Elektronische Kommunikation

BVMed-Stellungnahme zum GSAV: „eRezept muss auch für Hilfsmittel und Homecare-Leistungserbringer gelten“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, unterstützt in seiner Stellungnahme zum „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV) die Möglichkeit, künftig digitale Verordnungen abrechnen zu können. „Das eRezept führt aber unter den bestehenden Rahmenbedingungen zu Wettbewerbsverzerrungen. Die Möglichkeit, die digitalen Verordnungen in Empfang zu nehmen, muss auch für Homecare-Leistungserbringer gewährleistet sein“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Eine weitere Forderung: Nicht nur für Arzneimittel, auch für Hilfsmittel müssten entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden, um Verordnungen digital zu empfangen und abzurechnen. Die BVMed-Stellungnahme kann unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden.

Die geplante Regelung im GSAV-Referentenentwurf führt die Abrechenbarkeit digitaler Verordnungen für apothekenpflichtige, aber auch für nicht apotheken-pflichtige Produkte wie Verbandmittel, Blutzuckerteststreifen und bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung ein. „Diese Produkte werden nicht allein von Apotheken den Patienten zur Verfügung gestellt, sondern in der Regel versorgen sonstige Leistungserbringer wie beispielsweise Homecare-Unternehmen Patienten mit diesen Produktbereichen. Das Gleiche gilt für nicht apothekenpflichtigen Sprechstundenbedarf. Derzeit ist jedoch ungeklärt, wie der Empfang bzw. Zugriff dieser digitalen Verordnungen durch die sonstigen Leistungserbringer erfolgen soll“, heißt es in der BVMed-Stellungnahme.

Während Apotheken zeitnah mit einem Berufeausweis ausgestattet werden, der den Zugriff auf die Telematikinfrastruktur und die digitale Verordnung ermöglicht, trifft dies auf die sonstigen Leistungserbringer nicht zu. Der Aufbau des elektronischen Gesundheitsberuferegisters und die Ausgabe der Heilberufsausweise werden nach Expertenansicht noch einige Jahre in Anspruch nehmen. „Unter diesen Umständen führt die Einführung der digitalen Verordnung zu massiven Beeinträchtigungen des Wettbewerbs zwischen Apothekern und sonstigen Leistungserbringern“, kritisiert der BVMed.

Der Verband fordert: „Um dieser Ungleichbehandlung und Wettbewerbsbeeinflussung vorzubeugen, muss die Annahme einer digitalen Verordnung auch sonstigen Leistungserbringern möglich sein. Eine entsprechende Autorisierung muss daher losgelöst sein von der Ausgabe der elektronischen Heilberufsausweise für sonstige Leistungserbringer.“ So sei beispielsweise vorstellbar, dass der Patient die digitale Verordnung durch Ausübung seines Patientenwahlrechtes anderweitig an einen Leistungserbringer seiner Wahl übermitteln kann. Ein solcher Prozess wäre auch ohne Heilberufsausweis technisch lösbar.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • DiGAs kommen erst in der zweiten Septemberhälfte

    Der Start des Verzeichnisses erstattungsfähiger Digitaler Gesundheitsan­wen­dun­gen (DiGAs) verzögert sich und soll in der zweiten Septemberhälfte erfolgen. Dies be­stä­tigte das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dem Deutschen Ärzteblatt. Der Start war ursprünglich für Ende August avisiert. Ein Sprecher des BfArM wies darauf hin, dass die zur Verfügung stehende Bewertungszeit für das Institut drei Monate nach Eingang des vollständigen Antrags beträgt. Nach Aus­kunft des BfArM befinden sich aktuell 22 vollständige Anträge in der Bearbeitung. Weiterlesen

  • Umfrage: EU-MDR wird viele Hersteller mehr als 5 Prozent ihres Jahresumsatzes kosten

    Das Münchner Software-Unternehmen Climedo Health hat die Umfrageergebnisse zu den wahren Kosten der EU-MDR veröffentlicht. Die Auswertung zeigt, dass die Verordnung erhebliche Ressourcen seitens der Hersteller erfordert. Gleichzeitig schöpfen die meisten noch nicht das Potenzial von EDC-Lösungen und automatisierten Prozessen für ihre klinische Datenerhebung aus. Weiterlesen

  • ARD-Plusminus zu den Qualitätsproblemen in der Hilfsmittelversorgung

    Das ARD-Magazin Plusminus hat recherchiert, wie bzw. inwiefern die Qualität in der Hilfsmittelversorgung durch das Terminservice- und Informationsgesetz (TSVG) verbessert wurde. In dem Beitrag "Kampf um Hilfsmittel - Neue Regelungen laufen ins Leere" vom 12. August 2020 werden vor allem Krankenkassen wegen ihrer Sparpolitik, die zu Lasten der Versicherten geht, kritisiert. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik