Patente

MedTech-Branche bleibt 2016 führend bei Patenten

Medizintechnologien sind weiter das führende Technologiefeld bei den Patentanmeldungen. Nach Angaben des Europäischen Patentamtes in München führt die Medizintechnik die Liste der Technologiebereiche mit 12.263 weltweiten Patentanträgen (eingereicht beim Europäischen Patentamt) auch im Jahr 2016 weiter an. Die Zahl der MedTech-Patentanmeldungen erreichte damit fast das Rekordniveau des Vorjahres (12.531). Das ist ein weiterer Beleg für die Innovationskraft und Dynamik der MedTech-Branche. Auf dem zweiten Rang folgt die Digitale Kommunikation (10.915 Anmeldungen) vor der Computertechnik (10.657).

Die Ärzte Zeitung online berichtete am 13. März 2017 ausführlich:

Innovationstreiber Medizintechnik

Die Medizintechnikbranche hat 2016 ihren Spitzenplatz bei den Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt verteidigt. Innerhalb der Branche blieb die US-Branche weiter in der Pole-Position.

Der niederländische Konzern Philips war im vergangenen Jahr in puncto Schutzbegehren für innovative Medizintechniklösungen beim Europäischen Patentamt in München so umtriebig wie kein anderer Anbieter der Branche. Wie aus dem jüngst veröffentlichten EPA-Jahresbericht für 2016 hervorgeht, tätigte Philips 761 von insgesamt 12.263 Patentanmeldungen beim EPA im Sektor Medizintechnik. Mit etwas Abstand folgte Medtronic mit 535 Patentanmeldungen vor Johnson & Johnson (450), Olympus (341) und Boston Scientific (255).

Einziges deutsches Unternehmen unter der Top Ten der Medizintechnik war Fresenius auf Rang neun mit 125 Patentanmeldungen vor Becton Dickinson (119). Die Plätze sechs bis acht belegen Sanofi mit 210 Patentanmeldungen beim EPA im vergangenen Jahr, Procter & Gamble (130) und Samsung (129).

Im Vergleich zu 2015 fällt auf, dass die Top Ten nahezu identisch waren. Auch damals führte Philips die Branchenliste der Patentanmeldungen an und Olympus war auf Platz vier, die restlichen Unternehmen nahmen jeweils andere Ränge als 2016 ein. Becton Dickinson vertrieb vergangenes Jahr Abbott aus den Top Ten.

Nach Ländern betrachtet, blieben die USA im Medizintechniksektor mit 4606 Patentanmeldungen beim EPA in der Pole-Position. Rang zwei verteidigte Deutschland mit 1323 Anmeldungen vor – ebenfalls konstant – Japan auf dem dritten Platz mit 1102 Patentanmeldungen. Die Niederlande belegten Platz vier (868 Patentanmeldungen) vor der Schweiz (598), Frankreich (492), Großbritannien (339), Südkorea (284) und China (162). Darüber hinaus verzeichnete das EPA für 2016 noch 1403 Patentanmeldungen aus den restlichen 33 der insgesamt 38 Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation sowie 1086 aus anderen Staaten.

Ein Blick auf die letzte Dekade offenbart, dass zwischen 2007 und 2016 im Bereich Medizintechnik beim EPA insgesamt 108.268 Patentanmeldungen eingereicht wurden – mit einem Höchststand von 12 531 im Jahr 2015.

Insgesamt wurden beim EPA im vergangenen Jahr über alle Sektoren hinweg 159.353 Patentanmeldungen eingereicht. Knapp die Hälfte davon entfiel auf die zehn Top-Branchen. Auf Platz zwei nach der Medizintechnik mit 12.263 Anmeldungen kam die digitale Kommunikation (10.915), gefolgt von der Computertechnologie (10.657), Elektromaschinen, Apparate und Energie (10.293), dem Transport (8402), der Messtechnik (7442), Pumpen und Turbinen (6301) sowie organischer Feinchemie (6189). Auf den Plätzen neun und zehn finden sich die Pharmaindustrie mit 5754 Patentanmeldungen knapp vor der Biotechnologie mit 5744. Die restlichen 83.960 Patentanmeldungen des vergangenen Jahres kamen aus allen anderen Sektoren.

Ein Blick über die innovativsten Branchen hinweg zeigt, dass sich die Medizintechnik bei den Patentanmeldungen aus Deutschland 2016 wie auch bereits im Vorjahr auf Platz fünf wiederfindet – mit 1323 Vorgängen. Die mit Abstand aktivste Branche in Bezug auf die Anmeldungen blieb 2016 der Transport (2052), gefolgt von Elektromaschinen, Apparate und Energie (1874), der Messtechnik (1379) und der organischen Feinchemie (1328).

Im gesamten Deutschland-Ranking finden sich weder die Pharma- noch die Biotechnologieindustrie unter den 15 führenden Branchen in puncto Patentanmeldungen.

Dass Deutschland im Patentgeschehen noch nicht abgeschrieben ist, verdeutlicht ein Blick auf die Liste der 25 Unternehmen, die im vergangenen Jahr beim EPA die meisten Patentanmeldungen vorgenommen haben. Hier führt Philips mit 2568 Patentanmeldungen vor dem aufstrebenden chinesischen IT-Konzern Huawei (2390), der 2015 mit der lokalen Universität eine Allianz zum Aufsetzen einer Smart Healthcare in Groningen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft "Aktives und Gesundes Altern" (Active and Healthy Ageing - EIP-AHA) eingegangen ist (wir berichteten).

Auf den weiteren Plätzen folgen die südkoreanischen Unternehmen Samsung (2316) und LG (2313) vor United technologies (2067). Als erstes deutsches Unternehmen belegt Siemens 2016 Platz sechs mit 1871 Patentanmeldungen. Von deutscher Seite vertreten sind weiterhin BASF (Rang 9/1410 Patentanmeldungen), Robert Bosch (10/1327) sowie Bayer (16/881).

EPA-Präsident Benoît Battistelli gibt sich zuversichtlich, dass Europa weiter eine bedeutende Rolle beim Patentgeschehen einnehmen wird. "Die Ergebnisse von 2016 unterstreichen die Rolle Europas als attraktiver und weltweit führender Innovationsstandort", sagte Battistelli vor Kurzem bei der Vorstellung des EPA-Jahresberichtes 2016.

Quelle: Ärzte Zeitung online vom 13. März 2017
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Digitale Gesundheitsanwendungen | BVMed: "MedTech-Unternehmen und DiGA-Anbieter brauchen Zugang zu Daten"

    Die Weichen zur Erstattung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind mit der veröffentlichten Rechtsverordnung sowie dem Leitfaden des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gestellt. Der BVMed bewertet es positiv, dass die Anforderungen an den Nutzennachweis das von der Regierung versprochene "Fast-Track-Verfahren" für den Zugang zu DiGAs ermöglichen. "Jetzt brauchen die MedTech-Unternehmen und DiGA-Anbieter aber auch den Zugang zu Abrechnungs- und Forschungsdaten, um beispielsweise retrospektive Studien durchführen zu können. Es geht zudem um die Frage, ob die Wertschöpfungskette von hochinnovativen medizintechnischen Produkten zukünftig auch weiterhin in Deutschland sein wird", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen

  • Patientenversorgung stärken | 5 Punkte-Programm der MedTech-Branche zur Überwindung der COVID-19-Krise

    Der BVMed spricht sich in einem 5-Punkte-Papier zur Stärkung der Patientenversorgung in der COVID-19-Krise dafür aus, Operationen und medizinische Eingriffe in Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen rasch wieder zu ermöglichen und das DRG-System an die Sondersituation anzupassen. "Gleichzeitig müssen wir die ambulante Versorgung chronisch kranker Patienten gewährleisten, Telemedizin stärken sowie die Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Unternehmen unterstützen. Weiterlesen

  • Plädoyer für einen gesamtgesellschaftlichen Dialog über den MedTech-Standort Deutschland und seine kritische Infrastruktur

    Der BVMed fordert in seinem neuen Jahresbericht 2019/20 einen gesamtgesellschaftlichen Dialog über den MedTech-Standort Deutschland und seine kritische Infrastruktur. "Wir müssen in einem solchen 'MedTech-Dialog' Maßnahmen entwickeln, um Deutschland als Produktions- und Forschungsstandort im Bereich der Medizinprodukte zu sichern und zu stärken", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik