Hilfsmittel zur Kompressionstherapie

BVMed informiert über Kompressionstherapie in der ambulanten Versorgung

Über die Kompressionstherapie in der ambulanten Versorgung informiert der neue BVMed-Newsletter "MedTech ambulant". Kompressionsverbände fördern den Rücktransport des venösen Blutes bei einem Venenleiden. Bei "offenen Beinen" (Ulcus cruris venosum) stellen die Kompressionsmaßnahmen den wichtigsten Pfeiler der kausalen Therapie dar, weil die Lösung der venösen Stauungsproblematik ursächlich für den Heilungsverlauf ist. Zur leitliniengerechten Wundtherapie mit Produkten der modernen Wundbehandlung zählt deshalb zwingend die begleitende Kompressionstherapie. Sie ist eine abrechenbare ärztliche Leistung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Die erforderlichen Kompressionsbinden sind Verbandmittel und damit zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Der Newsletter ist abrufbar unter www.bvmed.de/medtech-ambulant.

Ziel jeder Venenbehandlung ist es, die akuten Auswirkungen wie Stauungen oder Geschwüre zu beseitigen und ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Unerlässlich ist dabei die sachgemäße Kompression des Beines. In der akuten Phase sollte immer ein Kompressionsverband aus Zinkleimbinden oder Kurzzugbinden zum Einsatz kommen, weil damit besser auf die Umfangsschwankungen des Beines reagiert werden kann. Ist das Bein nachhaltig entstaut und ein Ulcus abgeheilt, erfolgt die Nachsorge mit individuell angepassten medizinischen Kompressionsstrümpfen.

Nach Aussage des Heil- und Hilfsmittelreports der BARMER GEK 2014 wird eine leitlinienkonforme Kompressionsbehandlung bei der Wundtherapie zu selten durchgeführt. Die Krankenkasse beleuchtet unter anderem die Therapie chronischer Wunden wie Ulcus cruris oder diabetisches Fußsyndrom. In Deutschland leiden Patienten unnötig lange an chronischen Wunden. So litten 2012 bundesweit rund 210.000 Menschen akut an chronischen Wunden am Unterschenkel. Jährlich kommen rund 50.000 neue Erkrankungen hinzu. Insgesamt leiden nach Schätzungen von Experten zwei Millionen Menschen in Deutschland an chronischen Wunden. Der Kassenreport bemängelt eine gravierende Unterversorgung bei Unterschenkelgeschwüren. Nur knapp 40 Prozent der Patienten bekommen demnach eine Kompressionstherapie, deren Unterlassung nach Meinung von Fachleuten einen Behandlungsfehler darstellt.
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