Diabetes

Kinder mit Typ-1-Diabetes profitieren von künstlichem Pankreas

Zuckerkranke Kinder sind schwer zu behandeln, weil sich weder ihr Bewegungsdrang noch ihr Essverhalten kontrollieren lässt und sich der Glukosebedarf in Wachstumsphasen stark ändern kann. Betroffene können offenbar von einem künstlichen Pankreas profitieren, ergab eine US-Studie. Dabei passt eine Pumpe die Insulinfreisetzung automatisch an die aktuell kontinuierlich gemessenen Glukosewerte an.

Forscher um Dr. Marc D. Breton vom University of Virginia Diabetes Center haben jetzt die Ergebnisse der Studie mit 101 Kindern im Alter von 6 bis 13 vorgestellt (NEJM 2020; 383: 836). Die Kinder hatten zu Beginn der Studie breit gestreute HbA1c-Werte (5,7 bis 10,1 Prozent). 78 wurden mit einem „Closed-Loop-System“ (Tandem Diabetes Care) und 23 mit einer sensorunterstützten Pumpentherapie als nächstbeste Alternative behandelt.

Binnen 16 Wochen stieg in der „Closed Loop“-Gruppe der Anteil der täglichen Zeit im Glukosezielbereich (70-180 mg/dl) von im Schnitt 53 Prozent auf 67 Prozent und in der Kontrollgruppe von 51 auf 55 Prozent. Die gut 11 Prozentpunkte Unterschied entsprechen einer täglichen Zeit von 2,6 Stunden. Ketoazidosen oder schwere Hypoglykämien gab es nicht.

Quelle: ÄrzteZeitung Online vom 9. Oktober 2020
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