Healthcare Compliance

Die 4 Prinzipien

Mit dem "MedTech Kompass" werden die vier wichtigsten Prinzipien für "Healthcare Compliance" kommuniziert:

TRENNUNGSPRINZIP: Zuwendungen dürfen nicht im Zusammenhang mit Beschaffungs­entscheidungen stehen

Wir setzen uns für die strikte Trennung von Zuwendung und Umsatzgeschäft ein
Eine Zuwendung oder andere Leistung (z.B. Werbeabgaben, Sponsoring) an eine Klinik, einen Arzt oder andere Beschäftigte medizinischer Einrichtungen darf weder zeitlich noch kausal in Zusammenhang mit einem möglichen Umsatzgeschäft stehen.
Das leuchtet ein: Wer etwa eine medizinische Veranstaltung nur dann sponsert, wenn im Gegenzug der Kauf medizintechnischer Produkte zugesichert wird, handelt unrechtmäßig. Egal ob die Leistung unentgeltlich oder gegen Honorar erbracht wird. Beides ist nicht zulässig.

TRANSPARENZPRINZIP: Jede Zuwendung und Vergütung muss offengelegt werden

Jede Leistung an eine medizinische Einrichtung oder an einen Arzt muss dem Dienstherrn bzw. dem Arbeitgeber mitgeteilt werden.
Ohne schriftliches Einverständnis darf keine Zuwendung oder Vergütung geleistet werden. Zahlungen für Studien oder Anwendungsbeobachtungen müssen stets direkt an die medizinische Einrichtung oder auf ein Drittmittelkonto überwiesen werden.

DOKUMENTATIONSPRINZIP: Alle Leistungen müssen schriftlich festgehalten werden

– von Honorarvereinbarungen über Reisekosten bis zu Geschenken an medizinische Einrichtungen, Ärzte oder andere Beschäftigte im Medizinbereich.
Es wird detailliert festgelegt, welcher Art die Zuwendung ist, welchen Zweck sie hat, welche Leistungen erbracht werden etc. Mit Hilfe verschiedener Musterverträge können alle notwendigen Angaben problemlos dokumentiert werden.

ÄQUIVALENZPRINZIP: Leistung und Gegenleistung müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Das Prinzip der Angemessenheit hat das Ziel, mögliche Scheinvereinbarungen zu verhindern, die in keinem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
Wenn ein Arzt beispielsweise eine Studie für ein medizintechnisches Unternehmen fertigt, muss das Honorar seinen Aufwand angemessen berücksichtigen und marktüblich sein.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • "Healthcare Compliance-Expertenforum" des BVMed am 19. November 2019 in Berlin

    Was bedeutet das geplante Unternehmensstrafrecht für die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft? Wo gibt es neue arbeits- und sozialrechtliche Risiken in der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Industrie? Das sind zwei der Schwerpunktthemen des "Healthcare-Compliance-Expertenforums" des BVMed am 19. November 2019 in Berlin. Den Gesetzentwurf zum Unternehmens-Sanktionsrecht stellt dabei der Bundestagsabgeordnete und Rechtsexperte Dr. Jan-Marco Luczak vor. Weitere Themen sind aktuelle Entwicklungen zur Wertwerbung oder die Umsetzung des MedTech Europe Codes. Weiterlesen

  • Das diesjährige "MedTech Forum" vereint als größte MedTech-Industrie-Konferenz Europas das Forum und die Global MedTech Compliance Conference (GMTCC). Es findet vom 14. bis 16. Mai 2019 in Paris statt. Erwartet werden über 1.000 Entscheider, Innovatoren und Investoren der Branche. Weiterlesen

  • Neue "MedTech Kompass"-Depesche des BVMed informiert über "angemessene Verpflegung und Bewirtung"

    Die aktuelle "MedTech Kompass"-Depesche des BVMed zum Thema Healthcare Compliance informiert über angemessene Verpflegung und Bewirtung im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Ärzten. Das Healthcare Compliance-Committee des BVMed gibt dabei praktische Handlungsempfehlungen und Orientierungswerte. Eine angemessene Bewirtung im Rahmen von unternehmensorganisierten medizinischen Schulungen und Veranstaltungen ist dabei zulässig, wenn die Regeln des Kodex Medizinprodukte beachtet werden. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik