Gesprächskreis Gesundheit

Franke: Versorgungsqualität hat "absolute Priorität"

Die Verbesserung der Versorgungsqualität hat für die neue Bundesregierung "absolute Priorität". Das sagte der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke (SPD), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, auf dem Gesprächskreis Gesundheit des BVMed.

Es sei wichtig, dass das neue Qualitätsinstitut geeignete Qualitätsindikatoren entwickelt und etabliert, so Franke. Er sprach von einer "Qualitätsoffensive im Krankenhausbereich". Franke sprach sich zudem für eine aktivere "Strukturpolitik" im Krankenhausbereich aus. So müssten kleinere Krankenhäuser in der Fläche für die ambulante Versorgung geöffnet werden. Um einen fairen Wettbewerb im Krankenhausbereich zu ermöglichen, sei bei sinkenden Investitionsmitteln der Länder zudem die Monistik der beste Weg.

Das große Thema "Pflege" berührt nach Ansicht Frankes auch den Bereich der Krankenhausfinanzierung. Es gehe um die Frage, wie das Thema Pflege in den Fallpauschalen abgebildet werden könne. "Die Qualität der Pflege sollte im Bereich der Krankenhausfinanzierung stärker abgebildet werden", so der Ausschussvorsitzende.

Beim Thema Medizinprodukte stehe die Diskussion um Hochrisikoprodukte im Mittelpunkt. Bei der Frage, ob Ideen aus dem AMNOG auf den Medizinproduktebereich übertragen werden könnten, seien alle Experten der Meinung gewesen, dass man beide Bereiche nicht vergleichen könne. Für Medizinprodukte müsse es daher andere Marktzugangskriterien und -regelungen geben, so Franke. Ein wichtiges Ziel sei es, Innovationen schnell in den Markt zu bekommen. Deshalb müssten die Prozesse des Gemeinsamen Bundesausschusses beschleunigt werden. Der Koalitionsvertrag sehe hier eine entsprechende Regelung vor.

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt betonte die positiven Ansätze im Koalitionsvertrag. Dazu gehöre der vorgesehene Innovationsfonds, zu dem auch 300 Millionen Euro zur Verbesserung der Versorgungsforschung gehören. Diese Mittel müssten auch für die Verbesserung der Versorgungsforschung von medizintechnischen Verfahren genutzt werden.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • EU-Kommission will MDR-Geltungsbeginn um ein Jahr aussetzen

    Der BVMed hat die heutige Ankündigung der EU-Kommissarin Stella Kyriakides, den Geltungsbeginn der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) am 26. Mai 2020 um ein Jahr auszusetzen, als "wichtiges Signal für die Patientenversorgung und die MedTech-Unternehmen" begrüßt, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed erwartet, dass das Europäische Parlament und der Rat nach dem Vorstoß der Kommission nun rasch den Weg für die MDR-Verschiebung freigeben. "Jeder Tag zählt. Denn die oberste Priorität der Medizinprodukte-Unternehmen muss in den nächsten Wochen und Monaten sein, in der Coronavirus-Pandemie alle notwendigen Produkte für die medizinische Versorgung der Bevölkerung in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen", so Möll. Weiterlesen

  • Coronavirus-Gesetzgebung | BVMed für Stärkung der Homecare-Unternehmen und Hilfsmittel-Leistungserbringer

    Der BVMed spricht sich in seinen Stellungnahmen zum Bevölkerungsschutzgesetz und zum COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz für die Erstattung der Mindereinnahmen für Homecare-Unternehmen und Hilfsmittel-Leistungserbringer aus. "Außerdem müssen auch den Homecare-Unternehmen und Hilfsmittel-Leistungserbringern als systemrelevanten Partnern der ambulanten Versorgung die Aufwendungen für Schutzausrüstungen erstattet werden", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen

  • Coronavirus-Gesetzgebung | BVMed: "Krankenhäuser stabilisieren, Liquiditäts-Dominoeffekt verhindern"

    Der BVMed spricht sich in seiner Stellungnahme zum COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz für eine schnelle Liquiditätsbereitstellung für die Krankenhäuser aus, auch um Dominoeffekte zu verhindern. "Die Liquidität der Krankenhäuser muss schnell und unbürokratisch sichergestellt werden", fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. "Unsere Mitgliedsunternehmen geben uns bereits Rückmeldungen, dass die Krankenhäuser fällige Rechnungen momentan nicht zahlen oder um einen Aufschub bitten." Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik