Ernährungstherapien

DVPMG: BVMed fordert Einbindung von enteraler Ernährung, Verbandmitteln und Blutzuckerteststreifen in das eRezept

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, unterstützt das Vorhaben des Gesetzgebers, mit dem „Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierungsgesetzes“ (DVPMG) die elektronische Verordnung von Hilfsmitteln einzuführen. Der BVMed fordert aber, dass zeitgleich auch, bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung (Trink- und Sondennahrung), Verbandmittel und Blutzuckerteststreifen in die digitalen Anwendungen der Telematikinfrastruktur eingebunden werden müssen. „Wir müssen aufgrund der engen Verknüpfungen in den Versorgungsprozessen diese weiteren Produktbereiche zeitgleich mit der digitalen Hilfsmittelverordnung einführen, um Medienbrüche und Doppelstrukturen zu vermeiden“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

So setzt beispielsweise die Versorgung mit Sondennahrung die entsprechenden Hilfsmittel wie Ernährungspumpen, Überleitgeräte und Ernährungssonden voraus, ohne die die Nahrung nicht verabreicht werden kann. Sollte die digitale Verordnung für diese weiteren Medizinprodukte nicht zeitgleich eingeführt werden, so sind aufgrund der enormen Überschneidungen in den Versorgungsprozessen Medienbrüche und parallele Verordnungs- und Verwaltungsprozesse zu erwarten, was die administrativen Aufwände für alle Beteiligten erhöhen würde und für Verordner, Patienten und Versorger nur schwer nachvollziehbar wäre, erläutert Juliane Pohl, Referatsleiterin ambulante Versorgung beim BVMed. Der deutsche MedTech-Verband hält daher die zeitgleiche Einführung der digitalen Verordnung für die Produkte nach § 31 SGB V (enterale Ernährung, Blutzuckerteststreifen, Produkte zur Wundversorgung) für erforderlich.

Grundsätzlich sieht der BVMed im DVPMG viele gute Ansätze für eine aktive Integration von digitalen Lösungen in weitere Versorgungsbereiche, „damit die Daten im Behandlungsprozess zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort dem behandelnden Leistungserbringer sowie dem Patienten nutzergerecht zur Verfügung stehen“. Der BVMed unterstützt auch die Anbindung von Heilmittelebringern und Hebammen in die Behandlung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) sowie den Anschluss von Hilfsmittel-Leistungserbringern an die elektronische Verordnung. Die Einbindung der Informationen der Hilfsmittelversorgung in die elektronische Patientenakte sollte aber im Gesetz ausdrücklich geregelt werden, fordert die BVMed-Hilfsmittelexpertin Juliane Pohl.

Der BVMed unterstützt auch die Einführung von digitalen Pflegeanwendungen (DiPA), um das Pflegepersonal zu unterstützen und zu entlasten. Der deutsche MedTech-Verband plädiert aber dafür, den Anwendungsbereich weiter zu fassen. Den Leistungsanspruchs nur auf zugelassene ambulante Pflegeeinrichtungen einzuschränken, sei nicht nachvollziehbar. Die Potentiale digitaler Anwendungen sollten auch in der stationären Pflege genutzt werden.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 230 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • DVPMG: Vorfahrt für die Forschung!

    Die acht Verbände der eHealth-Allianz – BIO Deutschland, bitkom, bvitg, BVMed, Spectaris, VDGH, vfa und ZVEI – fordern zur morgigen Anhörung des Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) im Gesundheitsausschuss des Bundestages ein Antragsrecht der Unternehmen beim Forschungsdatenzentrum. "Damit Spitzenforschung möglich ist, braucht die forschende Gesundheitswirtschaft das Antragsrecht beim Forschungsdatenzentrum. Vorfahrt für die Forschung!", lautet der Appell der Verbände. Mit dem DVPMG gibt es jetzt eine weitere Chance für den Gesetzgeber an entscheidender Stelle den Fuß von der Bremse zu nehmen. Weiterlesen

  • GVWG | BVMed fordert einen gesetzlich geregelten Beratungsanspruch beim G-BA für Wundprodukte-Studien

    Für „sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ muss künftig ein Bewertungsverfahren durchgeführt werden, bevor sie durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet werden. Der BVMed fordert einen gesetzlich verankerten Beratungsanspruch der Hersteller gegenüber dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) über die Voraussetzungen und Anforderungen an vorzulegende Unterlagen und Studien sowie zur Vergleichstherapie. Eine entsprechende Regelung zur GBA-Beratungspflicht müsste über das Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG) getroffen werden. Weiterlesen

  • GVWG | BVMed für Klarstellung der Anforderungen an Wundprodukte-Studien

    Der BVMed fordert einen gesetzlichen Auftrag an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), zeitnah Kriterien für die notwendigen Wundprodukte-Studien vorzulegen. Eine entsprechende Regelung zur Konkretisierung der GBA-Verfahrensordnung für die Bewertung der Wundprodukte müsste über das Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG) getroffen werden. Hintergrund ist, dass nach der neuen Verbandmittel-Definition „sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ in Abgrenzung zu „Verbandmitteln“ nach einer Übergangsfrist in aufwendigen klinischen Studien neu zugelassen werden müssen. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik