Gesundheitswirtschaft

Gesundheitsausgaben 2013 stiegen um 4 Prozent auf 315 Milliarden Euro

Im Jahre 2013 wurden − durch alle Ausgabenträger einschließlich Privater − insgesamt 314,9 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben. Das waren 4 Prozent mehr als im Vorjahr (Quelle: Gesundheitsausgabenbericht 2013 des Statistischen Bundesamtes von April 2015). Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist dabei mit 11,2 Prozent weiterhin leicht rückläufig, so dass nicht von einer Kostenexplosion gesprochen werden kann. 2010 lag dieser Wert noch bei 11,6 Prozent. Der Rückgang ist auf die anhaltend starke Wirtschaftsleistung in Deutschland zurückzuführen, während sich das Wachstum der Gesundheitsausgaben in den letzten Jahren stetig abschwächte.

Ein Gutachten für das Bundeswirtschaftsministerium im Jahr 2010 kommt zum Ergebnis, dass unter den richtigen Rahmenbedingungen der Anteil der Gesundheitswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt bis 2030 auf fast 13 Prozent wachsen kann.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) war – wie in den Vorjahren - 013 der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Die GKV-Ausgaben beliefen sich auf 181,5 Milliarden Euro und lagen um 9,1 Milliarden Euro oder 5,3 Prozent über den Ausgaben des Vorjahres. Der von der gesetzlichen Krankenversicherung getragene Ausgabenanteil stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 57,6 Prozent. Der Anteil der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck war mit 13,6 Prozent leicht rückläufig. Auf diesen Ausgabenträger entfielen 42,9 Milliarden Euro. Ein Grund hierfür ist der Wegfall der Praxisgebühr. Der Anteil der privaten Krankenkassen blieb mit 9,2 Prozent unverändert. Auf sie entfielen 28,9 Milliarden Euro.

Ausgaben für Medizinprodukte in Deutschland

Die Gesundheitsausgaben im Bereich der Medizinprodukte (ohne Investitionsgüter und Zahnersatz, inklusive Händlermargen) betrugen in Deutschland im Jahr 2013 insgesamt rund 31 Milliarden Euro (Quelle: Gesundheitsausgabenbericht 2013 des Statistischen Bundesamtes vom April 2015. Davon entfallen auf Hilfsmittel (alle Ausgabenträger) 17,1 Milliarden Euro (Vorjahr 15,2 Milliarden Euro) und auf den sonstigen medizinischen Bedarf 13,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,8 Milliarden Euro). Hinzu kommen knapp 1 Milliarde Euro für den Verbandmittelbereich, der unter Arzneimitteln erfasst ist.

Der Ausgabenanteil der Gesetzlichen Krankenversicherung an den Ausgaben für Medizinprodukte liegt bei rund 18,8 Milliarden Euro (rund 60 Prozent). Für Hilfsmittel hat die GKV 7,2 Milliarden Euro aufgewendet, für den sonstigen medizinischen Bedarf 11,6 Milliarden Euro.

Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zu den Gesundheitsausgaben sind über die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung abrufbar.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Zahlen zur Gesundheitswirtschaft

    Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den wichtigsten Branchen der Volkswirtschaft. Sie erwirtschaftete im Jahr 2020 rund 12,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das ist etwa jeder achte Euro des deutschen BIP. Gleichzeitig ist sie Arbeitgeber für rund 7,4 Millionen Menschen in Deutschland. Weiterlesen

  • BVMed bewertet Wahlprogramme

    Für 68 Prozent der Bevölkerung spielen Gesundheits- und Pflegepolitik eine große bis sehr große Bedeutung bei der Wahlentscheidung zur Bundestagswahl. Für den BVMed gehören die Förderung moderner Medizintechnologien und die nachhaltige Einbindung des technologischen Fortschritts zu einer Grundvoraussetzung für ein zukunftssicheres Gesundheitssystem und eine verbesserte Versorgung der Patient:innen. „Eine Analyse der Wahlprogramme zeigt: Die Bedeutung der Medizintechnik wird besser wahrgenommen. Das muss sich auch im neuen Koalitionsvertrag entsprechend wiederfinden“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen

  • Zielbild Medizintechnik 2025 (BVMed | Spectaris | ZVEI)

    Die drei Medizintechnik-Branchenverbände BVMed, SPECTARIS und ZVEI fordern in einem gemeinsamen "Zielbild Medizintechnik 2025" Maßnahmen zur Stärkung des Medizintechnik-Standorts Deutschland. Zu den Forderungen gehört ein ressortübergreifender und strategische "MedTech-Dialog" in Anlehnung an andere Branchendialoge, um gesundheits-, wirtschafts- und forschungspolitische Aspekte gemeinsam zu berücksichtigen. Die drei Wirtschaftsverbände zeigen insgesamt fünf Handlungsfelder für eine forschungsstarke, wettbewerbsfähige und innovative Medizintechnik-Industrie am Standort Deutschland auf. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik