Digitale Medizin

Diabetes Gesellschaft: "Eine neue Kategorie von Medizinprodukten entsteht"

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat für "digitale Medizinprodukte" eine eigene Kategorie gefordert. Diabetes sei eine "Modellkrankheit für die Digitalisierung", da Patienten ständig messen und Daten erheben, sagte DDG-Präsident Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland zum Deutschen Diabetes Kongress Mitte Mai 2018 in Berlin. Digitale Medizinprodukte müssten dabei geeignete Zulassungs- und Überwachungskriterien haben.

Kriterienkatalog für digitale Medizinprodukte
Diabetes-Patienten erhalten ein größeres Maß an Autonomie, wenn sie sich mit den digitalen Medizinprodukten auseinandersetzen. Neben der Entwicklung geschlossener Systeme durch MedTech-Unternehmen bestehe auch die Verlockung, "solche Systeme selbst zu entwickeln", so Müller-Wieland. Das sei verständlich und zeige "den Bedarf bei den Betroffenen, dem wir uns stellen müssen". Rechtlich sei dieser Bereich aber Neuland für alle. Seine Forderung: "Wir müssen von ärztlicher Seite einen Katalog entwickeln, welche Kriterien neue digitale Medizinprodukte erfüllen müssen, damit ein Algorithmus auch nachvollziehbar ist und gute von schlechten Algorithmen unterschieden werden können."
Die Kriterien müssten dabei gemeinsam mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet werden. Die DDG arbeite bereits an einem Katalog, der dann mit dem G-BA abgestimmt werden solle. Die Entwicklung sei aus Patientensicht insgesamt zu begrüßen. "Wir wollen keine Entwicklungen verhindern, sondern zielorientiert mitgestalten", so der DDG-Präsident.

"Datenschutz mit Zukunftsfenster"
Die digitale Transformation verändere insgesamt Prozesse und ermögliche Ziele und Strategien, die zuvor unmöglich waren. "Dies geht nur mit gegenseitigem Vertrauen in diese Entwicklungen - und dazu gehört auch ein zielführender Datenschutz", stellte der ärztliche Experte klar. Erforderlich sein ein "Datenschutz mit Zukunftsfenster", der Mögliches ermögliche und Schutz vor Missbrauch reguliere. Die DDG habe hierzu einen "Code of Conduct Digital Health"erarbeitet (www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de).

Digitalisierung und Versorgungsforschung als Schwerpunkt
Der Deutsche Diabetes Kongress Mitte Mai in Berlin bringt insgesamt 6.000 Ärzte aus dem Fachgebiet zusammen. Da die Zahl der Diabetiker weiter steige, würden auch in Zukunft mehr Experten benötigt, so Kongresspräsident Prof. Dr. Jochen Seufert. Seine Kernforderung zum Kongress lautet: "Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen schneller in die Versorgungspraxis überführt werden." Schwerpunktthemen des Kongresses seien neben der Digitalisierung eine verbesserte Versorgungsforschung - beispielsweise durch den Aufbau eines nationalen Deutschen Diabetes-Registers.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed zum Digitale Versorgung-Gesetz (DVG): "Gut, dass es voran geht. Weitere Schritte müssen folgen!"

    Der BVMed unterstützt das Ziel von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, mit dem Digitale Versorgung-Gesetz (DVG) den Zugang der Patienten zu digitalen Versorgungsangeboten zu beschleunigen. "Es ist gut, dass es bei dem Thema Digitale Medizin vorangeht. Das DVG enthält gute erste Schritte. Aber es müssen weitere Schritte folgen, um auch digitale Lösungen, die in Zusammenhang mit konventionellen Medizinprodukten wie Implantaten stehen, voran zu bringen", kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen

  • Strategische Partnerschaften im Fokus

    Strategische Partnerschaften zwischen Herstellern, Kliniken, Einkaufsgemeinschaften, Start-ups oder Digitalunternehmen stehen im Mittelpunkt der 5. MedTech-Vertriebskonferenz von MedInform mit dem Titel "Systempartnerschaften im digitalen Zeitalter" am 19. September 2019 in Düsseldorf. Die Konferenz hat sich in den letzten Jahren mit ihren rund 200 Teilnehmern zu einem Branchentreff für Geschäftsführer und Vertriebsleiter aus der Medizinproduktebranche etabliert. Weiterlesen

  • BVMed, Earlybird, High-Tech Gründerfonds und medtech zwo veröffentlichen 12. Ausgabe des "MedTech Radar"

    Wie können Innovationen im Klinikumfeld gelingen? Welches Potenzial bieten digitale Lösungen und welche Herausforderungen müssen Start-ups meistern? Diese Fragen werden auf der Veranstaltung "MedTech Radar Live 2019" am 5. Juni 2019 in Berlin mit Experten aus der Medizintechnik-Branche diskutiert. Eine Vorschau bietet der gemeinsame Medienservice "MedTech Radar" des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), Earlybird Venture Capital, des High-Tech Gründerfonds (HTGF) und des Fachmagazins medtech zwo in seiner zwölften Auflage. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik