Thromboseprophylaxe

BVMed zum Welt-Thrombose-Tag 2015: "Thromboseprophylaxe muss verbessert werden"

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat zum Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober 2015 Verbesserungen bei der Thromboseprophylaxe angemahnt. Der Welt-Thrombose-Tag soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Gefahren einer venösen Thromboembolie zu erhöhen und die Prävention und Behandlung zu verbessern. Der BVMed engagiert sich mit seinen Mitgliedsunternehmen im Fachbereich "Mechanische Thromboseprophylaxe" für die Aufklärung und Patientensicherheit zu diesem bedeutenden Thema und hat hierzu Infoblätter und Hintergrundinformationen erarbeitet. Mehr Informationen zur Thromboseprophylaxe gibt es unter www.bvmed.de/thromboseprophylaxe.

Die venöse Thromboembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Allein in Deutschland sterben Hochrechnungen zufolge jährlich bis zu 100.000 Menschen an den Folgen thrombotischer Erkrankungen, europaweit sind es über 500.000.

Dennoch sind die öffentliche Aufmerksamkeit für die Gefahren und die Kenntnis der Versorgungsrealität in Deutschland gering. Eine adäquate Sensibilisierung der Bevölkerung und der Ärzteschaft sowie eine umfassende Versorgungsforschung können nicht nur unzählige Leben retten, sondern auch langfristig die Perspektiven für eine nachhaltige Patientenversorgung verbessern.

Neben der medikamentösen Prophylaxe sind es vor allem die physikalischen Maßnahmen, die bei richtiger Anwendung einfach und nahezu nebenwirkungsfrei dazu beitragen, thromboembolische Komplikationen zu verhindern. Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe erhöhen bei immobilen Patienten die venöse Rückstromgeschwindigkeit und sorgen so in Kombination mit pharmakologischen Maßnahmen für einen optimierten Schutz vor einer Thromboembolie.

Zudem profitieren immobile Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko während und nach der Operation von der "Intermittierenden Pneumatischen Kompression" (IPK). In Fällen, in denen Heparin kontraindiziert ist oder aufgrund möglicher Blutungskomplikationen nicht eingesetzt werden kann, ist sie eine hocheffektive Alternative.

"Unser Ziel ist es, das Wissen der Ärzte und der Pflegekräfte über die unterschiedlichen Arten der Kompression und die entsprechend korrekte Handhabung der medizinischen Thromboseprophylaxestrümpfe zu verbessern", so BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Während der Kompressionsstrumpf zur Therapie bereits existierender Venenproblematiken eingesetzt wird, ist es das Ziel des Thromboseprophylaxestrumpfes, speziell die Rückflussgeschwindigkeit in den unteren Extremitäten zu erhöhen und somit der Bildung von Thrombosen beim immobilen Patienten vorzubeugen - weitestgehend unabhängig davon, ob eine venöse Störung vorliegt. So ist bereits das Konstruktionsprinzip des Thromboseprophylaxestrumpfes auf immobile Patienten ausgerichtet, während der Kompressionsstrumpf für seine Wirksamkeit die Mobilität voraussetzt.
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