Ernährungstherapien

BVMed zum Tag der gesunden Ernährung am 7. März | „Großer Handlungsbedarf beim Thema Mangelernährung“

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Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) sieht zum „Tag der gesunden Ernährung“ am 7. März neben dem Aufklärungsbedarf bei gesunder und nachhaltiger Ernährung in Deutschland auch großen Handlungsbedarf beim Thema Mangelernährung von vulnerablen Menschen, beispielsweise in Kliniken und Pflegeheimen oder bei Krebspatient:innen. „In medizinischen Einrichtungen in Deutschland sind bis zu 30 Prozent der Patient:innen mangelernährt. Wir brauchen deshalb ein verpflichtendes Ernährungsscreening in medizinischen Einrichtungen und ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung für das Thema Mangelernährung und die Hilfen, die moderne Ernährungstherapien bieten“, so BVMed-Geschäftsführer- und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. Besonders relevant sei das Thema für Krebserkrankte, deren Heilungsprozess durch zusätzliche medizinische Ernährungstherapien unterstützt werden kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht im Auftrag des Bundesernährungsministeriums (BMEL) alle vier Jahre einen Ernährungsbericht. Aus dem jüngsten Bericht geht hervor, dass in deutschen Kliniken und Pflegeheimen bis zu 30 Prozent der Patient:innen und bis zu 25 Prozent der Bewohner:innen mangelernährt sind. Der Zustand einer Mangelernährung kann eintreten, wenn nicht ausreichend Kalorien aufgenommen werden oder lebenswichtige Nahrungsbestandteile, etwa Vitamine oder Proteine, fehlen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) betrifft dies in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen.

„Diese Zahlen sind alarmierend und bestätigen das, was Ernährungsexpert:innen seit Langem sagen: Wir müssen uns dem Thema Mangelernährung verstärkt widmen. Wir benötigen ein verpflichtendes Ernährungsscreening in Kliniken und Pflegeheimen im Rahmen einer ärztlichen Prüfung sowie verbindliche Qualitätskriterien für den Versorgungsprozess. Enterale und parenterale Ernährungstherapien können im Behandlungsprozess einen wichtigen Beitrag leisten“, so BVMed-Geschäftsführer Möll.

Mangelernährung und Krebs

Die häufigsten Gründe für einen therapiebedürftigen Ernährungszustand sind ein erhöhter Nährstoffbedarf bei Erkrankungen und die gleichzeitig unzureichende Nährstoffaufnahme. Eine Mangelernährung schwächt das Immunsystem, führt zu Muskelabbau und somit zum Verlust wichtiger motorischer Fähigkeiten. Dies wiederum kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen oder den Heilungsprozess insgesamt verzögern.

Eine besondere Relevanz des Themas Mangelernährung sieht der BVMed bei Krebserkrankungen. Sie sind die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Insgesamt leben in Deutschland 4 Millionen Menschen mit der Krankheit und jedes Jahr erkranken mehr als 510.000 neu. Viele Patient:innen mit onkologischer Therapie benötigen Ernährungstherapien. „Medizinische Fachkräfte könnten hier nach einer entsprechenden ärztlichen Verordnung ein einfaches Ernährungsscreening direkt nach der Diagnose und rechtzeitig vor einer OP durchführen. Damit können je nach Bedarf Ernährungstherapien eingeleitet sowie Eingriffe und Therapien mit einer besseren Unterstützung und stabileren Patient:innen durchgeführt werden“, erläutert BVMed-Expertin Juliane Pohl.

Begriffserklärungen

Enterale Ernährung bedeutet, dass die Nahrungsaufnahme über den Magen-Darm-Trakt erfolgt. Sie umfasst sowohl die Ernährung mit Trinknahrungen als auch mit Sondennahrung und wird eingesetzt, wenn eine vollwertige Ernährung mit herkömmlichen Lebensmitteln nicht mehr bedarfsdeckend oder nur noch teilweise möglich ist.

Parenterale Ernährung bedeutet, dass lebensnotwendige Nährstoffe nicht durch den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, sondern direkt über die Venen in das Blut verabreicht werden. Diese Form der Ernährung wird eingesetzt, wenn die Nahrungsaufnahme über den Magen-Darm-Trakt nicht ausreichend oder gar nicht möglich ist, beispielsweise nach einer operativen Entfernung von Teilen des Magen-Darm-Traktes.

Bilder-Downloads: Homecare-Ernährungstherapie | Porträt Dr. Marc-Pierre Möll | Porträt Juliane Pohl

Der BVMed repräsentiert über 300 Hersteller, Händler und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 250.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 36 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMU. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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