Gefäßsystem/Blut

BVMed gründet neuen Fachbereich "Venöse Zugänge" | Infusionsmanagement verbessern

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat einen neuen Fachbereich "Venöse Zugänge" (FB VZ) gegründet. Infusionstherapien gehören im Krankenhaus zur Standardversorgung von Patienten. Viele Patienten benötigen komplexe intravenöse Therapien, welche nur zentralvenös verabreicht werden können. "Diese Versorgungen spielen auch bei COVID-19-Erkrankten, die stationär behandelt werden müssen, eine große Rolle. In Deutschland stehen aber noch nicht alle Möglichkeiten des venösen Zugangsmanagements in gleichem Maße zur Verfügung. Das wird ein Themenschwerpunkt des neuen BVMed-Fachbereichs sein", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Mehr Informationen zum Thema gibt es im BVMed-Portal unter: www.bvmed.de/venoese-zugaenge.

Eine große Rolle spielen zentralvenöse Zugänge bei bestimmten Behandlungen im Intensivbereich. Akut erkrankte Patienten mit einer bestimmten Behandlung im intensivmedizinischen Bereich, wie beispielsweise COVID-19 oder Brandverletzungen, brauchen aus unterschiedlichen Gründen einen zentralvenösen Zugang. In der Akutphase der Erkrankung müssen Medikamente und Infusionslösungen schnell und in hoher Konzentration und Volumen zuverlässig über einen zentralvenösen Zugang ins Blutkreislaufsystem appliziert werden. Zudem ist es über einen zentralvenösen Zugang möglich, Patienten hämodynamisch zu überwachen und gegebenenfalls parenteral zu ernähren.

Bei beatmeten Patienten oder bei Patienten, bei denen nur die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie eine Atemunterstützung benötigen, kann beispielsweise ein PICC-Katheter von Vorteil sein, da die Punktionsstelle im Normalfall im mittleren Drittel des Oberarmes liegt. Dies ist auch bei Patienten mit Brandverletzungen im Halsbereich der Fall. Die Punktionsstelle ist somit weit entfernt von Kopf und Hals und stört nicht bei der eventuell erforderlichen Atemunterstützung. Die Gefahr der Unterbrechung der Infusionstherapie durch Komprimieren oder Abknicken des Katheters oder der Infusionsleitung durch den Beatmungshelm ist somit ausgeschlossen. Neben den PICC-Kathetern spielen beispielsweise auch Ports, klassische zentralvenöse Katheter (ZVKs) sowie periphere Venenkatheter (PVKs) eine Rolle.

Der neue BVMed-Fachbereich will die patientenindividuelle Auswahl der Katheter durch erhöhte Awareness von Alternativen erhöhen, Fehlanreize in der Versorgung unter anderem durch Verbesserung der Erstattung durch die Krankenkassen minimieren sowie helfen, interdisziplinäre "Vascular Access Teams" zu etablieren.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • "Meine Homecare-Managerin kümmert sich um alles" | Wie Körperstolz-Testimonial Erik Blumhagen seinen Alltag meistert

    Erik Blumhagen (26) hat einen variablen Immundefekt und wusste lange nicht, wieso ihn ein Infekt nach dem nächsten erwischte. Seine Ausbildung zum Krankenpfleger brachte ihn auf die richtige Spur: ein variabler Immundefekt – wie bei rund 500.000 Menschen in Deutschland. Die regelmäßigen Infusionen, die nötig sind, um sein Immunsystem zu stärken, kann er zu Hause durchführen und so ein vollkommen normales Leben führen. Unterstützt wird er dabei durch seine Homecare-Managerin Enikoe Baum. Deutschlandweit nutzen bereits über 6 Millionen Menschen die Homecare-Versorgung. Als Protagonist der BVMed-Kampagne "Körperstolz" möchte Erik anderen Betroffenen Mut machen. Weiterlesen

  • Patientengeschichte Erik Blumhagen

    Erik Blumhagen (26) wusste lange nicht, wieso ihn ein Infekt nach dem nächsten erwischte. Seine Ausbildung zum Krankenpfleger brachte ihn auf die richtige Spur: ein Immundefekt. Die regelmäßigen Infusionen, die nötig sind, um sein Immunsystem zu stärken, kann er zu Hause durchführen und so ein vollkommen normales Leben führen. Unterstützt wird er dabei durch seine Homecare-Managerin Enikoe Baum. Weiterlesen

  • Keine Herz- und Gefäßmedizin ohne Digitalisierung mehr

    Über 1,7 Millionen Fälle von Herzkrankheiten werden jährlich in Deutschland stationär behandelt, viele weitere ambulant. Ohne technische Systeme wie EKG, Angiographie oder Herz-Lungen-Maschine wäre dies nicht denkbar. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und transdisziplinäre Technologieansätze erweitern hier permanent die Möglichkeiten. Viele innovative Ideen wurden beim Branchentreff des Forum Medtech Pharma am 16. Juli 2019 im Herz- und Gefäßzentrum am Klinikum Nürnberg diskutiert. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik