Ausschreibungen

"Der qualitativ Beste, nicht der Billigste"

BVMed fordert Umdenken bei Ausschreibungen

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert ein Umdenken bei der Ausschreibungspraxis der Krankenkassen im Hilfsmittelbereich. Die Fokussierung auf den günstigsten Preis habe zu einer Verschlechterung der Versorgung der Patienten mit Hilfsmitteln und zu einer Unterwanderung des Sachleistungsprinzips geführt.

Unterstützung aus anderen Politikbereichen sieht der BVMed in der jüngsten Sitzung der Reformkommission der Bundesregierung zum Vergaberecht. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat Änderungen in der Vergabepraxis mit den Worten angekündigt: "Bauprojekte sollen künftig an den qualitativ Besten vergeben werden – und nicht an den vermeintlich Billigsten. Der Preis allein darf kein Ausschlusskriterium sein" (Pressemeldung des BMVI vom 20. Januar 2015). Diese Klarstellung müsse auch für den sehr viel sensibleren Bereich der Gesundheitsversorgung gelten, so der BVMed.

In puncto Ablehnung der bisherigen Ausschreibungspraxis der Krankenkassen sind sich die Hilfsmittelversorger einig. Das verdeutlicht ein gemeinsames Positionspapier der Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung (IGHV) zu Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich, das unter www.bvmed.de/ighv-ausschreibungen heruntergeladen werden kann.

Die Mitglieder der IGHV (AGOS, BIV-OT, BVMed, DAV, EGROH, Eurocom, f.m.p., rehaVital, RSR, Sanitätshaus Aktuell, SPECTARIS, QVH und ZVOS) lehnen Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich aufgrund der bisherigen Erfahrungen grundsätzlich als ungeeignet ab. Die Hilfsmittelverbände setzen auf Vertragsabschlüsse zwischen den Krankenkassen und den Leistungserbringern. Sie würden die Qualität der Versorgung, das Wahlrecht der Patienten, die Anbietervielfalt sowie eine wirtschaftliche Versorgung gewährleisten und die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • DIHK-Branchenumfrage: Homecare-Unternehmen hoffen auf Digitalisierung

    Von E-Rezept und ePA versprechen sich die Hilfsmittelversorger unter anderem Bürokratieentlastung. Zugleich sieht sich die Branche bei der Digitalisierung noch nicht so recht mitgenommen. Das ergab eine Umfrage der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zur Lage der Sanitätshäuser und Homecare-Unternehmen in Deutschland. Weiterlesen

  • BVMed-Konferenz zu VBHC: MedTech-Industrie als Partner in der Versorgung

    Die Gesundheitsversorgung der Zukunft muss qualitätsorientiert, patientenzentriert und nachhaltig sein. Wie solche Ansätze, die mit dem Schlagwort „Value-based Healthcare (VBHC)“ umschrieben werden, in der Praxis konkret aussehen können, zeigten Experten von Krankenhäusern, Krankenkassen und medizintechnischer Industrie auf der digitalen MedTech-Vertriebskonferenz des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) am 22. September 2020 mit 190 Teilnehmern. „Wir brauchen einen Wettbewerb um die beste Qualität, nicht um den niedrigsten Preis“, fasst BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Konferenzbotschaft zusammen. Weiterlesen

  • ARD-Plusminus zu den Qualitätsproblemen in der Hilfsmittelversorgung

    Das ARD-Magazin Plusminus hat recherchiert, wie bzw. inwiefern die Qualität in der Hilfsmittelversorgung durch das Terminservice- und Informationsgesetz (TSVG) verbessert wurde. In dem Beitrag "Kampf um Hilfsmittel - Neue Regelungen laufen ins Leere" vom 12. August 2020 werden vor allem Krankenkassen wegen ihrer Sparpolitik, die zu Lasten der Versicherten geht, kritisiert. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik