Hilfsmittels muss individuell erfolgen"

    Das "Dekubitus Forum" des BVMed hat vor dem Hintergrund der neuen Vertragsveröffentlichung der AOK Nordwest zu Hilfsmitteln gegen Dekubitus darauf hingewiesen, dass die Dekubitusgrade nicht für die Produktzuordnungen genutzt werden dürfen. "Die ausschließliche Orientierung am Dekubitusgrad führt dazu, dass der Patient nicht das von ihm benötigte individuelle Produkt erhält. Der richtige Weg wäre, die Auswahl allein auf der Grundlage der Ergebnisse des Erhebungsbogens und gegebenenfalls auch entsprechend den Hinweisen aus dem Expertenstandard vorzunehmen", so die BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Weiterlesen

  • Koalitionsvertrag: "Gute Ansätze"

    Der BVMed möchte die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vorgesehene Weiterführung des Strategieprozesses Medizintechnik nutzen, um eine "neue Fortschrittskultur in der Weiterentwicklung und Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland durch neue technische Lösungen" zu erreichen. Dafür ist das Zusammenspiel von Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium von großer Bedeutung, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Weiterlesen

  • BVMed: 5 Punkte für die 19. Wahlperiode

    Wir benötigen eine neue Fortschrittskultur, die sich stärker an den Patientenbedürfnissen orientiert. 1. Mehr Transparenz und aktive Beteiligung in der Selbstverwaltung und den Gremien. 2. Hochwertige Versorgung mit Medizinprodukten im Kranken-haus auch sachgerecht vergüten. 3. Ambulante Versorgung mit MedTech-Fortschritt stärken. 4. Effektive Hygienemaßnahmen zur Infektionsvermeidung vergüten. 5. Qualitäts- statt Preiswettbewerb in der Hilfsmittelversorgung. Weiterlesen


©1999 - 2018 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik