Digitalisierung

Digitale Medizin hilft den Menschen

BVMed-Gastbeitrag für die Beilage „Zukunft Medizin“ am 15. Oktober 2020 in der ZEIT

Digitale Lösungen und Medizinprodukte leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag für eine effiziente und qualitativ-hochwertige Gesundheitsversorgung. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann die Patientensteuerung zwischen den Sektoren verbessern. Dieser Schatz muss gehoben werden. Sie kann aber auch als eigener Versorgungsbereich neue Patientenpfade gestalten und diese durch digitale Produkte und Services verbessern.

Beispiel Telekardiologie: Das monitoren von Herzschrittmacher-Patienten über sichere Übertragungswege, eine geeignete Software und intelligente Algorithmen erhöht die Patientensicherheit und vermeidet routinemäßige Klinikaufenthalte.

Beispiel Ereignisrekorder: Die kontinuierliche Erhebung von EKG-Daten gibt Klarheit über die Ursachen von Herzrhythmusstörungen und verhindert Schlaganfälle.

In der Praxis wurden neue digitale Lösungen in der Gesundheitsversorgung bislang durch sehr langwierige Marktzugangsverfahren behindert. Das soll sich nun ändern. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sieht vor, dass digitale Angebote über ein „Fast Track-Verfahren“ schneller in die Regelversorgung kommen. Die „digitalen Gesundheitsanwendungen“ (DiGAs) werden nach Prüfung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in ein Verzeichnis aufgenommen – und können dann vom Arzt auf Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Versicherte haben alternativ zur Verordnung durch den Arzt die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenübernahme für eine bestimmte App bei ihrer Krankenkasse zu stellen.

Die ersten DiGAs werden derzeit in das Verzeichnis aufgenommen. Der Fast-Track-Ansatz bezieht sich aktuell nur auf die nach dem Medizinprodukterecht niedrigeren Klassen I und IIa. Der BVMed spricht sich dafür aus, dass Fast Track-Verfahren auf alle Klassen auszuweiten.

Dr. Marc-Pierre Möll ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, in Berlin.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed-Akademie veranstaltet KrankenhausZukunfts-Konferenz am 25. Februar 2021

    Die BVMed-Akademie veranstaltet am 25. Februar 2021 ihre erste „KrankenhausZukunftsKonferenz (KZK)“ in digitaler Form. Das neue Format soll eine fachübergreifende Austauschplattform zu digitalen Prozessen in der klinischen Versorgung sein und widmet sich neuen Impulsen für die moderne Qualitätsmedizin in Deutschland. Weiterlesen

  • Digitale Therapien im Praxistest | Neuer „MedTech Radar“ von BVMed, Earlybird, HTGF und medtech zwo erschienen

    Die ersten Apps auf Rezept haben es in die Erstattung geschafft, die nächsten warten auf ihre Zulassung und stehen in den Startlöchern. Setzt sich die Digitalmedizin in Deutschland damit nun durch? Welche Bilanz ziehen Start-ups, Krankenkassen, Behörden und Investoren 15 Monate nach Start des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG)? Darüber berichtet die aktuelle Ausgabe des MedTech-Radar von BVMed, Earlybird, HTGF und medtech zwo. Weiterlesen

  • BVMed zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November: „Daten besser nutzen, um Diabetes-Therapien zu verbessern“

    Zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November hat der BVMed auf das große Potenzial von digitalen Medizinprodukten und individuellen Datenauswertungen für eine verbesserte Diabetes-Therapie hingewiesen. Die individuelle Datenauswertung ermöglicht die Optimierung von Therapien und des Diabetes-Selbstmanagements. Die erhobenen Daten können zudem einen Beitrag leisten für Versorgungsforschung sowie für die Weiterentwicklung der Produkte. Der BVMed fordert, diese Daten besser zu nutzen. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik