Nosokomiale Infektionen

Sepsis-Fälle durch adäquate Prävention von Infektionen vermeiden

BVMed zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September

Zum diesjährigen Welt-Sepsis-Tag am 13. September 2019 fordert der BVMed-Fachbereich "Nosokomiale Infektionen" (FBNI), durch Infektionen bedingte Sepsis-Fälle mittels einer adäquaten Prävention in Krankenhäusern, Pflege- und allen anderen medizinischen Einrichtungen zu vermeiden. An Sepsis, oft bekannt als "Blutvergiftung", erkranken nach Angaben der Deutschen Sepsis-Gesellschaft (DSG) weltweit mehr Menschen als an Darmkrebs, Brustkrebs oder AIDS zusammen. Viele Patienten leben nach einer Sepsis mit schweren Behinderungen oder sterben sogar daran, wenn die Symptome nicht schnell genug erkannt werden.

Sepsis ist eine führende Ursache für vermeidbare Todesfälle. In Deutschland werden nach Angaben der Sepsis-Stiftung jährlich rund 320.000 Sepsis-Fälle von den Krankenhäusern gemeldet. Daraus resultieren über 70.000 Todesfälle, von denen bis zu 20.000 vermieden werden könnten. Dazu müssen präventive Maßnahmen ergriffen werden – beispielsweise Impfempfehlungen für Risikogruppen umzusetzen, die Früherkennung ("an Sepsis denken") zu verbessern sowie eine zeitnahe Behandlung als akuten Notfall bei entsprechender Ausstattung sicher zu stellen.

Allerdings ist Sepsis auch eine unterschätzte Folge von nosokomialen Infektionen. "Wirksamer Infektionsschutz in medizinischen Einrichtungen ist notwendig, um Sepsis als Folge von Infektionen zu vermeiden", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Hier gilt der Grundsatz: Prävention geht vor Behandlung. Von entscheidender Bedeutung ist es deshalb, einschlägige Empfehlungen zur Verhinderung von Infektionen, wie die der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (KRINKO), in allen Bundesländern verbindlich und vollständig umzusetzen. Um dies sicherzustellen, muss eine bessere Infektionsprävention gesundheitspolitische Priorität sein.

Der BVMed-Fachbereich weist im Zusammenhang mit Sepsis auf die Notwendigkeit hin, das bewusste Handeln aller Beteiligten zu fördern. Um dies zu erreichen, ist eine ausreichende und spezifische Schulung der Beschäftigten im Gesundheitswesen genauso wichtig wie die Aufklärung der Bevölkerung. Neben der Kenntnis, was Sepsis ist, welche Ursachen sie hat und welche Symptome auftreten können, muss vermittelt werden, wie bei Verdacht auf Sepsis schnell und gezielt gehandelt werden kann.

Ausführliche Informationen zum Thema Infektionsprävention sowie kostenfreie Schulungsmaterialien und Schaubilder zur freien Verwendung in Kliniken, Praxen, Pflegeeinrichtungen und Schulen auf: www.krankenhausinfektionen.info.
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