Krankenhaus

Krankenhausfinanzierung | BVMed für umfassende DRG-Reform und qualitätsorientierte Vergütungsmodelle

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, spricht sich für eine umfassende Reform der Krankenhausfinanzierung aus. Ein zukünftiges Finanzierungssystem müsse insbesondere qualitätsorientierte Versorgungsprozesse besser berücksichtigen, fordert der deutsche MedTech-Verband in einem Positionspapier zur Bundestagswahl 2021. „Wir benötigen eine Überarbeitung des DRG-Systems, in dem innovative Medizintechnologien und Vorhaltekosten für Medizintechnik sowie qualitätsorientierte Vergütungsmodelle besser abgebildet werden“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed schlägt hierzu die Einsetzung einer DRG-Zukunftskommission unter Beteiligung der MedTech-Branche vor. Das ausführliche BVMed-Positionspapier zur Bundestagswahl 2021 kann unter www.bvmed.de/positionen heruntergeladen werden. Auch das Positionspapier "Zukunftsgerichteten Weiterentwicklung im stationären Gesundheitsmarkt" kann heruntergeladen werden.

Das DRG-System habe zwar dazu beigetragen, Prozesse zu verbessern und Wirtschaftlichkeitsreserven zu heben. Das System gehe jedoch in zunehmendem Maße mit ungewollten Fehlsteuerungsanreizen einher. Deshalb sei eine umfassende Reform unvermeidlich. Die Reform des Krankenhaus-Finanzierungssystems sollte dabei auch Abrechnungsbestimmungen vereinfachen und Vorgaben zur Mengensteuerung abschaffen.

Die Bundesländer sollten Leistungsbereiche und Leistungsgruppen der Krankenhäuser differenziert planen und damit eine bedarfsorientierte Versorgung ohne Fehlsteuerungsanreize gewährleisten. Der BVMed spricht sich zudem für eine stationäre Grundversorgung und die Konzentration auf spezialisierte Leistungen aus, um die Leistungsqualität zu erhöhen und Anreize zu wirtschaftlich begründeten Fallzahlsteigerungen zu vermeiden.

Bei einer Finanzierung der Vorhaltekosten versorgungsrelevanter Krankenhäuser müssten nach Ansicht des BVMed nicht nur die Personalkosten, sondern auch die entsprechenden Kosten für Medizinprodukte, beispielsweise für medizinische Schutzausrüstung und den Infektionsschutz, in ausreichendem Maße berücksichtigt werden.

Um qualitätsorientierte Vergütungsmodelle voranzutreiben, spricht sich der BVMed für die Ausweitung von Qualitätsverträgen im Krankenhaus aus. Sie sollten für alle Indikationen zulässig sein. Bei Verträgen zur besonderen Versorgung nach § 140a SGB V sollte gesetzlich geregelt werden, dass bei nachgewiesener erhöhter Qualität der Versorgung auf den Nachweis der Wirtschaftlichkeit verzichtet werden kann. „Die Qualität der Versorgung muss der primäre Entscheidungsfaktor sein“, so der MedTech-Verband.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 220 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
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