Endoprothetik

Nutzen vs. Risiko: beim Gelenkersatz „herausragend“

Das „Risiko-Nutzen-Verhältnis“ von Gelenkersatz-Patienten ist mit Blick auf den Gewinn an Lebensqualität „herausragend“. Das sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE), Prof. Dr. Carsten Perka, auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die Erfolgsgeschichte der Endoprothetik sei beim Patientennutzen auf einer Stufe mit der Katarakt-Operation bei Grauem Star. Die hohen Fallzahlen beim Gelenkersatz in Deutschland seien Ausdruck „einer sehr guten medizinischen Versorgung einer anspruchsvollen Bevölkerung“, so Perka. Die OP-Qualität sei sehr gut. Defizite sehe er eher „im Umfeld der OP“, nicht beim Implantat.

Sorgen bereiten den Orthopäden die niedrigen Erstattungspreise. „Die Gewinne durch leichte Fälle können die Verluste durch komplizierte Fälle nicht mehr ausgleichen“, so Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE. Die „einfache“ Hüftprothesen-OP werde im DRG-System nun nochmals um 12 Prozent abgesenkt und sei „damit nicht mehr kostendeckend“. Dies sei ein besonders großes Problem für spezialisierte Kliniken. Die Politik wolle zwar eine Spezialisierung, aber genau dies würde nun abgestraft. Hellers Befürchtung: „Die Qualität der Endoprothesen wird leiden und die Patienten werden früher entlassen.“ Die Kliniken würden sich gerne an der Qualität messen lassen, „dann muss bessere Qualität aber auch ausreichend vergütet werden“, so Hellers Appell an die Gesundheitspolitik.

Mehr unter: www.ae-germany.com
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Martin Wörner: Leidensweg mit Happy End durch zwei künstliche Kniegelenke

    Mehr als 20 Jahre lang quält sich Martin Wörner (59) mit Knieschmerzen. Mehrere Operationen und Spritzentherapien bringen nur vorrübergehend Linderung. Seitdem er in beiden Knien ein künstliches Gelenk hat, lebt er endlich wieder schmerzfrei und kann sich seinen Hobbies Wandern und Radfahren widmen. Besonders wichtig waren für ihn das Einholen einer Zweitmeinung sowie das Vertrauensverhältnis zu seinem Operateur. Weiterlesen

  • Patientengeschichte Sascha Deiters: Mit zwei künstlichen Hüften an der Kletterwand

    Mit Mitte 40 spürt Sascha Deiters (51) erstmals Schmerzen in der Hüfte. Binnen wenigen Jahren werden sie so stark, dass der Industriekletterer und Hochleistungssportler kaum noch laufen kann. Er entscheidet sich für zwei künstliche Hüftgelenke – mit denen er heute wieder ohne Einschränkungen arbeiten und seinem Sport nachgehen kann. Weiterlesen

  • Patientengeschichte Erich Rummerstorfer: Wandern macht wieder Spaß

    Erich Rummerstorfer (79) ist Bergwanderer aus Leidenschaft. Seit seiner Kindheit geht er wandern und bergsteigen. Auch als Erwachsener lässt ihn das Hobby nicht los. Er ist Mitglied im Alpenverein und unternimmt regelmäßig Wanderreisen. 2016 merkt er dass sein Knie immer stärker schmerzt. Die Beschwerden nehmen zu. Im Januar 2018 erleidet Erich Rummerstorfer beim Skifahren einen Unfall in Italien. „Da sollte ich drei Monate keinen Sport machen. Also habe ich mir gedacht: Dann mache ich das mit dem Knie auch gleich noch.“ Heute geht es Erich Rummerstorfer wieder gut. „Ich bin guter Dinge“, sagt er. Mit seinem neuen Kniegelenk macht ihm das Wandern wieder Spaß und auch ausgeprägte Radtouren sind möglich. Er bereut keine Sekunde, dass er den Eingriff hat machen lassen. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik