Verbandmittel Verordnung

BVMed stellt klar: "Aut idem"-Importregelung bei Arzneimitteln gilt nicht für Verbandmittel

Die "Aut idem"-Importregelung im Arzneimittelbereich, nach der der Apotheker ein verordnetes Arzneimittel gegen ein anderes, wirkstoffgleiches Arzneimittel austauschen darf, gilt nicht für Verbandmittel. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, in seinem neuen "MedTech ambulant"-Newsletter zur Verordnung von Verbandmitteln hin. "Das bedeutet, dass der Arzt unter Angabe der PZN-Nummer zur Erreichung des Therapieziels ein konkretes Produkt verordnen darf. So stellt er sicher, dass der Patient das Produkt bekommt, wofür sich der Verordner entschieden hat, da bei einer PZN-genauen Verordnung weder eine Substitutionspflicht, noch eine Pflicht der abgebenden Stelle besteht, auf Importe oder Parallelanbieter umzustellen", heißt es in dem BVMed-Newsletter, der unter www.bvmed.de/medtech-ambulant abgerufen werden kann.

Sowohl die Regelungen im Arzneimittel-Versorgungsgesetz GSAV als auch die Vereinbarungen des Rahmenvertrags beziehen sich ausschließlich auf Arzneimittel. Die im § 31 SGB V geregelten Produkte wie Verbandmittel, Blutzuckerteststreifen oder bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung fallen nicht hierunter, stellt der BVMed klar. Eine gesetzliche Vorgabe zur Abgabe von Verbandmitteln nach Importquote besteht daher nicht.

Die BVMed-Experten befürchten negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung und die Patientensicherheit, falls Leistungserbringer künftig zunehmend mit Importen versorgen. So bestehe die Gefahr, dass die notwendigen Rahmenbedingungen wie Lagerungsbedingungen, Lieferkontinuität, Versorgungssicherheit, Beratung und Schulung oder Rückruf-Management nicht mehr gewährleistet werden können.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed: "Der G-BA muss die Erstattung für Wundversorgungsprodukte praxistauglich regeln"

    Der BVMed fordert eine praxistaugliche und am Patienten orientierte Neuregelung der Verbandmittel-Definition durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). "Das jetzt in Kraft getretene Gesetz zur Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) macht leider die zukünftige Erstattungsfähigkeit von bestimmten Wundversorgungsprodukten sehr unklar", sagte BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. "Es ist dringend nötig, dass der G-BA nun eine praxistaugliche Regelung findet, die nicht zu einer Verschlechterung der Situation von Patienten mit chronischen Wunden führt", so Möll. Weiterlesen

  • Verbandmittel: BVMed befürchtet nach wie vor Versorgungslücke

    Der BVMed befürchtet nach wie vor Verschlechterungen bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden. "Trotz eines Änderungsantrages beim Gesetz zur Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) drohen Lücken bei der Wundversorgung. Jetzt sind praktikable, praxis- und patientenorientierte Lösungen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefordert", sagte BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Durch den Änderungsantrag des Bundestages konnten Verbesserungen erzielt werden. Zu den zusätzlichen Verbandmittel-Eigenschaften zählt nun ebenfalls "metallbeschichtet". Damit sollen nach politischem Willen auch Silber- und andere Metallprodukte als Teil der Regelversorgung erhalten bleiben. Um dieser Intention Rechnung zu tragen, bräuchte es hier jedoch einer begrifflichen Klarstellung. Weiterlesen

  • GSAV: In der Wundversorgung droht eine Versorgungslücke

    In der Wundversorgung droht durch die geplante Verbandmittel-Definition im Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) eine Versorgungslücke. Davor warnt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. In Deutschland sind mehr als 2,7 Millionen Menschen auf eine Versorgung mit bislang erstattungsfähigen Verbandmitteln angewiesen. Davon leiden rund 900.000 Menschen an chronischen Wunden. Nun sollen Verbandmittel, die pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungsweisen haben und sich in der Praxis bewährt haben, aus der Erstattung fallen. "Die in der Praxis bewährte Verbandmittel-Definition darf nicht eingeschränkt werden", fordert der BVMed. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik