Krankenhaushygiene

BVMed-Newsletter "Fortschritt erLeben" informiert über Vermeidung von Krankenhausinfektionen

Jährlich infizieren sich in deutschen Kliniken bis zu 600.000 Patienten. Neben der konsequenten Umsetzung von Hygienemaßnahmen im Krankenhaus können auch Patienten aktiv vorbeugen. Denn das Infektionsrisiko lässt sich vor planbaren Eingriffen durch keimlastreduzierende Waschungen deutlich senken. Darauf weist der BVMed in seinem neuen "Fortschritt erLeben"-Newsletter hin, der unter www.bvmed.de/innovations-newsletter abgerufen werden kann.

Fast jeder zehnte Patient, der in einem Krankenhaus länger als 48 Stunden behandelt wird, infiziert sich mit nosokomialen, das heißt erst im Krankenhaus zugezogenen, Erregern. Häufig kommt es zu Infektionen der Atemwege, des Harnweges und des Blutstroms. Ein erhöhtes Risiko besteht bei unsachgemäßem Umgang mit Beatmungsschläuchen und Kathetern sowie durch Wundinfektionen nach operativen Eingriffen. Ein Großteil der Erreger wird dabei durch Patienten selbst "mitgebracht". Umso wichtiger ist es, dass sich Patienten auf einen Eingriff vorbereiten und mit speziellen Medizinprodukten wie einem Reinigungsschaum, nasalen Gelen oder Mundspüllösungen zur MRE-Dekolonisation die Keimlast der Haut reduzieren. Darauf weist Prof. Dr. Rudolf Ascherl, Chefarzt der Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik am Krankenhaus Tirschenreuth, in der neuen Ausgabe des BVMed-Newsletters hin.

Nicht nur im Krankenhaus, auch in der ambulanten Pflege, tragen Medizinprodukte dazu bei, das Risiko von Infektionen signifikant zu senken. So beleuchtet der Newsletter auch das Infektionsrisiko von Nadelstichverletzungen, dem insbesondere Pflegekräfte ausgesetzt sind. Weniger als ein Drittel der Beschäftigten in der Altenpflege nutzt Nadeln, Kanülen und ähnliche Instrumente mit Sicherheitsmechanismen, durch die sich etwa die Hälfte der Verletzungen vermeiden lässt.

Alle Ausgaben des "Fortschritt erLeben"-Newsletters gibt es unter: www.bvmed.de/innovations-newsletter.
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