COVID-19

Corona-Teststrategie | BVMed: „Schnelltests auch über Sanitätshäuser anbieten“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, fordert, dass Sanitätshäuser und Homecare-Versorger bei der Durchführung der Corona-Schnelltests einbezogen werden sollten. „Das Bundesgesundheitsministerium sollte in der neuen Verordnung zur Corona-Teststrategie auch die bewährten Strukturen der Sanitätshäuser und Hilfsmittel-Versorger im gemeinsamen Einsatz gegen die Corona-Pandemie nutzen“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Im Zuge der Erweiterung der Corona-Teststrategie hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, ab März 2021 kostenlos Schnelltests zur Verfügung stellen zu wollen. Diese sogenannten Point-of-Care-(PoC)-Antigen-Schnelltests sollen unter anderem in Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), in Arztpraxen und Apotheken sowie in den von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) betriebenen Testzentren durchgeführt werden können.

Schnelltests sollten darüber hinaus auch in Sanitätshäusern und über Hilfsmittel-Versorger erfolgen können, fordert der BVMed. Denn: Sanitätshäuser verfügen über ein flächendeckendes Versorgungsnetz und können dabei unterstützen, die Teststrategie niedrigschwellig und vor Ort umzusetzen. Dabei können sie einen Beitrag leisten, Testzentren, Arztpraxen und Apotheken zu entlasten und das Gebot des „Social Distancing“ umzusetzen, argumentiert der BVMed. Sanitätshäuser verfügen zudem über die notwendigen Distributionsstrukturen und über die erforderliche Logistik zur Beschaffung und Organisation der Schnelltests.

„Bei den Schnelltests handelt es sich um Medizinprodukte. Die Sanitätshäuser und Hilfsmittel- bzw. Homecare-Versorger verfügen aufgrund ihres Versorgungsschwerpunkts mit Medizinprodukten über die notwendigen Voraussetzungen. Das sollten wir bei der Anpassung der Teststrategie besser nutzen“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 230 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Die deutsche Medizintechnik-Branche 2021: Wachstumsmotor mit Coronabremse

    Die Medizintechnik-Industrie - kurz: MedTech - ist in Deutschland ein bedeutender Teil der Gesundheitswirtschaft. Die MedTech Unternehmen beschäftigen über 235.000 Menschen und sichern genauso viele Jobs in angeschlossenen Branchen. Die MedTech-Branche ist dabei in Deutschland stark mittelständisch geprägt. 93 Prozent der MedTech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter. Mittelstands-Themen sind daher von großer Bedeutung. Und: Die Branche ist ein wichtiger Treiber des medizinischen Fortschritts. Dafür werden sehr intensive Forschungsanstrengungen unternommen. Im Durchschnitt investieren die MedTech-Unternehmen rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Deutsche Medizintechnik ist dabei auf dem Weltmarkt sehr erfolgreich. Die Exportquote lag im Jahr 2020 bei rund 65 Prozent. Der Inlandsumsatz liegt bei über 33 Milliarden Euro. Weiterlesen

  • COVID-19 | Info-Blog

    Im COVID-19-Info-Blog informiert der BVMed regelmäßig rund um die Coronavirus-Pandemie: Sie finden hier u. a. aktuelle Gesetzgebungen und Verordnungen zum Testen und Impfen von Branchenmitarbeitern, zum Reisen und zur Quarantäne, sowie Hinweise und Links zu Liquiditätshilfen und Förderprogrammen. Außerdem informieren wir über arbeitsrechtliche Fragen z. B. zu Kurzarbeit, Systemrelevanz, Arbeitsschutz und Betriebsabläufen. Weiterlesen

  • Karliczek: Innovative Medizintechnik verbessert die Gesundheitsversorgung in der Corona-Pandemie

    Im Rahmen des Fachprogramms Medizintechnik fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die bessere Prävention und Versorgung bei epidemisch auftretenden Infektionen durch innovative Medizintechnik. Das Ministerium baut die laufende Förderung nach einer ersten Förderrunde 2020 nun aus. Unterstützt werden für die nächsten drei Jahre 19 Projekte, die den Einsatz von Medizintechnik insbesondere für eine bessere Versorgung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten zum Ziel haben. Bei den Vorhaben soll es auch um den Schutz vor anderen Infektionskrankheiten gehen. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik