Herzerkrankungen

Kardiologenkongress | BVMed unterstützt eigene Vorsorgeuntersuchung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt die Forderung der Kardiologie-Gesellschaft nach einer eigenständigen Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchung. Sie ist Teil der von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) initiierten Nationalen Herz-Allianz (NHA) unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, die zur Eröffnung des Kardiologenkongresses (12. bis 15. April 2023) von Prof. Dr. Stephan Baldus thematisiert wurde. „Wir unterstützen einen solchen Herz-Check als eigenständige Vorsorgeuntersuchung und fordern die Gesetzlichen Krankenversicherungen auf, diese schon heute als Präventionsleistungen zu vereinbaren und mittelfristig als Regelleistung zu etablieren“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. Denn: „Neben einer besseren Ausschöpfung der vorhandenen modernen Behandlungsmethoden brauchen wir auch eine verbesserte Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

Rund 340.000 Menschen in Deutschland sterben jedes Jahr an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE). Mit einem Anteil von über 34 Prozent sind HKE damit die häufigste Todesursache. Gegenwärtig leiden in Deutschland allein rund sechs Millionen Menschen an einer koronaren Herzkrankheit, die zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzinsuffizienz führen kann. Auch Bluthochdruck, Gefäßkrankheiten und Herzklappenerkrankungen gehören dazu. HKE sind eine Volkskrankheit mit vielen Gesichtern und Komorbiditäten wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder Adipositas. Sie sind zudem eine häufige Ursache für körperliche Beeinträchtigungen und Pflegebedürftigkeit.

„Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung steigt mit dem Alter erheblich und stellt damit eine wachsende Herausforderung für ein gesundes Altern in Deutschland und Europa dar. Daher ist es Zeit für eine umfassende Herz-Kreislauf-Strategie“, so BVMed-Vorstandsvize Dr. med. Manfred W. Elff. Der Nutzen von guten Vorsorgeprogrammen sei in verschiedenen Bereichen belegt. Eine oder mehrere HKE könne jede:n treffen. Für ihre wirksame Behandlung sei die Früherkennung zentral, um unter anderem chronisches Herzleiden zu vermeiden.

Für eine wirkungsvolle „Nationale Herz-Kreislauf-Strategie“ (NHKS) sieht der BVMed vor allem vier Handlungsfelder:
  • Prävention und Früherkennung nachhaltig fördern
  • Versorgung sektorübergreifend und interdisziplinär gestalten
  • Kardiologische Forschung und Innovationen fördern sowie digitale Anwendungen nutzen
  • Patient:innen leitlinien- und bedarfsgerecht versorgen und sachgerecht informieren

Das BVMed-Positionspapier unter www.bvmed.de/hke-strategie enthält ausführliche Informationen sowie konkrete Lösungsvorschläge zu den vier Handlungsfeldern.

Hintergrund: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Risikofaktoren und die Folgen

Gegenwärtig leiden in Deutschland allein rund sechs Millionen Menschen an einer koronaren Herzkrankheit, die zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzinsuffizienz führen kann. Es sind alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten von HKE betroffen, weshalb sich HKE nicht auf eine bestimmte Alterskohorte oder einen bestimmten Lebenswandel beschränken lassen. Neben genetisch bedingten Erkrankungen erhöhen Risikofaktoren wie Hypertonie, Niereninsuffizienz, Typ-2-Diabetes, Asthma/COPD und Adipositas die Gefahr von HKE. Aber nur etwa 50 Prozent aller Herzinfarkte lassen sich durch Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht erklären. Der demografische Wandel der Gesellschaft und eine steigende Lebenserwartung von HKE-Patient:innen verschärfen die Versorgungslage.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen für das Gesundheitssystem Kosten in Höhe von 46,4 Milliarden Euro. Das ist ein Anteil von 13,7 Prozent an den gesamten Krankheitskosten in Deutschland.

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Der BVMed repräsentiert über 300 Hersteller, Händler und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 250.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 36 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMU. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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