Herzerkrankungen

Koalitionsvertrag: BVMed unterstützt Initiative „nationale Herz-Kreislauf-Strategie“ und fordert „Herz-Check 50“ als eigenständige Vorsorgeuntersuchung

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt die Initiative der herzmedizinischen Fachgesellschaften DGK, DGTHG und DGPK sowie der Deutschen Herzstiftung, die Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf die politische Agenda zu setzen. Die Organisationen fordern unter anderem die Aufnahme einer „Nationalen Strategie für eine leitlinien- und bedarfsgerechte Versorgung von Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland“ in den neuen Koalitionsvertrag. „Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung steigt mit dem Alter erheblich und stellt damit eine wachsende Herausforderung für ein gesundes Altern in Deutschland und Europa dar. Daher ist es Zeit für eine umfassende Herz-Kreislauf-Strategie. Wir müssen die Prävention stärken und sollten einen ‚Herz-Check 50‘ als eigenständige Vorsorgeuntersuchung einführen. Der nächste Koalitionsvertrag bietet hierzu die Chance“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins in Deutschland. An der koronaren Herzkrankheit (KHK) und ihren Folgen wie Herzinfarkt und Herzschwäche leiden in Deutschland rund 6 Millionen Menschen. Zudem ist der Schlaganfall, den jährlich 270.000 Deutsche erleiden, die häufigste Ursache für Behinderung und Pflegebedürftigkeit im Alter. In den nächsten Jahren werden Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und personalisierte Medizin unsere Gesundheitsversorgung deutlich verbessern können. Und dieser medizintechnische Fortschritt wird in kaum einem Bereich so dringlich benötigt wie bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, so der BVMed.

Die herzmedizinischen Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Deutsche Gesellschaft für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) weisen in einem gemeinsam Papier mit der Patientenvertretung Deutsche Herzstiftung zu Recht darauf hin, dass bei zu vielen betroffenen Patient:innen dieser medizinische Fortschritt nicht ankommt, da zu viele Hürden die Versorgung blockieren. So werden Patient:innen nach Ansicht der DGK aufgrund der mangelhaften Abstimmung zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor, fehlender Überleitsysteme sowie mangelnder Digitalisierung, Delegation und Substitution von Leistungen nicht ausreichend leitlinien- und bedarfsgerecht behandelt.

Neben einer besseren Ausschöpfung der vorhandenen modernen Behandlungsmethoden setzt sich der BVMed vor allem für eine verbesserte Früherkennung von Herz-Kreis-Erkrankungen ein. „Wir sind für die Einführung eines eigenen Früherkennungsprogramms für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – beispielsweise im Rahmen eines ‚Herz-Checks 50‘. Diese Erkrankungen können jeden treffen und bei der Behandlung ist eine Früherkennung zentral, denn sie verhindert unter anderem, dass Herzleiden chronisch werden“, so der BVMed.

Nach Ansicht des deutschen MedTech-Verbandes müssen chronische Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt strategischer, ganzheitlicher und damit interprofessioneller angegangen werden.

Der BVMed repräsentiert über 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMUs. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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