Hilfsmittel

COVID-19 | Gemeinsames Papier der Hilfsmittelverbände | BVMed fordert Unterstützung durch die Länder

Die in der „Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung“ (IGHV) zusammengeschlossenen 16 Verbände fordern in einem gemeinsamen Positionspapier, die Mehrausgaben der Hilfsmittel-Leistungserbringer für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu finanzieren und Mindereinnahmen zu kompensieren. Nur durch Unterstützungsmaßnahmen beispielsweise analog zum Heilmittelbereich könne eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung mit Hilfsmitteln aufrechterhalten werden, heißt es in dem Papier „Anforderungen zur Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung“ der Verbände BEH, BVMed, BIV-OT, BVZ, EGROH, Eurocom, f.m.p., Innungsverband Orthopädie-Schuhtechnik NRW, QVH, rehaKind, rehaVital, RSR, Sanitätshaus Aktuell, SPECTARIS, VVHC und ZVOS. Das Papier kann unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden.

Um die ambulanten Versorgungsstrukturen in der Hilfsmittelversorgung zu erhalten und die Kliniken weiter zu entlasten, müssten die Hilfsmittelversorger bei der Distribution der PSA durch die Gesundheitsbehörden der Länder berücksichtigt werden, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Eine „Corona-Pauschale“, die durch die Hilfsmittel-Leistungserbringer beantragt werden könne, solle dabei die Finanzierung der Mehrkosten sicherstellen.

Hilfsmittel-Leistungserbringer versorgen Patienten ambulant mit Hilfsmitteln sowie den dazugehörigen Dienstleistungen und stellen damit die ambulante Versorgung von Patienten sicher. So verhindern sie Hospitalisierungen und gewährleisten eine zügige Entlassung von Patienten. „Durch die adäquate Versorgung mit Hilfsmitteln können Operationen oft verhindert, zumindest aber hinausgezögert und Folgeerkrankungen deutlich reduziert werden“, so BVMed-Hilfsmittelexpertin Juliane Pohl. „Aber auch in der Nachsorge von Operationen und medizinischen Eingriffen sind unsere Unternehmen aktiv.“

Der BVMed sieht unter anderem zwei große Herausforderungen für die Hilfsmittel-Leistungserbringer:
  • Aufgrund der erforderlichen körperlichen Nähe zum Patienten gilt es, persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu beschaffen und zu finanzieren. Obgleich Teil der systemrelevanten Infrastuktur, werden Hilfsmittel-Leistungserbringer bei der Distribution von PSA in der Praxis leider nicht berücksichtigt. Durch die eigenständige Beschaffung entstehen erhebliche Mehrkosten.
  • Aufgrund der politisch gewollten Verschiebung von Operationen und elektiven Eingriffen sowie der Veränderungen des Gesundheitsverhaltens der Bürger (z.B. Verzicht auf Arztbesuche) entstehen den Hilfsmittel-Leistungserbringern zugleich erhebliche Mindereinnahmen, die sich noch mindestens über die kommenden 12 Monate erstrecken werden.

Die Entwicklung bedrohe bereits heute insbesondere die klein- und mittelständischen Strukturen und die Hilfsmittelversorgung vor Ort, in Wohnortnähe. Deshalb seien Unterstützungsmaßnahmen der Länder zur Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung vor Ort essentiell, so der BVMed.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • COVID-19 | Info-Blog

    Im COVID-19-Info-Blog informiert der BVMed regelmäßig rund um die Coronavirus-Pandemie: Sie finden hier u. a. aktuelle Gesetzgebungen und Verordnungen sowie Hinweise und Links zu Liquiditätshilfen und Förderprogrammen. Außerdem informieren wir über arbeitsrechtliche Fragen z. B. zu Kurzarbeit, Systemrelevanz, Arbeitsschutz und Betriebsabläufen. Auch (außen-)wirtschaftliche Themen wie Nachfrage und Angebote sowie Export und Import von Schutzbekleidung und Desinfektionsmitteln werden im BVMed-Blog bespielt. Wir haben Ansprechpartner in den Ministerien für Sie aufgelistet. Auch finden Sie Infos und Links zur Zertifizierung / CE-Kennzeichnung von Schutzgütern sowie DIN-Normen. Insgesamt ist unser COVID-19-Blog chronologisch aufgebaut. Das ermöglicht Ihnen einen guten Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklungen über den gesamten Zeitraum der Pandemie. Weiterlesen

  • Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

    Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut am 6. Juli 2020 auf Twitter mit. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronatest möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen war­nen können, wenn diese auch die App installiert haben. Weiterlesen

  • Nach COVID-19: Zehn Punkte der MedTech-Branche

    In der Diskussion zur Überwindung der COVID-19-Krise geht es darum, die notwendige Patientenversorgung in allen Bereichen wieder sicherzustellen, die Arbeitsfähigkeit der medizinischen Einrichtungen zu gewährleisten sowie die gesundheitspolitischen Maßnahmen mit Entscheidungen zur Unterstützung der MedTech-Branche im Rahmen eines Konjunkturprogramms zu verbinden. Was können wir aus der COVID-19-Krise lernen? Der BVMed schlägt hierzu zehn Punkte vor. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik