Logistik

BVMed zu Re-/Parallelimporten: „Probleme auch bei Medizinprodukten“ – Beispiel Verbandmittel

Aufgrund jüngster Vorkommnisse im Arzneimittelbereich hat der Gesetzgeber Handlungsbedarf bei der Regelung von Re- und Parallelimporten erkannt und mit dem „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV) entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) macht darauf aufmerksam, dass die Problematik von Re- und Parallelimporten jedoch nicht nur bei Arzneimitteln besteht, sondern auch bei Medizinprodukten wie beispielsweise Verbandmitteln. Wenn Leistungserbringer zunehmend auf Re- und Parallelimporte ausweichen, könnte das negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung und die Patientensicherheit haben. Denn Einhaltung der Lagerungsbedingungen, Lieferkontinuität, Versorgungssicherheit, Beratung und Schulung oder Retouren-Management seien dann nicht mehr gewährleistet.

Für den Erwerb von Produkten der Originalhersteller sprechen für die BVMed-Unternehmen gerade im Bereich der Medizinprodukte mehrere Argumente, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.
  • So verfügen Reimporteure in diesem Bereich über keine Produktkenntnisse.
  • Oft ist auch nur eine beschränkte Produktauswahl verfügbar, obwohl gerade in der Wundversorgung je nach Wundstadien und Begleiterkrankungen vielfältige Produkte zum Einsatz kommen.
  • Reimporteure können auch keine Lieferkontinuität und Versorgungssicherheit garantieren, da die Produkte bei diesen Dienstleistern kurzfristig aus dem Sortiment genommen werden könnten. So kann es dazu kommen, dass Reimporte zwar in der Lauer-Taxe aufgeführt, aber im Markt gar nicht oder nicht in ausreichender Menge verfügbar sind.
  • Das gilt auch für die Sicherstellung der richtigen Lagerung der Produkte. Eine unsachgemäße Lagerung kann direkte Auswirkungen auf die Qualität der Produkte haben.
  • Zudem verfügen die Reimporteure über keinen beratenden, fachlich geschulten Außendienst von Medizinprodukteberatern bzw. Wundmanagern.
  • Forschung, Entwicklung, Produktschulungen oder fachliche Weiterbildungen können nur die Originalhersteller gewährleisten.
  • Reimporteure nehmen auch teilweise Umverpackungen vor. Das bedeutet, dass beispielsweise sich in der Primärverpackung befindliche Wundauflagen aus der Sekundärverpackung entnommen werden und in eine neue Sekundärpackung befüllt werden und Gebrauchsinformationen neu erstellt werden.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed-Richtigstellungen zur Meldung von Vorkommnissen mit Medizinprodukten

    Der BVMed hat im Zusammenhang mit den #ImplantFiles-Berichten den unseriösen und verfälschenden Umgang mit der Anzahl der Vorkommnismeldungen zu Medizinprodukten kritisiert. Die genannte Zahl von 14.000 Vorkommnismeldungen im Jahr 2017 wurde in manchen deutschen Medien unreflektiert zu "14.000 Tote und Verletzte" umgewandelt, obwohl es sich größtenteils um nicht-produktbezogene Ursachen handelt und in Deutschland auch sogenannte Beinahe-Vorkommnisse gemeldet werden, kritisiert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt: "Aus den aktuellen BfArM-Zahlen 2017 geht in Wahrheit hervor, dass es 6 Meldungen von Todesfällen aufgrund von Medizinprodukten gab. Jeder Fall ist einer zu viel. Auch wenn es sich meist um teilweise sehr komplexe und schwere Krankheitsbilder handelt, müssen Hersteller und Ärzte weiter intensiv an Verbesserungen arbeiten, um die Patientenversorgung und Patientensicherheit zu verbessern. Deshalb sind wir auch weiter auf medizintechnischen Fortschritt angewiesen." Weiterlesen

  • BVMed befürwortet Implantateregister

    Der BVMed befürwortet das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, ein zentrales gesetzliches Implantateregister einzuführen, um die Qualität der Patientenversorgung flächendeckend zu stärken. "Die BVMed-Unternehmen unterstützen seit einigen Jahren Versorgungsregister aktiv. Ein gutes Beispiel ist hier das Deutsche Endoprothesenregister (EPRD)", sagte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Weiterlesen

  • BVMed zur ARD-Doku "Außer Kontrolle" und "Hart aber fair"

    Zum in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ behandelten Themenkomplex des Hüft-und Kniegelenkersatzes verweist der BVMed darauf, dass die Gelenkersatzoperation eine der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe der letzten Jahrzehnte ist. Sie ermöglicht Patienten wieder Mobilität und weitgehende Schmerzfreiheit. Die Qualitätskennzahlen zeigen: Gelenkersatz-Patienten sind in Deutschland sehr gut versorgt. Die Entwicklung der Eingriffszahlen und der Indikationsstellung zeigt, dass in Deutschland keineswegs zu viel operiert wird. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik