Diabetes

Welt-Diabetes-Tag am 14. November: „Diabetes strategischer und interdisziplinärer angehen“


In Deutschland leben über 7 Millionen Menschen mit Diabetes, die Dunkelziffer ist nach wie vor hoch. Der BVMed fordert daher zum Welt-Diabetes-Tag am 14. November eine bessere Aufklärung und einen stärkeren Diskurs zur Entstehung, adäquaten Behandlung und Folgen des Diabetes sowie seiner Folgeschäden. Im Rahmen der Nationalen Diabetesstrategie fordert der BVMed in einem 12-Punkte-Plan insbesondere interprofessionelle Netzwerke und eine qualitätsgesicherte Versorgung mit modernen Medizintechnologien. Weitere Informationen zum BVMed-Plan können unter www.bvmed.de/12gegenDiabetes abgerufen werden.

In Deutschland leben etwa 7,4 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus, davon rund 95 Prozent mit einem diagnostizierten Diabetes Typ 2. Die jährliche Zahl der Neuerkrankungen liegt bei einer halben Million und die Zahl der betroffenen Kinder- und Jugendlichen verfünffacht sich jährlich. Der Welt-Diabetes-Tag wurde 1991 von der International Diabetes Federation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeführt, um das Bewusstsein rund um die Erkrankung zu steigern. In Deutschland wird der Aktionstag von der Deutschen Diabetes-Hilfe organisiert. Das diesjährige Motto lautet: „30 Jahre Weltdiabetestag, 100 Jahre Insulin”. „Obwohl es den Welt-Diabetes-Tag seit 30 Jahren gibt und sich Diabetes immer mehr ausbreitet, ist das Bewusstsein für Ursachen, Symptome und die Notwendigkeit einer Behandlung des Diabetes noch immer nicht ausreichend. Das muss sich ändern. Wir müssen Volkskrankheiten strategischer und interdisziplinärer angehen“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Auch wenn der Diabetes weit verbreitet ist, ist der gesellschaftliche Diskurs und das individuelle Bewusstsein oftmals nicht ausreichend, um die Entstehung zu verhindern oder eine frühe Therapie sicherzustellen. Die Folge ist meist eine zu späte oder fehlende Diagnose sowie Folgeerkrankungen, die selten mit dem Diabetes assoziiert und unterschätzt werden. „So sind der diabetische Fuß, Nierenerkrankungen, Erblindung oder Amputationen oft auch auf unzureichende Behandlungen zurückzuführen“, beschreibt die BVMed-Expertin Juliane Pohl. Hinzu komme, dass jede Folgeerkrankung die Lebenserwartung der Betroffenen verringert und die Kosten für die Volkswirtschaft sowie die Versorgungsaufwände steigert. Dies könne verhindert werden. „Diabetes und seine Folgeerkrankungen zu kontrollieren, heißt: Bewusstsein stärken, aufklären, rechtzeitig erkennen und adäquat behandeln“, so der BVMed.

Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und frühen Diabetes-Screenings könne nach Ansicht der BVMed-Experten eine Erkrankung, Entgleisung oder Folgeerkrankungen verhindert werden. Dabei sei die Interaktion zwischen den versorgenden Disziplinen essenziell. Bereits bestehende regionale Netzwerke, die ärztliche und nicht-ärztliche Leistungserbringer vereinen, müssen nach Ansicht des BVMeds ausgebaut werden – zu einem starken, interprofessionellen und flächendeckenden Versorgungsnetzwerk. „In einem solchen Netzwerk spielen Hilfsmittel-Leistungserbringer eine wesentliche Rolle. Gerade Folgeerkrankungen führen Diabetiker:innen oft zum Hilfsmittel- und Homecare-Versorger“, so Pohl. Sie erklärt: „Allein beim diabetischen Fußsyndrom kommen unter anderem Einlagen, orthopädische Schuhe, Gehhilfen, Rollstühle und spezielle Wundauflagen zum Einsatz“. Zusätzlich müsse eine umfassende Betreuung der Patient:innen sichergestellt werden, dazu gehöre die Bedarfsermittlung, Einweisung, Anpassung und Unterstützung bei Komplikationen durch geschultes und qualifiziertes Fachpersonal der Hilfsmittelleistungserbringer.

Mit der vom Bundestag beschlossenen Nationalen Diabetesstrategie soll das gesellschaftliche Bewusstsein rund um Diabetes gestärkt, die Erkrankung verhindert und eine zukunftssichere, qualitätsgesicherte und ganzheitliche Diabetesversorgung sichergestellt werden. Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung in der kommenden Legislaturperiode schlägt der BVMed in einem 12-Punkte-Plan vor. Dabei setzt sich der BVMed unter anderem für die weitere Stärkung der Qualifikation der ärztlichen und nicht-ärztlichen Player durch entsprechende Grund- und Fachausbildung ein. Zudem fordert er die Etablierung eines nationalen Diabetes-Registers, die Aufnahme telemedizinischer Diabetes-Behandlungen in den EBM-Katalog sowie in DMP-Programme. Bei all den Vorhaben und Forderungen darf das große Ziel nicht aus den Augen verloren werden: Die bisherigen Anstrengungen mit dem Fokus auf einen ganzheitlichen Lösungsansatz weiterzuentwickeln und miteinander zu vernetzen. „Schließlich haben Diabetes und dessen nicht zu unterschätzende Folgeerkrankungen Berührungspunkte zu allen Lebenswelten und beziehen eine Vielzahl von Leistungserbringern in der Gesundheitsversorgung ein“, argumentiert Pohl.

Der „12-Punkte-Plan des BVMed: Umsetzung der Nationalen Diabetesstrategie in Kurz- und Langfassung” kann unter www.bvmed.de/12gegenDiabetes heruntergeladen werden.


Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband rund 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMU. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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