Thromboseprophylaxe

BVMed zum Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober: Rund 100.000 Lungenembolie-Tote im Jahr | Thrombosevorsorge verbessern

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat zum Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober Verbesserungen bei der Aufklärung, Prophylaxe und Therapie von Thrombosen angemahnt. „Das ist angesichts von rund 100.000 Lungenembolie-Toten in Deutschland dringend geboten“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Auch vor dem Hintergrund zunehmender thromboembolischer Komplikationen im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen weist der BVMed auf die Bedeutung mechanischer Maßnahmen zur Thrombose-Prophylaxe hin. Notwendig sei eine bessere Aufklärung über Entstehung, Gefahren und Vermeidung von Thrombosen.

Eine Lungenembolie entsteht durch ein Blutgerinnsel, das sich zumeist in den Beinvenen bildet und von dort in die Lungenarterien eingeschwemmt wird. Hier besteht die Gefahr eines sich anschließenden Gefäßverschlusses. Die klinischen Folgen sind zum Teil lebensbedrohlich und erfordern eine schnelle Intervention. „Vorbeugende Maßnahmen tragen zur Verhinderung von Thrombosen bei und helfen, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten und möglicherweise sogar tödliche Komplikationen zu verhindern“, so die Experten des BVMed-Fachbereichs Thromboseprophylaxe.

In der oft zitierten VITAE-Studie aus dem Jahr 2007 ist von mehr als 500.000 Todesfällen in Europa durch Thromboembolien die Rede – und damit mehr als doppelt so vielen wie durch AIDS, Brustkrebs, Prostatakrebs und Verkehrsunfällen zusammen. Das Aktionsbündnis Thrombose geht von bis zu 100.000 Todesfällen in Deutschland aus – bei einer sehr hohen Dunkelziffer.

Wie viele wissenschaftliche Studien zeigen, bietet eine Kombination aus mechanischen und pharmakologischen Maßnahmen die beste Prävention vor einer venösen Thromboembolie und sollte immer auf einer individuellen Risikoabschätzung basieren, erläutern die BVMed-Experten.

Neben der medikamentösen Thromboseprophylaxe sind es vor allem die physikalischen Maßnahmen, die bei richtiger Anwendung einfach und nahezu nebenwirkungsfrei dazu beitragen, thromboembolische Komplikationen zu verhindern. Beispielsweise erhöhen medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe bei immobilen Patienten die venöse Rückstromgeschwindigkeit und sorgen so in Kombination mit Arzneimitteln für einen optimierten Schutz vor einer Thromboembolie.

Eine weitere Möglichkeit, den immobilen Patienten während und nach einer Operation vor thromboembolischen Komplikationen zu schützen, ist die intermittierende pneumatische Kompression. Sie kann entweder ergänzend oder alternativ in all den Fällen eingesetzt werden, in denen eine medikamentöse Prophylaxe ausgeschlossen ist oder aufgrund des Blutungsrisikos nicht oder nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden kann. Im Idealfall ergänzen sich physikalische und pharmakologische Maßnahmen zu einem schlüssigen Konzept.

„Die physikalische Prophylaxe stellt eine der drei wesentlichen Säulen zur Verhinderung venöser Thrombosen und deren Folgen, wie dem postthrombotischen Syndrom oder der Lungenembolie, dar“, so der BVMed. „Ausschließlich pharmakologische Maßnahmen reichen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht aus. Wenn möglich, sollten physikalische und pharmakologische Maßnahmen sinnvoll miteinander kombiniert werden.“

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 220 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 215.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
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