Gelenkersatz bewegt

Patientengeschichte Heidrun Scheytt: Ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen

Ein aktives Leben zu führen, ist Heidrun Scheytt wichtig. Sie treibt Sport und singt in der Evangelischen Kantorei Münsingen, ist viel unterwegs. Selbstverständlich ist das nicht. Denn vor Jahren litt sie unter einer starken Arthrose in beiden Hüftgelenken. „Die Schmerzen haben mich im Alltag stark eingeschränkt“, sagt die 69-Jährige. Heute ist sie froh, sich im vergangenen Jahr einer Operation unterzogen zu haben. Ein beidseitiger Hüftgelenkersatz hat ihr die Freude am Leben wieder zurückgegeben. „Ich bin genauso beweglich wie früher“, sagt sie.

Sportlich war Heidrun Scheytt schon immer: Sie liebt es, mit dem Mountainbike in der Schwäbischen Alb unterwegs zu sein. Außerdem ist sie Mitglied in einer Tanzgruppe, geht gern schwimmen und regelmäßig ins Fitnessstudio. „Ich dachte immer, ein aktives Leben schützt vor Gelenkbeschwerden“, sagt sie heute rückblickend. Doch dem war leider nicht so.

Die Schmerzen wurden immer heftiger

Vor vier Jahren bemerkte Heidrun Scheytt die ersten Beschwerden. „Beim Radfahren hatte ich plötzlich Schmerzen im linken Knie“, erzählt sie. Nach einem Besuch beim Orthopäden wusste sie: Das Knie war nicht der Auslöser ihrer Beschwerden. In beiden Hüften hatte sich eine ausgeprägte Arthrose entwickelt, vermutlich verursacht durch eine Hüftdysplasie.

An eine Operation dachte die 69-Jährige damals allerdings noch nicht, stattdessen versuchte sie es mit Physiotherapie und immer stärkeren Schmerzmitteln. Ohne Erfolg. Die Schmerzen wurden heftiger. Ein konkretes Erlebnis aus der damaligen Zeit ist Heidrun Scheytt im Gedächtnis geblieben: „Ich hatte einen Auftritt mit der Kantorei, und ich konnte mich vor lauter Schmerzen nicht mehr auf die Noten konzentrieren.“ Das war der Zeitpunkt, an dem sie sich für Gelenkersatz entschied.

Zwei neue Hüftgelenke im Frühjahr 2017

In der Orthopädischen Klinik Paulinenhilfe in Stuttgart erhielt Heidrun Scheytt im März 2017 zwei künstliche Hüftgelenke. Und schon am nächsten Tag sei sie mit Hilfe den Flur entlang gelaufen, erzählt sie. Schmerzen habe sie nach dem Eingriff nicht gehabt. „Ich war überrascht, wie schnell ich mich wieder gut bewegen konnte.“

Schon am sechsten Tag kam sie in die Reha ins oberschwäbische Bad Saulgau. Die erste Woche war etwas mühsam, denn sie hatte bei der Operation viel Blut verloren. „Aber dann lief alles nach Plan. Keine einzige Übung habe ich ausgelassen. Schließlich wollte ich gesund werden“, beschreibt sie die ersten Wochen. „Es liegt an einem selbst, was man daraus macht.“

Und mehr noch: Nur wenige Wochen nach der Operation beteiligte sie sich sogar an einem Tanzprojekt des Implantateherstellers– eine Aktion, bei der Mitarbeiter und Patienten gemeinsam die Freude an der Bewegung ausdrückten. „Das war eine ganz tolle Erfahrung“, sagt sie.

Ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen

Dank der Hüftendoprothesen hat Heidrun Scheytt ein großes Stück an Lebensqualität zurückgewonnen. Deshalb rät sie jedem, der in einer ähnlichen Situation ist, sich eine gute Klinik empfehlen zu lassen und sich dann einfach zu trauen. „Ich kann wieder alles machen, was mir wichtig ist.“ Mountainbike fahren, tanzen, im Fitnessstudio trainieren. Und auch mehrstündige Chorauftritte sind nun kein Problem mehr für sie. „Ich kann wirklich sagen: Es geht mir gut.“
  • Weitere Artikel zum Thema
  • MedTech-Kommunikationskonferenz am 23. Juni 2020 zu digitalem Beziehungsmanagement und Social Media-Kampagnen

    Digitales Beziehungsmanagement auf LinkedIn, Social Media-Kampagnen und Reputationsmanagement sind Schwerpunktthemen der 16. MedTech-Kommunikationskonferenz des BVMed am 23. Juni 2020 in Köln. Fallstudien der Konferenz mit dem Titel "Digitale B2B- und B2C-Kampagnen als Teil einer strategischen MedTech-Kommunikation" kommen von Klinikvertretern sowie Unternehmen wie Aesculap, MED-EL, Tracoe und Pfizer. In der Vorabend-Keynote geht es um gute Kommunikation als Treiber des Reputations-Managements eines Unternehmens. Weiterlesen

  • Gelenkersatz bewegt – Checkliste und nützliche Tipps für Patienten

    Die Gelenkersatzoperation gilt als eine der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe der Medizingeschichte. Jedes Jahr erhalten in Deutschland über 400.000 Menschen ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Mit einem modernen und hochwertigen Gelenkersatz können Sie wieder aktiv und schmerzfrei am Leben teilnehmen. Sie haben Schmerzen am Hüft- oder Kniegelenk? Hier sind einige Tipps: Weiterlesen

  • Hüft- und Knieprothesen für Jüngere und in Spezialfällen: Kostendruck gefährdet qualitativ hochwertige Versorgung

    Wer ein Ersatzgelenk von Hüfte oder Knie benötigt, sollte das auf sein Alter, seine Gesundheit und Lebensumstände zugeschnittene Implantat erhalten, fordert die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik. Denn je nach individueller Ausgangssituation sind unterschiedliche Modelle und Materialien geeignet. Doch insbesondere Fachkliniken, die sich auf die Versorgung mit Endoprothesen spezialisiert haben, geraten mit diesem patientenbezogenen und auf Langfristigkeit angelegten Ansatz zunehmend unter Kostendruck. Der Grund ist eine sinkende Vergütung der Sachkosten durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen im Rahmen der sogenannten Fallpauschalen. Dadurch führt der Einsatz von hochwertigen und länger haltbaren und damit teureren Implantaten, wie sie besonders für Jüngere und Aktive – aber auch in der Spezialversorgung – infrage kommen, zu Verlusten, so die Fachgesellschaft. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik