Krankenhaus

Kostensteigerungen | BVMed: „Kompensation für Krankenhäuser muss auch Sachkostensteigerungen abdecken“

Auf der heutigen Anhörung des Gesundheitsausschusses zu Änderungen des Krankenhausfinanzierungsgesetzes im Zusammenhang mit der Einführung von Energiepreisbremsen ist deutlich geworden, dass die geplante Regelung bei Weitem nicht die Sachkostensteigerungen für Krankenhäuser abdeckt und auch aus Sicht des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) „dringend angepasst werden“ muss. „Die von der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser vorgesehene Kompensation steigender Kosten ist ein wichtiger Schritt aber noch nicht ausreichend“, so Dr. Marc Pierre Möll, BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied. Die enthaltene pauschale Abgeltung der mittelbaren Kostensteigerungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro berücksichtige nicht die realen Sachkostensteigrungen, zum Beispiel von Medizinprodukten – die für die Qualität und Sicherheit der Patient:innenversorgung essenziell sind. „Der geplante Betrag muss erhöht werden, um die notwendige Versorgungssicherheit für Patient:innen weiterhin gewährleisten zu können”, fordert der BVMed.

Bereits im September wurde für 2023 eine Steigerungsrate von 4,3 Prozent, die die Krankenhäuser mit den Krankenkassen abrechnen können, festgelegt. Diese maximale Steigerungsrate der Basisfallwerte gleicht die tatsächlichen Kostensteigerungen für Krankenhäuser nicht aus. Im Zusammenhang mit der Energiepreisbremse ist von der Bundesregierung für die Krankenhäuser eine Kompensation steigender Energiekosten und allgemein Kostensteigerungen durch den Anstieg der Energiepreise in Höhe von 6 Milliarden Euro vorgesehen.

Darin enthalten ist unter anderem eine pauschale Abgeltung der mittelbaren Kostensteigerungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro – darunter fallen Sachkostensteigerungen wie die für Medizinprodukte.
„Die Medizintechnik-Branche hat mit dramatisch steigenden Kosten zu kämpfen. Das ist vor allem durch die erhöhten Energiepreise begründet sowie Transport- und Rohstoffkosten. Hinzu kommt der gestiegene Zertifizierungsaufwand durch die neue EU-Medizinprodukteverordnung (MDR)“, erklärt Möll die Situation. Medizinprodukte seien für Krankenhäuser jedoch essenziell.

Mit seiner Forderung unterstützt der BVMed die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die den Kompensations-Betrag als nicht ausreichend ansieht und daher eine Erhöhung wünscht.

Der BVMed repräsentiert über 250 Hersteller, Händler und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 250.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 36 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMU. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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