Zulieferindustrie

BVMed öffnet sich für Medizinprodukte-Zulieferer | Mitgliederversammlung beschließt Satzungsänderung

Herunterladen
Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, öffnet sich für die Medizinprodukte-Zulieferindustrie. Eine entsprechende Satzungsänderung wurde von der Mitgliederversammlung des deutschen MedTech-Verbandes am 18. März 2021 beschlossen. Der Verband, der bislang vor allem Hersteller von Medizinprodukten sowie sonstige Leistungserbringer vertritt, will damit der engen Verbindung zwischen Herstellern und Zulieferern sowie den gestiegenen regulatorischen Anforderungen aus der EU-Medizinprodukte-Verordnung „in einem ganzheitlichen Ansatz“ gerecht werden, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. „Zulieferer und Hersteller arbeiten in der Medizinprodukte-Branche direkt und sehr eng zusammen. Wir wollen beiden Seiten eine starke Plattform für die Bewältigung der gemeinsamen Herausforderungen geben und die Unternehmen durch neue Services unterstützen.“

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband aktuell über 230 Unternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind unter anderem die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert: von Verbandmitteln über Hilfsmittel bis hin zu OP-Produkten und Implantaten. Große Zulieferer wie Freudenberg oder Raumedic, die auch Produkte unter eigenem Namen auf den Markt bringen, vertritt der BVMed bereits seit vielen Jahren. In den letzten Jahren hatte sich der BVMed bereits für Start-ups sowie Anbieter von digitalen Medizinprodukten, digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) sowie Kombinationsprodukten geöffnet. „Mit der Aufnahme von Zulieferern gehen wir nun den nächsten logischen Schritt. Denn die interdisziplinäre MedTech-Branche wächst immer enger zusammen und sieht sich gemeinsam in der Verantwortung, die Patientenversorgung mit modernen Technologien und Komponenten zu verbessern“, so Möll.

Moderne Medizintechnologien sind dabei so komplex, dass kaum ein Hersteller die Wertschöpfungskette vollständig abbilden kann. Die Hersteller sind also auf Entwicklungskompetenz und Produktionskapazitäten spezialisierter Zulieferer angewiesen.

Im Zentrum der gemeinsamen Herausforderungen von Herstellern und Zulieferern von Medizinprodukten steht die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR), die ab 26. Mai 2021 gilt. Die hohen Anforderungen an die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Medizinprodukten umfassen beispielsweise eine Risikoanalyse und -bewertung zum Nachweis der Sicherheit, eine klinische Bewertung oder ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem. Die MDR verlangt dabei eine deutlich tiefere Einbindung der Lieferanten in das Qualitätsmanagement des Herstellers. So muss beispielsweise eine detaillierte Dokumentation der vom Lieferanten bereit gestellten Komponenten oder Produkte in die technische Dokumentation des Medizinprodukts eingehen. Lieferanten müssen sich damit viel tiefer mit dem Medizinprodukt und dessen regulatorischen und klinischen Anforderungen beschäftigen. Das vom Hersteller zu gewährleistende hohe Niveau des geforderten Qualitätsmanagements muss spätestens mit Anwendung der MDR ohne Abstriche auf die Lieferanten ausgedehnt werden. Bei dieser neuen Rolle will der BVMed Zulieferer, die Mitglied im Verband werden, künftig unterstützen.

Der BVMed unterstützt seine Mitgliedsunternehmen mit seiner regulatorischen und rechtlichen Expertise bei der Umsetzung der gesetzlichen und normativen Anforderungen und stellt über zahlreiche Arbeitsgremien Foren und Diskussionsplattformen zum gemeinsamen Austausch zwischen Herstellern und Zulieferern zur Verfügung. Zudem bietet der BVMed über seine neu gegründete BVMed-Akademie zahlreiche MDR-Schulungsformate an. „Der BVMed ist die Stimme der Medizinprodukte-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes in Deutschland. Wir setzen uns für die gemeinsamen Interessen der Hersteller und Zulieferer ein, um die Standortbedingungen in Deutschland weiter zu verbessern“, so BVMed-Geschäftsführer Möll abschließend.

Mehr Informationen zur BVMed-Mitgliedschaft können unter www.bvmed.de/mitglied-werden abgerufen werden.

Bilder-Downloads: Porträts Dr. Marc-Pierre Möll | Medizintechnik-Produktionsbilder

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 230 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • MdB Stephan Pilsinger beim BVMed-Gesprächskreis: „Innovative Medizinprodukte müssen schnellstmöglich beim Patienten ankommen“

    Die Corona-Pandemie hat nach Ansicht des CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Pilsinger deutlich die Bedeutung einer gut funktionierenden Gesundheitswirtschaft gezeigt. „Nicht der Staat wird die Corona-Pandemie besiegen, sondern die Privatwirtschaft mit der Entwicklung der Impfstoffe und der notwendigen Medizinprodukte“, sagte Pilsinger auf dem digitalen Gesprächskreis Gesundheit des BVMed. Der CSU-Abgeordnete ist Arzt und Mitglied des Bundestags-Gesundheitsausschusses. Weiterlesen

  • BVMed-Vorsitzender Lugan zu Corona-Lehren: „Wir brauchen robuste Lieferketten und smarte digitale Lösungen“

    Der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan hat sich auf einem Hauptstadtkongress-Panel zu Medizinprodukte-Engpässen und Lehren aus der Corona-Pandemie für „robuste Lieferketten und smarte digitale Lösungen zur besseren Verteilung notwendiger Medizinprodukte“ ausgesprochen. Es habe in vielen Bereichen kein Mengen-, sondern ein Verteilungsproblem gegeben, das angegangen werden müsse. Podiumsteilnehmer von Kliniken und Einkaufsgemeinschaften betonten, die Krise mit den überteuerten Preisen für bestimmte Produkte habe den Wert von verlässlichen Partnerschaften bei den Medizinprodukte-Lieferketten gezeigt. Weiterlesen

  • MdB Dietrich Monstadt beim BVMed: „Wir müssen wieder als Innovationsstandort wahrgenommen werden“

    Maßnahmen zur Stärkung des Medizintechnik-Standorts Deutschland müssen in der kommenden Legislaturperiode diskutiert und beschlossen werden, um die Stärken der mittelständisch geprägten MedTech-Branche nicht zu verlieren. Das sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt, Berichterstatter seiner Fraktion für Medizinprodukte, auf dem digitalen Gesprächskreis Gesundheit des BVMed. Er sprach sich unter anderem dafür aus, beim Zugang der forschenden Industrie zum Forschungsdatenzentrum in der neuen Legislaturperiode Lösungen zu finden. Dies sei „wichtig für die Weiterentwicklung von medizintechnischen Innovationen“. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik