Thromboseprophylaxe

Thrombose-Prophylaxe und COVID-19 | BVMed: „Mechanische Maßnahmen einbeziehen“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, weist bei thromboembolischen Komplikationen im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen auf die Bedeutung mechanischer Maßnahmen zur Thrombose-Prophylaxe hin. Hintergrund ist, dass der SARS-CoV-2-Virus oft mit Störungen des Gerinnungssystems einhergeht, „bei den Therapien aber nicht nur medikamentöse, sondern auch mechanische Maßnahmen zur Prophylaxe in Betracht gezogen werden sollten, um betroffene Patienten bestmöglich zu schützen“, so die Experten des BVMed-Fachbereichs „Mechanische Thromboseprophylaxe“. Aus Sicht der Expertengruppe des BVMed sollten pharmakologische und mechanische Prophylaxe-Maßnahmen in Abhängigkeit vom individuellen Risiko des Patienten immer sinnvoll miteinander kombiniert werden.

Unter einer Thromboembolie versteht man eine Verschleppung eines Blutgerinnsels innerhalb der Blutbahn – mit der Gefahr eines anschließenden Gefäßverschlusses. Die klinischen Folgen sind zum Teil lebensbedrohlich und erfordern eine schnelle Intervention. „Vorbeugende Maßnahmen tragen zur Verhinderung von Thrombosen bei und helfen, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten und möglicherweise sogar tödliche Komplikationen zu verhindern“, so der BVMed.

Eine aktuelle Studie des Rechtsmediziners Professor Klaus Püschel („Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19“, Mai 2020) sowie eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Angiologie weisen eindeutig darauf hin, dass COVID-19 Patienten ein hohes Thromboembolie-Risiko haben. Alter, Komorbiditäten, Immobilität und die Beatmung können bei COVID-19 Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, zu einer weiteren Erhöhung des Risikos beitragen. Auch in einer Arbeit aus den Niederlanden hatte man festgestellt, dass 31 Prozent der untersuchten Intensivpatienten mit bestätigter COVID-19-Infektion eine Thromboembolie aufwiesen, obwohl sie eine standardmäßige pharmakologische Prophylaxe erhielten.

Nach Ansicht des BVMed werden mechanische Maßnahmen, wie die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) oder medizinische Thromboseprophylaxe-Strümpfe (MTPS) häufig nur dann ausdrücklich empfohlen, wenn eine medikamentöse Prophylaxe kontraindiziert ist. „Wenn man sich jedoch das Krankheitsbild einer Thromboembolie vor Augen führt, erscheint es sinnvoll, generell Maßnahmen zu ergreifen, die die venöse Rückstromgeschwindigkeit erhöhen, ohne das Blutungsrisiko zu verstärken“, so die BVMed-Experten. Aus Sicht der Expertengruppe des BVMed sollten daher pharmakologische und mechanische Prophylaxe-Maßnahmen in Abhängigkeit vom individuellen Risiko des Patienten nach Möglichkeit immer sinnvoll miteinander kombiniert werden.
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