Adipositas

BVMed-Positionspapier: „Chronische Erkrankungen strategisch angehen“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, plädiert dafür, chronische Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland strategischer und ganzheitlicher anzugehen. „Wir müssen die Nationale Diabetesstrategie und das DMP-Programm Adipositas zeitnah und umfassend umsetzen. Der strategische Ansatz muss auch für die notwendige Einführung und Umsetzung einer Herz-Kreislauf-Strategie gelten“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Menschen mit Adipositas müssten strukturiert behandelt und ihre Therapie finanziert werden. Und: Die dauerhafte Begleitung von erkrankten Menschen müsse verstärkt über telemedizinische Lösungen erfolgen, fordert der BVMed in einem Positionspapier zur Bundestagswahl, das unter www.bvmed.de/positionen heruntergeladen werden kann.

Chronische Erkrankungen, beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Adipositas, zählen in Deutschland zu den häufigsten Gesundheitsproblemen und führen die Statistik der Todesursachen deutlich an. Die Zahl der von diesen Volkskrankheiten betroffenen Menschen steigt in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an.

Gerade Menschen mit Adipositas leiden unter Stigmatisierung und mangelnder gesundheitspolitischer Aufmerksamkeit. Der BVMed unterstützt deshalb die Einführung eines strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) Adipositas. Im Rahmen des vorgesehenen DMP müssten aber nicht nur die bestehenden Leistungen besser strukturiert werden, „sondern leitlinienkonforme Leistungen auch in die GKV-Versorgung aufgenommen werden“, fordert der BVMed. Nach Ansicht des BVMed dürfe im DMP-Programm nicht der unbefriedigende aktuelle Stand der Versorgung von Menschen mit Adipositas festgeschrieben werden. Vielmehr müssten durch die erforderlichen mulitmodalen Therapiekonzepte konkrete Verbesserungen erzielt werden.

Nach Ansicht des BVMed muss die Behandlung der betroffenen Menschen auch mit bedarfsgerechten, personalisierten und modernen Technologien gewährleistet sein. So profitieren beispielsweise Menschen mit Diabetes von modernen Glukosemanagement-Systemen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen mit einer Sterblichkeit von fast 1.000 Verstorbenen pro Tag einen traurigen Rekord auf. Hier ist es besonders wichtig, künftig einen angemessenen Handlungsschwerpunkt zu setzen. „Diese sollte auch eine systematische diagnostische Früherkennung, wie einen Herz-Kreislauf-Gesundheitscheck, enthalten. Dabei muss es darum gehen, Risikofaktoren und krankhafte Veränderungen rechtzeitig festzustellen, bevor es zu schwerwiegenden Ereignissen und belastenden Folgeschäden kommt. Entsprechende Diagnosesysteme müssen gefördert und schnell in die Vergütung gebracht werden“, heißt es in dem BVMed-Positionspapier zur Bundestagswahl.

Bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen fordert der BVMed eine bessere Umsetzung des „Cancer Beating“-Plans der Europäischen Union durch stärkere Fördermaßnahmen. „Der Zugang zu einer passenden Versorgung darf nicht von dem Standort eines Krebspatienten bestimmt werden. Deutschland sollte als internationaler Forschungsstandort europäische Studien sowie eine umfassende digitale Infrastruktur wie den ‚European Health Data Space‘ unterstützen“, so der BVMed. Eine hochwertige Krebsbehandlung zeichne sich durch eine fortlaufende Betreuung des Patienten aus. Hierzu zählen zum Beispiel onkologische Reha-Maßnahmen und ein angepasstes Therapieprogramm. „Wir müssen auf ein ganzheitliches Behandlungskonzept achten. Je nach Krankheitsbild muss die ambulante Versorgung mit anderen Reha-Bereichen verbunden werden“, fordert der deutsche Medizintechnik-Verband.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 230 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
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