Infektionsprävention

BVMed begrüßt neuen Facharzt für „Innere Medizin und Infektiologie“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, unterstützt die Einführung eines neuen Facharztgebietes für „Innere Medizin und Infektiologie“, wie sie vom Deutschen Ärztetag beschlossen wurde. „Die Corona-Pandemie hat uns die Bedeutung von Infektionsprävention und entsprechenden Hygienestrategien deutlich gezeigt. Infektionsvermeidung benötigt einen höheren Stellenwert auf der politischen Agenda. Die neue Facharztrichtung ist dabei ein wichtiges und richtiges Signal“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Der Deutsche Ärztetag hatte im Mai 2021 die Einführung des Facharztes für „Innere Medizin und Infektiologie“ als vertiefende klinische Facharztkompetenz im Gebiet der Inneren Medizin beschlossen. Der Facharzt soll nun in die Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer aufgenommen werden. Zusammen mit den Facharztgebieten „Hygiene und Umweltmedizin“ und „Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie“ ist aus BVMed-Sicht damit künftig ein noch breiteres und vertieftes infektiologisches Wissen in der Weiterbildungsordnung verankert.

„Die Corona-Pandemie hat unsere Sicht auf Infektionen verändert. Neue Infektionskrankheiten, Antibiotikaresistenzen, die weltweite Mobilität und aktuell die Corona-Pandemie haben uns vor Augen geführt, welche hohe Relevanz Infektionen für die Menschen und die Volkswirtschaft haben“, sagt dazu Dr. Nicole Steinhorst, stellvertretende Sprecherin des BVMed-Fachbereichs Nosokomiale Infektionen (FBNI).

Der neue Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie schafft nach Ansicht der BVMed-Expertin zusätzliche Kompetenzen in der klinischen und infektionsmedizinischen Versorgung und soll die Kenntnisse der Infektiologie mit dem Wissen der Inneren Medizin verbinden. Bislang gab es in Deutschland – mit der Ausnahme eines Bundeslandes – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern in diesem Gebiet keine eigenständige Facharzt-Weiterbildung.

„Es ist zu erwarten, dass Infektionskrankheiten weiter an Bedeutung zunehmen werden. Die Etablierung eines zusätzlichen Facharztes für Innere Medizin und Infektiologie ist ein wichtiger Schritt, die Versorgungssituation für Infektionspatienten nachhaltig zu verbessern“, so die Expert:innen des FBNI. Dr. Nicole Steinhorst: „Umso breiter ärztliches Wissen in der Forschung, Prävention, Diagnostik und Therapie von Infektionserkrankungen etabliert ist, umso besser werden wir künftige Herausforderungen meistern können.“

Der BVMed-Fachbereich unterstützt das Thema Infektionsvermeidung in der Fort- und Weiterbildung mit umfangreichen Informationsmaterialien, die dabei helfen sollen, die Entstehung von nosokomialen Infektionen zu verdeutlichen und damit zu ihrer Vermeidung beitragen. Kernstück ist die Webseite www.rechtaufhygiene.de. Sie enthält unter anderem Informationen und Grafiken zu den Themen Gefäßkatheter-assoziierte Infektionen, postoperative Wundinfektionen, Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen, infektiöse Darmerkrankungen (Norovirus) und Multiresistente Erreger (MRE). Ein besonderes Angebot ist das anschauliche Grafikmaterial, das für Präsentationen oder Schulungen kostenlos heruntergeladen werden kann. Zum Angebot gehört eine umfangreiche Sammlung von Piktogrammen für Präsentationen und Schulungsmaterial, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité in Berlin erarbeitet wurde.

Hinweis:
Weiterführende Informationen zum neuen Facharzt gibt es im Beschlussprotokoll des 124. Deutscher Ärztetages unter:
https://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/124-deutscher-aerztetag-2021-als-online-veranstaltung/beschlussprotokoll/

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband rund 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMUs. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.
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