hydroaktive Wundauflagen

Informationen für Ärzte

Eine phasengerechte Wundversorgung nutzt Patienten und lindert deren Leid. Die Leitlinien der Fachgesellschaften empfehlen ausdrücklich moderne Verbandmittel. Die Überlegenheit der hydroaktiven Wundversorgung ist in Studien belegt.

Die moderne Wundversorgung und Angebote für integrierte Therapien reduzieren das Leiden von Patienten und steigern deren Lebensqualität erheblich. Fachgesellschaften, Krankenkassen und Expertengremien haben bereits Leitlinien verabschiedet, die die deutlichen Vorteile hydroaktiver Wundauflagen wissenschaftlich belegen und ihren Standard-Einsatz fordern. Die Überlegenheit hydroaktiver Verbandmittel ermittelte etwa das Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in einer Metaanalyse. Demnach sind die Heilungschancen bei feuchten Wundauflagen generell um 52 Prozent höher als mit konventionellen Verbänden. Bessere Heilungserfolge ergaben sich auch für einzelne Diagnosen: Ulcus cruris um 39 Prozent, diabetischer Fuß um 49 Prozent und für Dekubitus eine um 156 Prozent bessere Aussicht auf Heilung. Untermauert werden diese Ergebnisse durch eine Untersuchung der Barmer GEK, wonach moderne Therapien und Verbandmittel die Heilungszeit verkürzen und sich positiv auf die gesamte Heilung auswirken.

Defizite bei der Versorgung und Behandlungsfehler
Trotzdem sehen sowohl die Krankenkassen als auch Ärzte deutliche Defizite bei der Versorgung von chronischen Wunden, wie Umfragen gezeigt haben. Der Heil- und Hilfsmittelreport 2014 der Barmer BEK verwies darauf, dass Betroffene unnötig lange an chronischen Wunden leiden. Eine besonders schwerwiegende Unterversorgung stellte die Kasse bei Menschen mit venös bedingten Unterschenkelgeschwüren fest. Nur 40 Prozent werden mit einer Kompressionstherapie behandelt. Die Unterlassung dieser Therapie stellt nach Auffassung der Experten einen Behandlungsfehler dar.

Wichtig für den Vertragsarzt:
Verbandmittel sind Medizinprodukte und keine Arzneimittel. Sie können zu Lasten der GKV verordnet werden, fallen jedoch unter die Richtgrößen (Budget).

Weiterführende Links
  • Weitere Artikel zum Thema
  • COVID-19 | BVMed: "Flexiblere Regelungen erforderlich, um Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden sicherzustellen"

    Der BVMed fordert in der aktuellen COVID-19-Pandemie einen flexibleren Verordnungsprozess, um die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden im ambulanten Bereich sicherzustellen. "In Deutschland leiden rund 900.000 Menschen an chronischen Wunden. Die Versorgung im ambulanten Bereich ist aktuell gefährdet, da physische Kontakte zwischen Patient und Arzt derzeit vermieden werden", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed unterstützt eine entsprechende Forderung des Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne, die er in dieser Woche vorlegte. Dabei geht es um Verordnungen auf Grundlage von telemedizinischen Kontakten oder einer Versorgung von Wundpatienten ohne ärztliche Verordnung durch Homecare-Experten, die die Patienten im häuslichen Bereich betreuen. Weiterlesen

  • Die Vakuumversiegelungstherapie (VVS) kann zukünftig auch in der ambulanten Versorgung für die Behandlung von Wunden eingesetzt werden. Dies beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 19. Dezember 2019. Grundlage der Beschlüsse war die Bewertung der VVS im Vergleich zu einer Standardwundbehandlung. Weiterlesen

  • Wundversorgung: Expertenrat empfiehlt neue Strukturen und umfassende Zusammenarbeit der Disziplinen

    Das Abschlusspapier des Expertenrats "Strukturentwicklung Wundmanagement" ist bei den Teilnehmern des 5. Wunddialogs des BVMed auf breite Zustimmung gestoßen. Das Gremium war vor zwei Jahren aus der Veranstaltungsreihe des BVMed hervorgegangen, um einheitliche Empfehlungen für die Behandlung chronischer Wunden zu formulieren. Die nun vorliegenden Ergebnisse enthalten sektorübergreifende, interdisziplinäre und interprofessionelle Vorschläge zu Diagnostik und Therapie. Experten aus Politik, Medizin, Pflege und Versorgung diskutierten am 5. Dezember 2019 in Berlin die Chancen und Grenzen der Empfehlungen. Sie sprachen sich für eine rasche Umsetzung aus. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik