Digitalisierung

BVMed-Stellungnahme zur IOP-Governance-Verordnung (GIGV): „Medizintechnik-Branche in die Festlegung der Interoperabilitäts-Standards einbeziehen“

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert in seiner Stellungnahme zum Entwurf der Gesundheits-IT-Interoperabilitäts-Governance-Verordnung (GIGV) des Bundesgesundheitsministeriums die Einbeziehung der Medizintechnik-Branche in die Ausarbeitung der Interoperabilitäts-Standards: „Interoperabilität ist kein Selbstzweck, sondern dient der Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Deshalb müssen alle Beteiligten in die Diskussion einbezogen werden – auch Medizinprodukte mit ihrer besonderen Regulatorik“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov. Die BVMed-Stellungnahme kann unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden.

Zum Hintergrund: Mit dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) vom 3. Juni 2021 wurde eine Verordnungsermächtigung für den Aufbau einer Koordinierungsstelle für Interoperabilität geschaffen. Durch die GIGV wird nun der entsprechende Rechtsrahmen umgesetzt.

„Mit der Etablierung der Telematikinfrastruktur und ihrer Anwendungen müssen zunehmend auch digitale Medizinprodukte und Hilfsmittel im Rahmen der Vernetzung stärker berücksichtigt werden. Es ist deshalb unerlässlich, dass die Festlegung von Standards, Profilen und Leitfäden gemeinsam mit der MedTech-Branche erfolgt“, heißt es in der BVMed-Stellungnahme. Zudem müssten für die Umsetzung von neuen Standards und Schnittstellen auch Vergütungsgrundlagen für Leistungen und Sachkosten geschaffen werden. Der BVMed schlägt in seiner Stellungnahme hierzu konkrete Änderungsvorschläge vor.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband rund 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMUs. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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