Hilfsmittel

MdB Dr. Roy Kühne beim BVMed-Gesprächskreis Gesundheit | "Hilfsmittel-Leistungserbringer müssen in der COVID-19-Krise unterstützt werden"

"Durch das Herunterfahren der klinischen Versorgungen und die erheblich reduzierte Patientenversorgung in den niedergelassenen Praxen sind die Hilfsmittel-Leistungserbringer erheblich unter Druck geraten", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Berichterstatter seiner Fraktion für den Hilfsmittelbereich, auf dem digitalen "Gesprächskreis Gesundheit" des BVMed am 13. Mai 2020. Er forderte Unterstützungsmaßnahmen für die Hilfsmittel-Leistungserbringer, um die Versorgung der Patienten vor Ort sicherzustellen. Wichtig sei zudem eine klare Ansage, dass planbare Operationen jetzt wieder möglich sind und durchgeführt werden sollten. Kühne wies in der Diskussion mit den BVMed-Unternehmen auch darauf hin, dass die Corona-Krise auch Chancen biete, Prozesse zu optimieren, administrative Hemmnisse abzubauen und die Digitalisierung voranzubringen.

Der CDU-Hilfsmittelexperte hatte Ende April 2020 ein Papier zu den "Herausforderungen der Hilfsmittelbranche in Zeiten der Corona-Krise" vorgelegt. Sein Appell: "Es darf nicht zugelassen werden, dass durch Betriebsschließungen und Entlassungen die ohnehin vom Fachkräftemangel tangierte Branche weiter geschwächt wird. Kurz- und mittelfristige Auswirkungen der anhaltenden Corona-Pandemie könnten zu einem Ausfall der Infrastruktur führen. Dies gilt es zu verhindern." Kühne fordert daher unter anderem einen Schutzschirm für Hilfsmittelerbringer, um die Liquiditätsengpässe aufzufangen. Zudem müssten Bund und Länder die Hilfsmittel-Leistungserbringer als empfangsberechtigte Leistungserbringer für zur Verfügung stehende Persönliche Schutzausrüstung (PSA) benennen. Dr. Roy Kühne auf dem BVMed-Webevent: "Es muss politische Aufgabe sein, die Hilfsmittelbranche in dieser Zeit wirtschaftlich zu unterstützen und damit die flächendeckende Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen."

BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll verwies darauf, dass die Hilfsmittel-Leistungserbringer Patienten ambulant mit Hilfsmitteln sowie den dazugehörigen Dienstleistungen versorgen und damit die ambulante Versorgung von Patienten sicherstellen. "So verhindern sie Hospitalisierungen und gewährleisten eine zügige Entlassung von Patienten." Um die ambulanten Versorgungsstrukturen in der Hilfsmittelversorgung zu erhalten und die Kliniken weiter zu entlasten, unterstützt der BVMed die Forderung von Dr. Kühne, die Hilfsmittelversorger bei der PSA-Distribution zu berücksichtigen. Der BVMed spricht sich zudem für eine "Corona-Pauschale" aus, die durch die Hilfsmittelleistungserbringer beantragt werden kann, um die Finanzierung der Mehrkosten sicherzustellen.

Die Entwicklung bedrohe bereits heute insbesondere die klein- und mittelständischen Strukturen und die Hilfsmittelversorgung vor Ort in Wohnortnähe. Deshalb seien Unterstützungsmaßnahmen der Länder zur Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung vor Ort wichtig, so die Hilfsmittelexperten der BVMed-Unternehmen.
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